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Freitag, 22. Juni 2018
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Schwimmen lernen für Kinder

Kleinen Wasserratten bereitet das Planschen im kühlen Nass große Freude. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, sicherer schwimmen zu lernen. Wir verraten Ihnen alles, was Sie dabei wissen sollen.

Schwimmen lernen für Kinder
Schwimmen lernen macht Spaß - und Kinder sicher im Umgang mit dem Wasser
(c) iStockphoto/Imgorthand

Warum sollte mein Kind schwimmen lernen?

1.) Die motorische und emotionale Entwicklung wird gestärkt

Schwimmen wirkt sich positiv auf die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes aus. Denn im Wasser bekommt es die Möglichkeit, verschiedene Sinnes- und Bewegungserfahrungen zu machen.

Die motorische Geschicklichkeit wird beim Schwimmen gefördert, die Muskelkraft gestärkt und die Ausdauer trainiert. Das macht fit! „Schwimmen ist eine gesundheitsfördernde Sportart“, erklärt Achim Wiese von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG).

Emotional wird Ihr Kind durch den Prozess des Schwimmenlernens ebenfalls reifen: Es entwickelt ein neues Körperbewusstsein und erlebt Erfolge – das macht selbstbewusst.

2.) Schutz vor Unfällen: mehr Sicherheit im Wasser

Nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist das Ertrinken die zweithäufigste Art eines tödlich verlaufenden Unfalls bei Kindern. Die Zahl von Unfällen, die nicht tödlich enden, aber gesundheitliche Folgen haben, ist sogar noch höher. „Wasser übt auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Alleine aus Sicherheitsgründen sollten sie deshalb Schwimmen lernen. Um Ihr Kind bei Unfällen vor dem Ertrinken zu schützen, ist es wirklich wichtig, dass es mit dem Verhalten im Wasser vertraut ist“, sagt Wiese von der DLRG.

Ab wann kann mein Kind Schwimmen lernen?

„Eltern entscheiden selbst, wann ihr Kind soweit ist, das Schwimmen zu lernen. Im Vorschulalter sind die körperlichen Voraussetzungen meist erfüllt, deshalb gibt die DLRG an, dass Kinder etwa ab dem vierten Lebensjahr das Schwimmen lernen können“, so Wiese. Zuvor sind die motorischen Fertigkeiten meist noch nicht ausgeprägt genug: Entscheidend ist, dass Arm- und Beinbewegungen koordiniert werden können.

Häufig lernen Kinder das Schwimmen zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr. Pauschal lässt sich hier aber kein exaktes Alter bestimmen. Wann genau Ihr eigenes Kind dazu bereit ist, hängt ganz individuell von der Entwicklung ab. Richten Sie sich auch nach seinen persönlichen Bedürfnissen und Interessen, um den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Fest steht: Selbst wenn das Kind schon älter ist, lohnt es sich noch Schwimen zu lernen. Im Erwachsenenalter ist es sonst häufig schwerer, weiß der Experte von der DLRG: „Hier spielt der psychologische Faktor beim Schwimmen lernen eine Rolle. Die Hemmschwelle zu sagen ‚Ich kann nicht schwimmen und will es lernen’ ist dann einfach viel höher. Zu spät zum Schwimmen lernen ist es aber nie!

Wie lernen Kinder schwimmen?

Bereits ein paar Monate nachdem Ihr Nachwuchs auf der Welt ist, wird er beim Babyschwimmen die ersten Erfahrungen mit dem Wasser machen können. Auf spielerische Art erleben die Babys hier die verschiedenen Eigenschaften des Elements. Auch im Planschbecken oder in der Badewanne können Babys Wasserübungen machen. Solche ersten Kontakte werden als äußerst wichtig angesehen: Sie nehmen die Scheu, entspannen und stärken das Selbstvertrauen. Bitte beachten Sie, dass Sie Ihr Baby NIEMALS unbeaufsichtigt im Wasser lassen dürfen – es besteht Lebensgefahr.

Im Klein- und Kindergartenalter gibt es so genannte „Wassergewöhnungskurse“, bei denen Ihr Kind weitere Erfahrungen sammelt. Im Vor- und Grundschulalter erlernen Kinder dann in Schwimmkursen zuerst die Grundtechniken – Tauchen, Springen, Gleiten, Atmen – und schließlich auch das Brust- und Rückenschwimmen.

Sollte mein Kind einen Schwimmkurs besuchen oder kann ich ihm das Schwimmen selbst beibringen?

