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Reiseapotheke für den Urlaub mit Baby und Kind

Ob Pärchen mit Babybauch an Bord oder Familie mit Kindern – hier erfahren Sie, welche Medikamente und nützliche Ausstattung unbedingt in Ihre Reiseapotheke gehören.

Reiseapotheke für den Urlaub mit Baby und Kind
© iStock.com/hilllander

Die Reiseapotheke gehört in jeden Koffer. Gerade im Ausland kann es oft schwierig sein, an die richtigen Medikamente oder Verbandszeug zu kommen. Manche bei uns frei verkäuflichen Wirkstoffe sind in anderen Ländern verschreibungspflichtig und umgekehrt.

Zudem ist auch nicht in allen Ländern sichergestellt, dass im Arzneimittel auch wirklich das drin ist, was draufsteht. Und nicht alle Medikamente sind für Baby und Kind geeignet.

In diesem Artikel lesen Sie:

Reiseapotheke für Kinder

Eine Reiseapotheke speziell für Kinder ist nicht nötig, trotzdem sollte bei der Zusammenstellung berücksichtigt werden, dass Kinder mitreisen. Kleinere Unpässlichkeiten, die Blase am Fuß oder Kratzer kommen in den meisten Urlauben vor. Sie selbst können gut einschätzen, was in der Reiseapotheke Ihrer Kinder auf keinen Fall fehlen darf.

Kinder verletzen sich beispielsweise häufiger beim Toben und Spielen, fallen hin, schlagen sich ein Knie auf. Wunddesinfektion, eine gute Pinzette zum Entfernen von Splittern sowie Verbandsmaterial sind also in der Reiseapotheke für Kinder obligatorisch.

Achten Sie bei der Auswahl von frei verkäuflichen Medikamenten bitte unbedingt auf deren Eignung für Kinder. Nicht alle Wirkstoffe sind für sie empfehlenswert. Sie können sich dazu in der Apotheke und/oder von Ihrem Arztpraxis beraten lassen. Da manche Arzneimittel kühl gelagert werden müssen, ist es ratsam, vor Ort dafür Sorge zu tragen – gerade bei sehr warmen Temperaturen.

Wenn Ihr Kind regelmäßig Medikamente einnimmt, müssen diese natürlich in jedem Fall mit in die Reiseapotheke. Bitte beachten Sie dabei: Nicht alle Medikamente dürfen uneingeschränkt überall die Grenze mit Ihnen passieren.

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Reiseapotheke: Das sollte mit

In die Reiseapotheke gehören sowohl Medikamente, Salben und Zäpfchen als auch verschiedene Materialien. In Zeiten von Corona besonders wichtig: Mund-Nasen-Schutz und/oder FFP2-Maske sowie Händedesinfektion. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über die Vorschriften an Ihrem Urlaubsziel.

Materialien für die Reiseapotheke:

  • 2 Mullbinden zum Verbinden von Wunden
  • Pflaster in verschiedenen Größen (oder zum Abschneiden)
  • Verbandsschere
  • Pinzette (zum Entfernen von Zecken, Insektenstacheln, Splittern oder Quallen-Tentakeln)
  • Fieberthermometer
  • Moskitonetz bei Reisen in warme Gefilde
  • Mückenspray
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor speziell für Kinder
  • Sonnenhut mit breiter Krempe

Medikamente für die Reiseapotheke:

  • Wund-Desinfektionsmittel
  • Gel oder Salbe für Insektenstiche
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Erbrechen (Antiemetikum für Kinder ab sechs Monate)
  • Elektrolytlösung bei großem Flüssigkeitsverlust infolge von Durchfall und/oder Erbrechen
  • Paracetamol-Zäpfchen gegen Fieber (gewichtsbezogen geben)
  • Nasentropfen mit isotoner Kochsalzlösung
  • abschwellendes Nasenspray oder –tropfen (speziell für Kinder)
  • Wundheilsalbe für kleinere Verletzungen
  • kühlendes Gel für Sonnenbrand oder Hautreizungen
  • Gel-Kissen/Kompresse zur Kühlung bei Sonnenbrand, Insektenstichen oder kleineren Verletzungen
  • Zäpfchen gegen Reisekrankheit (für Kinder ab zwei Jahren, bitte Packungsbeilage beachten)
  • Mittel gegen Erkältung und Husten
  • eventuell für Kinder geeignete Kortison-Salbe
  • eventuell für Kinder geeignetes Antihistaminikum

Nehmen Sie, wenn Sie im Falle von Verletzungen umfangreich ausgestattet sein möchten, zusätzlich zur Reiseapotheke ein Erste-Hilfe-Set mit. Darin befinden sich Schere, Handschuhe und mehr Verbandsmaterialien, als man sie üblicherweise in der Reiseapotheke hat. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, führen Sie dieses Erste-Hilfe-Set ohnehin vorschriftsmäßig im Wagen mit. Achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum, sterile Materialien sollten regelmäßig ausgetauscht werden.

