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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Schwimmen lernen für Kinder: Ab wann und wie klappt es am besten?

Wie Ihr Kind sicher schwimmen lernt? Wir haben mit einem Experten der DLRG gesprochen und beantworten Ihnen alle Fragen: ab welchem Alter es los geht, wie sicher Schwimmhilfen sind und wie lange das Schwimmen lernen dauert.

Schwimmen lernen für Kinder
Schwimmen lernen macht Spaß und Kinder werden sicher im Umgang mit dem Wasser.
© GettyImages/Blend Images - JGI/Jamie Grill

Jedes Kind sollte schwimmen lernen! Denn zum einen werden dadurch die motorischen Fähigkeiten geschult und zum anderen können lebensgefährliche Unfälle vermieden werden. Mit unseren Experten-Tipps von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) lernt Ihr Kind das Schwimmen auf sichere Art und Weise.

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Warum das Schwimmen lernen?

Das Schwimmen hält viele Vorteile für Ihren Nachwuchs bereit:

  • Schwimmen wirkt sich positiv auf die körperliche und geistige Entwicklung aus: Im Wasser bekommt Ihr Kind die Möglichkeit, verschiedene Sinnes- und Bewegungserfahrungen zu machen. Die motorische Geschicklichkeit wird gefördert.

  • Schwimmen macht fit: Schwimmen ist eine tolle Sportart mit positiven Effekten auf die Gesundheit: Es stärkt die Muskelkraft und trainiert die Ausdauer, während es die Gelenke schont.

  • Schwimmen fördert die emotionale Reife: Emotional wird sich Ihr Kind durch den Lernprozess weiterentwickeln. Es bekommt ein neues Körperbewusstsein und erlebt Erfolge – das macht selbstbewusst.

  • Schwimmen zu können schützt vor Unfällen: Nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist das Ertrinken der zweithäufigste tödlich verlaufende Unfall im Kindesalter. Die Zahl von Unfällen, die nicht tödlich enden, aber gesundheitliche Folgen haben, ist sogar noch höher. „Wasser übt auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Alleine aus Sicherheitsgründen sollten sie deshalb Schwimmen lernen. Um Ihr Kind bei Unfällen vor dem Ertrinken zu schützen, ist es wirklich wichtig, dass es mit dem Verhalten im Wasser vertraut ist“, sagt Achim Wiese von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG).

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Schwimmen lernen: ab wann?

„Eltern entscheiden selbst, wann ihr Kind so weit ist, das Schwimmen zu lernen. Im Vorschulalter sind die körperlichen Voraussetzungen meist erfüllt“, so Wiese von der DLRG. Zuvor sind die motorischen Fertigkeiten meist noch nicht ausgeprägt genug: Entscheidend ist, dass Arm- und Beinbewegungen koordiniert werden können.

In welchem Alter schwimmen lernen?

Häufig lernen Kinder das Schwimmen zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr. Pauschal lässt sich hier aber kein exaktes Alter bestimmen. Wann genau Ihr eigenes Kind dazu bereit ist, hängt ganz von der individuellen Entwicklung ab. Richten Sie sich auch nach seinen persönlichen Bedürfnissen und Interessen, um den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Fest steht: Selbst wenn das Kind schon älter ist, lohnt es sich noch, das Schwimmen zu lernen. Im Erwachsenenalter ist es nämlich häufig schwieriger, weiß der Experte von der DLRG: „Hier spielt der psychologische Faktor beim Schwimmen lernen eine Rolle. Die Hemmschwelle zu sagen ‚Ich kann nicht schwimmen und will es lernen’ ist dann einfach viel höher. Es ist aber nie zu spät, das Schwimmen zu lernen!“

Wie schwimmen lernen?

Bereits ein paar Monate, nachdem Ihr Nachwuchs auf die Welt gekommen ist, kann er beim Babyschwimmen erste Erfahrungen mit dem Wasser machen. Auf spielerische Art erleben die Babys hier die verschiedenen Eigenschaften des Elements. Auch im Planschbecken oder in der Badewanne können Babys Wasserübungen machen. Solche ersten Kontakte werden als äußerst wichtig angesehen: Sie nehmen die Scheu, entspannen und stärken das Selbstvertrauen.

Im Klein- und Kindergartenalter gibt es sogenannte „Wassergewöhnungskurse“, bei denen Ihr Kind weitere Erfahrungen sammelt. Im Vor- und Grundschulalter erlernen Kinder dann in Schwimmkursen zuerst die Grundtechniken – Tauchen, Springen, Gleiten, Atmen – und schließlich auch das Brust- und Rückenschwimmen.

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Sollte mein Kind einen Schwimmkurs besuchen?