Um das Schwimmen zu lernen, ist ein Kurs keine Pflicht. Aber: Kinder lernen oft leichter, schneller und lieber, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen sind. Der Experte von der DLRG empfiehlt: „Bringen Sie Ihrem Kind das Schwimmen nicht selbst bei. Nutzen Sie den Schwimmbadbesuch lieber als Freizeitaktivität, in der Sie gemeinsam Spaß haben. Den tatsächlichen Unterricht sollten Sie jemand anderem überlassen. Am besten einem Lehrer, der zum Beispiel auch die richtige Atmung beherrscht.“

Der Schwimmlehrer kennt die richtige Technik und weiß, wie er sie Kindern verständlich vermittelt. Außerdem kann er als „Autoritätsperson“ zusätzlich dafür sorgen, dass Ihr Kind Sicherheitshinweisen und Baderegeln noch einmal genaue Beachtung schenkt. Generell sind natürlich Sie als Erziehungsberechtigter dafür zuständig, Ihrem Kind die Regeln zu verdeutlichen.

Ein guter Schwimmkurs findet in einer kleineren Gruppe statt und hat geschultes Personal als Lehrer, das gut, freundlich und professionell mit den Kindern umgehen kann. Viele Anbieter bieten Schnupperkurse an – nutzen Sie dieses Angebot.

Wenn Sie die korrekte Technik beherrschen, können Sie Ihrem Kind das Schwimmen auch selbst beibringen. Sollten Sie im Wasser aber eher unsicher sein, überlassen Sie das Schwimmtraining besser einem Profi. Selbstverständlich können Sie Ihr Kind in dem Prozess trotzdem begleiten und unterstützen.

Sie möchten Ihrem Nachwuchs das Schwimmen selbst beibringen? Dann sollten Sie Folgendes beachten:

  • Wichtig ist, dass Sie genügend Zeit einplanen und die nötige Geduld aufbringen. Ihr Kind wird das Schwimmen nicht sofort beherrschen.
  • Achten Sie vor Beginn der Schwimmübungen immer darauf, in welcher Verfassung sich Ihr Kind befindet. Wenn es zum Beispiel müde ist oder krank, wählen Sie lieber einen anderen Zeitpunkt.
  • Im besten Fall haben Sie es schon geschafft, Interesse für das Wasser zu wecken und Ihr Kind zeigt von alleine rege Begeisterung dafür, nun das Schwimmen zu lernen.
  • Besonders hilfreich sind spezielle Bücher mit Schwimmübungen, die Sie Ihrem Kind zeigen können.
  • Üben Sie keinen Druck aus und zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Schwimmen, wenn es Angst vor dem Wasser hat. Versuchen Sie die Angst lieber gemeinsam durch vorsichtiges Herantasten zu überwinden und Ihr Kind mit einem liebevollen Umgang zu begleiten. Negative Erfahrungen können sich hartnäckig im Gedächtnis festsetzen.

Wie lange dauert es, bis mein Kind schwimmen kann?

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einige Kinder sind ganz verrückt nach Wasser und wollen selbst so schnell wie möglich lernen. Andere sind weniger motiviert und müssen eher überredet werden, regelmäßig zum Schwimmunterricht zu gehen. Manchen fällt es vielleicht auch einfach ein bisschen schwerer als anderen – aber das ist kein Grund zur Sorge.

„In der Regel sind etwa 20 Schwimmstunden nötig, bis ein Kind sicher schwimmen kann. Darin inbegriffen sind zehn Stunden Wassergewöhnung und weitere zehn Stunden bis zur Absolvierung des Jugendschwimmabzeichens Bronze. Wenn Kinder schon an das Wasser gewöhnt sind, können sie auch direkt mit dem Schwimmkurs für das Abzeichen beginnen, dann sind in etwa noch zehn Schwimmstunden nötig“, sagt Wiese. 

Sollte mein Kind ein Schwimmabzeichen machen?

Ein Schwimmabzeichen ist ein besonderer Anreiz für einen Schwimmkurs. Wenn die Kinder ein Abzeichen wie das Seepferdchen als Ziel vor Augen haben, sind sie besonders motiviert und können wunderbar ihre ersten Erfolge feiern. „Wer eine Schwimmprüfung bestanden hat, ist stolz! Außerdem bringt so ein Abzeichen Sicherheit mit auf dem Weg. Alle Experten sind sich einig, dass die Anforderungen für das Jugendschwimmabzeichen Bronze die Voraussetzungen für sicheres Schwimmen sind“, so der DLRG-Sprecher. "Mit der bestanden Prüfung zum Seepferchen ist Ihr Kind hingegen noch kein Schwimmer", gibt Wiese zu beachten. Mit diesem Abzeichen kann sich das Kind zwar über Wasser halten, aber noch nicht sicher schwimmen. Der Experte warnt: "Lassen Sie Ihr Kind auch mit einem bestanden Seepferdchen nicht alleine im Wasser."

Um die Prüfung für ein Schwimmabzeichen abzulegen, ist ein Kurs nicht zwingend erforderlich, wird aber empfohlen.

Welche Schwimmabzeichen gibt es für Kinder?