Für manche Medikamente wird ein Attest benötigt

Wichtig: Manche verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nicht in jedes Land einfach so eingeführt werden. Eventuell wird bei der Einreise kontrolliert, ob Sie diese nur zum Eigenbedarf mitführen. Das gilt zum Beispiel für Medikamente, die unter die Betäubungsmittel-Verschreibungsvordnung fallen. Für diese benötigen Sie eine beglaubigte, ärztliche Bescheinigung. Vordrucke können Sie auf der Website des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herunterladen:

Beim Fliegen in den Urlaub Druckausgleich beachten

Sollten Sie mit dem Flugzeug reisen, empfiehlt es sich, zum Druckausgleich für Babys und Kinder geeignete Nasentropfen aus Kochsalzlösung im Handgepäck mitzunehmen. Sie können Ihrem Kind den Druckausgleich erleichtern, indem Sie ihm vor der nächsten Druckänderung im Liegen Nasentropfen mit einfacher Kochsalzlösung in die Nase verabreichen.

Warten Sie, bis die Lösung durch die Nase in den Rachenraum gelaufen ist und Ihr Baby sie schluckt, bevor Sie es wieder aufrichten.

Reiseapotheke: Gut gerüstet für den Kontakt mit Quallen

Quallen kommen auch in den europäischen Meeren immer häufiger vor. Nach einem sehr unangenehmen Quallenkontakt können Sie die betroffene Stelle mit Meerwasser kühlen. Mögliche Tentakelreste entfernen Sie im Anschluss vorsichtig mit einer Pinzette, aber aus der trockenen Haut.

Vermeiden Sie Trockenrubbeln und Entfernen der Tentakeln aus der nassen Haut, denn dadurch geben sie zusätzlich Nesselgift ab. Lassen Sie die Stelle einfach an der Luft trocknen, bevor Sie die Tentakeln entfernen. Tragen Sie anschließend eventuell eine leichte Kortison-Salbe auf, sie wirkt antientzündlich und beruhigt.

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Was in die Reiseapotheke gehört, ist abhängig vom Reiseziel

Beim Urlaub an der Ostsee sind Sie mit anderen Bedingungen konfrontiert als beispielsweise bei einer Reise nach Thailand. In bestimmten Ländern sollten Sie zum Beispiel dem Mückenschutz mehr Aufmerksamkeit widmen, denn manche Mücken können gefährliche Krankheiten übertragen und machen auch vor Baby und Kind nicht Halt. Nehmen Sie deshalb lieber etwas mehr mit, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Für Reisen in medizinisch nicht so gut aufgestellte Länder bietet das Bundesgesundheitsministerium online eine Liste mit Vorschlägen für die Bestückung der Reiseapotheke an.

Reiseapotheke für tropische Länder

Wenn Sie in ein tropisches Land reisen, in dem Mücken Malaria übertragen, empfiehlt es sich, für Kinder und Erwachsene entweder eine Malaria-Prophylaxe (bei Reisen in Gebieten mit hohem Risiko) einzunehmen oder ein sogenanntes Stand-by-Medikament in die Reiseapotheke zu packen. Dieses kann bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung eingenommen werden. Für Kinder ab einem Körpergewicht von fünf Kilogramm eignen sich abhängig vom Gewicht die Wirkstoffe Mefloquin, Atoquavon/Proguanil sowie Chloroquin. Bitte lassen Sie sich vor Reiseantritt unbedingt ausführlich dazu beraten.

Ein wichtiger Mückenschutz ist nach einem Moskitonetz und langer Kleidung das Mückenspray. Am wirksamsten sind Mittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET), Tropeninstitute empfehlen sie für die Anwendung in den Tropen. Allerdings hat DEET auch zahlreiche Nebenwirkungen, unter anderem können je nach Konzentration Hautreizungen und Hautblasen und sogar Zellschädigungen der Haut auftreten. Es ist für kleine Kinder nicht geeignet und sollte auch bei älteren Kindern ab acht Jahre nur kleinflächig aufgetragen werden.

Für Kinder ab zwei Jahre empfiehlt sich Mückenspray mit dem Wirkstoff Icaridin. Es ist etwas teurer als solches mit DEET, aber weniger aggressiv.

Reiseimpfungen

Mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke gehen Sie auf Nummer sicher. Achten Sie aber auch auf die Impfempfehlungen für Ihr Reiseland. Ihr*e Ärztin*Arzt berät Sie diesbezüglich und kann Ihnen sagen, welche Impfungen für Kinder auf Reisen sinnvoll sind.

Platz sparen in der Reiseapotheke

Platz sparen Sie zum Beispiel, indem Sie nicht immer die ganze Schachtel mitnehmen, sondern nur die Tablettenstreifen. Achten Sie darauf, dass Tabletten noch im Streifen und nicht herausgedrückt sind, dann dürfen Sie diese auch mit ins Handgepäck nehmen. Legen Sie zur Sicherheit den Beipackzettel bei.

Auf eine Wunde pusten? Lieber nicht!

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