Um das Schwimmen zu lernen, ist ein Kurs kein Pflichtprogramm. Aber: Kinder lernen oft leichter, schneller und lieber, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen sind. Der Experte von der DLRG empfiehlt: „Bringen Sie Ihrem Kind das Schwimmen nicht selbst bei. Nutzen Sie den Schwimmbadbesuch lieber als Freizeitaktivität, in der Sie gemeinsam Spaß haben. Den tatsächlichen Unterricht sollten Sie jemand anderem überlassen.“

Schwimmlehrer*innen kennen die korrekte Technik und wissen, wie sie diese den Kindern verständlich vermitteln. Außerdem können sie als Außenstehende zusätzlich dafür sorgen, dass Ihr Kind Sicherheitshinweisen und Baderegeln noch einmal genaue Beachtung schenkt.

Schwimmkurse können beim Schwimm- oder Sportverein Ihrer Stadt oder Ihres Orts gemacht werden. Auch die DLRG bietet Kurse an. Informationen dazu bekommen Sie im Internet oder in Ihrem Schwimmbad.

Die Kurse sind meist nach Alter und Leistung unterteilt. Ein guter Schwimmkurs findet in einer kleineren Gruppe statt und durch geschultes Personal, das freundlich und professionell mit den Kindern umgehen kann. Viele Anbieter ermöglichen Schnupperkurse – nutzen Sie dieses Angebot.

Wie bringe ich meinem Kind das Schwimmen selbst bei?

Wenn Sie die korrekte Technik beherrschen, können Sie Ihrem Kind das Schwimmen auch selbst beibringen. Sollten Sie im Wasser aber eher unsicher sein, überlassen Sie das Schwimmtraining besser den Profis. Selbstverständlich können Sie Ihr Kind in dem Prozess trotzdem begleiten und unterstützen.

Wenn Sie Ihrem Nachwuchs das Schwimmen selbst beibringen möchten, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Zeit und Geduld: Wichtig ist, dass Sie genügend Zeit und die nötige Geduld mitbringen. Ihr Kind wird das Schwimmen nicht sofort beherrschen.

  • Befindlichkeit: Achten Sie vor Beginn der Schwimmübungen immer darauf, in welcher Verfassung sich Ihr Kind befindet. Wenn es zum Beispiel müde oder krank ist, wählen Sie lieber einen anderen Zeitpunkt.

  • Interesse: Im besten Fall zeigt Ihr Kind von alleine rege Begeisterung dafür, das Schwimmen zu lernen. Um das Interesse zu wecken, können Sie Ihrem Kind auch spezielle Bücher mit Schwimmübungen zeigen.

  • kein Zwang: Üben Sie keinen Druck aus und zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Schwimmen, wenn es Angst vor dem Wasser hat. Versuchen Sie die Angst lieber gemeinsam durch vorsichtiges Herantasten zu überwinden und Ihr Kind mit einem liebevollen Umgang zu begleiten. Negative Erfahrungen können sich hartnäckig im Gedächtnis festsetzen.

  • nicht überfordern: Lassen Sie es langsam angehen. Sprünge ins Wasser oder längere Schwimmstrecken sind für Schwimmanfänger noch zu viel.

  • Regeln vermitteln: Als Eltern sind Sie dafür zuständig, Ihrem Kind die wichtigen Baderegeln zu verdeutlichen. Die Sicherheit im Wasser geht immer vor!

Die zehn wichtigsten Baderegeln für Kinder

Wie lange dauert es, bis mein Kind schwimmen kann?

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige Kinder sind ganz verrückt nach Wasser und wollen selbst so schnell wie möglich lernen. Andere sind weniger motiviert und müssen eher überredet werden, regelmäßig zum Schwimmunterricht zu gehen. Manchen fällt es vielleicht auch ein bisschen schwerer als anderen – aber das ist kein Grund zur Sorge.

„In der Regel sind etwa 20 Schwimmstunden nötig, bis ein Kind sicher schwimmen kann. Darin inbegriffen sind zehn Stunden Wassergewöhnung und weitere zehn Stunden bis zur Absolvierung des Jugendschwimmabzeichens Bronze. Wenn Kinder schon an das Wasser gewöhnt sind, können sie auch direkt mit dem Schwimmkurs für das Abzeichen beginnen, dann sind in etwa noch zehn Schwimmstunden nötig“, sagt Wiese. 

Sollte mein Kind ein Schwimmabzeichen machen?

Ein Schwimmabzeichen ist ein besonderer Anreiz für einen Schwimmkurs. Wenn die Kinder ein Abzeichen wie das Seepferdchen als Ziel vor Augen haben, sind sie oft motivierter und können wunderbar ihre ersten Erfolge feiern. „Wer eine Schwimmprüfung bestanden hat, ist stolz! Außerdem bringt so ein Abzeichen Sicherheit mit auf dem Weg. Alle Expert*innen sind sich einig, dass die Anforderungen für das Jugendschwimmabzeichen Bronze die Voraussetzungen für sicheres Schwimmen sind“, so der DLRG-Sprecher.