Kinder können folgende Schwimmabzeichen absolvieren:

Seepferdchen (Frühschwimmer)

  • Sprung vom Beckenrand
  • 25 Meter Schwimmen
  • Kind muss einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser herausholen

Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer)

  • Sprung vom Beckenrand
  • Innerhalb von höchstens 15 Minuten müssen mindestens 200 Meter geschwommen werden
  • Ein Gegenstand muss einmal durch Tauchen in zwei Meter Wassertiefe herausgeholt werden
  • Sprung aus einem Meter Höhe oder Startsprung
  • Kind kennt die Baderegeln

Jugendschwimmabzeichen Silber

  • Startsprung
  • Innerhalb von höchstens 25 Minuten müssen mindestens 400 Meter geschwommen werden – 300 Meter in Bauch- und 100 Meter in Rückenlage
  • Ein Gegenstand muss zweimal durch Tauchen in zwei Meter Wassertiefe herausgeholt werden.
  • Das Kind muss ein zehn Meter Streckentauchen absolvieren
  • Sprung aus drei Meter Höhe
  • Kind kennt die Baderegeln und die Regeln zur Selbstrettung

Jugendschwimmabzeichen Gold (ab 9 Jahre)

  • Innerhalb von höchsten 24 Minuten müssen 600 Meter geschwommen werden.
  • Innerhalb von höchstens 1:10 Minuten müssen 50 Meter Brust geschwommen werden.
  • Ohne Armtätigkeit müssen 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung gemacht werden oder alternativ 50 Meter Rückenkraulschwimmen
  • Innerhalb von drei Minuten müssen drei Tauchringe aus einer Wassertiefe von etwa zwei Metern herausgeholt werden – in höchsten drei Tauchversuchen
  • 25 Meter Kraulschwimmen
  • 15 Meter Streckentauchen
  • Sprung aus drei Meter Höhe
  • 50 Meter Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
  • Kind kennt die Baderegeln
  • Kind kann bei Bade-, Boots- und Eisunfällen helfen (Selbst- und einfache Fremdrettung)

Wo finde ich einen geeigneten Schwimmkurs?

Schwimmkurse können beim Schwimm- oder Sportverein Ihrer Stadt oder Ihres Orts gemacht werden. Auch die DLRG bietet Kurse an. Informationen dazu bekommen Sie Im Internet oder in Ihrem Schwimmbad. Die Kurse sind meist nach Alter und Leistung eingestuft.

Welche Sicherheitshinweise muss ich beim Schwimmen mit Kindern beachten?

Erklären Sie Ihren Kindern, wie Sie sich im und am Wasser zu verhalten haben. „Die Baderegeln sind das A und O für einen richtigen Umgang. Kinder müssen wissen, was erlaubt und was gefährlich ist“, rät Wiese.

Die DLRG hat dafür Baderegeln kindgerecht veranschaulicht:

Die zehn wichtigsten Baderegeln für Kinder

 

„Beim Schwimmkurs und für die Schwimmabzeichen lernen Kinder noch weitere Sicherheitshinweise kennen. Eltern sind beim Schwimmen aber in der Verantwortung, auf Ihr Kind zu achten. Trotz Badeaufsicht haben Eltern immer die Aufsichtspflicht. Vernachlässigen Sie diese niemals!“, so der DLRG-Experte.

Wie sicher sind Schwimmhilfen?

Für die ersten Schwimmversuche werden häufig Schwimmhilfen eingesetzt. Allerdings gilt hier: Sie bieten keine Sicherheit und ersetzen nie die Aufsicht eines Erwachsenen. Generell werden sie eher zum ersten Kontakt und zur Eingewöhnung an das Wasser verwendet und nicht zum Schwimmen lernen.

Poolnudeln oder Bretter können bei ein paar Schwimmübungen als Hilfe dienen. Wassertierchen hingegen sind rein zum Spaß gedacht. Hier können Gefahren lauern: Passen Sie zum Beispiel auf, dass Ihr Kind im Meer nicht abtreibt.

Von der Nutzung der „Kinderschwimmsitze“ rät die DLRG übrigens komplett ab: „Solche Schwimmhilfen verhindern den Kontakt zum Wasser, hemmen den natürlichen Bewegungsdrang und bieten vor allem eine trügerische Sicherheit. Denn was ist, wenn das Kind darin umfällt und selbst keine Chance hat, sich selbst wieder aufzurichten?“

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017
Quellen: Bayerischer Schwimmverband e.V.: Kinder müssen schwimmen lernen! Informationen für Eltern, Erzieher und Lehrer, Broschüre abrufbar unter: www.bayerischer-schwimmverband.de Abruf: 11.08.16); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Abruf: 11.08.16); Online-Informationen der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.: www.dlrg.de (Abruf: 11.08.16)

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