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Homöopathie für Kinder

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 30. August 2017

Homöopathie ist bei Eltern sehr beliebt. Der Einsatz homöopathischer Mittel bei Kindern ist 200 Jahre nach seiner Entdeckung beliebter als je zuvor.

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Homöopathische Mittel werden Kindern häufig als Globuli verabreicht
© iStock.com/PicLeidenschaft

Homöopathie genießt in der Bevölkerung großes Vertrauen und gilt als sanft und nebenwirkungsarm. Dies dürfte ein Grund dafür sein, warum Homöopathie gerade bei Kindern so häufig eingesetzt wird. Die Langzeit-Studie KiGGS des Robert Koch-Institutes zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat ergeben, dass homöopathische Mittel besonders häufig bei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, am seltensten bei den 14- bis 17-Jährigen angewendet werden. Homöopathie ist - gerade für Kinder - aber auch viel diskutiert und nicht unumstritten.

Was ist Homöopathie?

Der Grundsatz der Homöopathie lautet "Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden". Die Homöopathie besagt, dass Krankheiten durch Wirkstoffe in geringer Dosis behoben werden können, die in hoher Dosis beim gesunden Menschen dasselbe Krankheitsbild hervorrufen würde. Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der der Mensch als Ganzes betrachtet und behandelt wird und eine Behandlung, die sich nur auf die Symptome fokussiert, ausschließt.

Homöopathische Medikamente werden eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen und zu stärken. Sie werden schon immer nach dem gleichen Prinzip der Potenzierung hergestellt: Extrakte bestimmter Substanzen werden verdünnt und verschüttelt (potenziert). Dabei schwächt die Verdünnung die Wirkung nicht ab, sondern soll sie verstärken.

Es gibt verschiedene Arten von Potenzen:

Die D-Potenzen werden jeweils in einem Verhältnis 1:10 verdünnt, C-Potenzen in einem Verhältnis 1:100 sowie LM- und Q-Potenzen in einem Verhältnis 1:50.000.

So wird zum Beispiel für eine D-Potenz der Ausgangstoff (Urtinktur) im Verhältnis 1:10 verdünnt und mit einer festgelegten Anzahl an Schlägen geschüttelt. So entsteht die Potenz D1, welche wiederum für den nächsten Potenzierungsschritt der Ausgangsstoff ist.

Anwendungsgebiete der Homöopathie bei Kindern

Hauptanwendungsgebiete der homöopathischen Mittel waren Erkältung mit Schnupfen (10,9 %) und Husten (7,0 %). Aus Sicht der Homöopathie kann das richtige, individuell gewählte Mittel zu einer Stabilisierung des Immunsystems und damit zur Vorbeugung von Krankheiten beitragen – ein Effekt, den viele Eltern für ihre Kinder nutzen wollen. Entsprechend wurden immerhin 8,2 Prozent der Mittel vorbeugend gegeben.

Einsatzgebiete der Homöopathie bei Kindern können unter anderem sein:

  • Seelische Probleme: Angst, Unruhe , Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme
  • Magen-Darm-Bereich: Magen-Darm-Infekt, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen
  • Atemwege: Erkältung, Husten, Schnupfen, Mandelentzündung, Asthma bronchiale
  • Haut und Haare: Neurodermitis, Akne, Ekzeme, Warzen, Schuppenflechte, Kopfschuppen, Haarausfall
  • Schmerzen: Zahnungsscherzen, Bauchschmerzen

Beispiele für homöopathische Mittel und was es jeweils ist:

  • Sepia - Gemeiner Tintenfisch
  • Belladonna - Tollkirsche
  • China - Chinarindenbaum oder Fieberbaum
  • Coffea - Kaffee
  • Bryonia - Weiße Zaunrübe
  • Aconitum - Eisenhut
  • Phosphorus - Gelber Phosphor
  • Gelsemium - Gelber Jasmin
  • Nux vomica - Brechnuss
  • Sulfur - Schwefel
  • Carbo vegatabilis - Holzkohle

Homöopathika gibt es in verschiedenen Darreichungsformen als Tropfen, Tabletten, Globuli, Injektionslösungen, Salben, Zäpfchen, Nasen- und Augentropfen. Kindern werden häufig Globuli gegeben. Homöopathika mit niedrigen Potenzen bis D12 werden vorwiegend bei akuten Erkrankungen verwendet. Diese sind auch zur Selbstmedikation und Gabe bei Kindern geeignet. Homöopathika mit hohen Potenzen ab D/C30 werden bei chronischen Erkrankungen eingesetzt. Diese sollten nicht in der Selbstmedikation angewendet werden, sondern nur nach ärztlicher Verschreibung und unter Aufsicht.

Eltern sollten die  Homöopathie nicht als ausschließliche Therapie bei ihren Kindern anwenden, wenn Organe oder Organstrukturen schwer geschädigt sind, akute lebensbedrohliche Zustände auftreten, operationspflichtige Befunde vorliegen oder schwere neurologische Erkrankungen bestehen.

Kosten der Homöopathie

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für homöopathische Mittel für Kinder, wenn sie von einem Arzt verordnet wurden.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 30. August 2017
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