"Mit der bestandenen Prüfung zum Seepferchen ist Ihr Kind hingegen noch kein Schwimmer", gibt Wiese zu beachten. Mit diesem Abzeichen kann sich das Kind zwar über Wasser halten, aber noch nicht sicher schwimmen. Der Experte warnt: "Lassen Sie Ihr Kind auch mit einem bestandenen Seepferdchen nicht alleine im Wasser."

Um die Prüfung für ein Schwimmabzeichen abzulegen, ist ein Kurs nicht zwingend erforderlich, wird aber empfohlen.

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Welche Schwimmabzeichen gibt es für Kinder?

Kinder können folgende Schwimmabzeichen absolvieren:

Seepferdchen (Frühschwimmer):

  • Sprung vom Beckenrand
  • 25 Meter Schwimmen
  • Kind muss einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser herausholen.

Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer):

  • Sprung vom Beckenrand
  • Innerhalb von höchstens 15 Minuten müssen mindestens 200 Meter geschwommen werden.
  • Ein Gegenstand muss einmal durch Tauchen in zwei Meter Wassertiefe herausgeholt werden.
  • Sprung aus einem Meter Höhe oder Startsprung
  • Kind kennt die Baderegeln.

Jugendschwimmabzeichen Silber:

  • Startsprung
  • Innerhalb von höchstens 25 Minuten müssen mindestens 400 Meter geschwommen werden – 300 Meter in Bauch- und 100 Meter in Rückenlage.
  • Ein Gegenstand muss zweimal durch Tauchen in zwei Meter Wassertiefe herausgeholt werden.
  • Das Kind muss ein zehn Meter Streckentauchen absolvieren.
  • Sprung aus drei Meter Höhe
  • Kind kennt die Baderegeln und die Regeln zur Selbstrettung.

Jugendschwimmabzeichen Gold (ab 9 Jahre):

  • Innerhalb von höchsten 24 Minuten müssen 600 Meter geschwommen werden.
  • Innerhalb von höchstens 1:10 Minuten müssen 50 Meter Brust geschwommen werden.
  • Ohne Armtätigkeit müssen 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung gemacht werden oder alternativ 50 Meter Rückenkraulschwimmen.
  • Innerhalb von drei Minuten müssen drei Tauchringe aus einer Wassertiefe von etwa zwei Metern herausgeholt werden – in höchstens drei Tauchversuchen.
  • 25 Meter Kraulschwimmen
  • 15 Meter Streckentauchen
  • Sprung aus drei Metern Höhe
  • 50 Meter Transportschwimmen: schieben oder ziehen
  • Kind kennt die Baderegeln.
  • Kind kann bei Bade-, Boots- und Eisunfällen helfen (Selbst- und einfache Fremdrettung).

Welche Sicherheitshinweise muss ich beim Schwimmen mit Kindern beachten?

Erklären Sie Ihrem Kind, wie es sich im und am Wasser zu verhalten hat: zum Beispiel, wo es ins Wasser gehen darf oder welche Regeln beim Hineinspringen gelten. „Die Baderegeln sind das A und O für einen richtigen Umgang. Kinder müssen wissen, was erlaubt und was gefährlich ist“, rät Wiese. „Beim Schwimmkurs und für die Schwimmabzeichen lernen Kinder die Sicherheitshinweise kennen. Eltern sind beim Schwimmen aber in der Verantwortung, auf Ihr Kind zu achten. Trotz Badeaufsicht haben Eltern immer die Aufsichtspflicht“, so der DLRG-Experte.

Wichtig: Beachten Sie, dass Sie Ihr Baby auch beim Babyschwimmen oder bei der Wassergewöhnung in der Badewanne NIEMALS unbeaufsichtigt im Wasser lassen dürfen – es besteht Lebensgefahr.

Schwimmen lernen: Wie sicher sind Schwimmhilfen?

Für die ersten Schwimmversuche werden häufig Schwimmhilfen eingesetzt. Allerdings gilt hier: Sie bieten keine Sicherheit und ersetzen nie die Aufsicht eines Erwachsenen. Generell werden sie eher zum ersten Kontakt und zur Gewöhnung an das Wasser verwendet und nicht zum Schwimmen lernen.

Poolnudeln oder Bretter können bei ein paar Schwimmübungen als Hilfe dienen. Wassertierchen hingegen sind rein zum Spaß gedacht. Hier können Gefahren lauern: Passen Sie zum Beispiel auf, dass Ihr Kind im Meer nicht abtreibt.

Von der Nutzung der „Kinderschwimmsitze“ rät die DLRG übrigens komplett ab: „Solche Schwimmhilfen verhindern den Kontakt zum Wasser, hemmen den natürlichen Bewegungsdrang und bieten vor allem eine trügerische Sicherheit. Denn was ist, wenn das Kind darin umfällt und keine Chance hat, sich selbst wieder aufzurichten?“

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