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Finanzielle Unterstützung für Erziehende

Unterhalt: Kindesunterhalt nach Trennung

Leben die Eltern eines Kindes getrennt, muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, normalerweise monatlichen Unterhalt zahlen. Wie hoch dieser ausfällt, dafür gibt es laut Düsseldorfer Tabelle gesetzlich festgelegte Grenzen.

Unterhalt: Kindesunterhalt nach Trennung oder Scheidung
Nach einer Trennung ist die finanzielle Unterstützung durch Unterhalt für das Kind in Deutschland gesetzlich geregelt.
© iStock.com/Kerkez

Lebt das Kind nach Trennung oder Scheidung überwiegend nur bei einem Elternteil, hat dieser Anspruch auf Zahlung von Kindesunterhalt. Der Unterhalt muss jeden Monat im Voraus bis mindestens zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt werden. Darüber hinaus gilt auch für volljährige Kinder eine Unterhaltspflicht, wenn diese nicht über ein eigenes Einkommen verfügen. Grundlage für die Berechnung des Kindesunterhalts ist in Deutschland die Düsseldorfer Tabelle.

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Düsseldorfer Tabelle: Richtlinien für Höhe des Unterhalts

Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle stellt zwar keine gesetzliche Grundlage, aber eine Richtlinie zur Höhe des Unterhaltsbedarfs dar. Herausgegeben wird sie vom Oberlandesgericht Düsseldorf, das die Düsseldorfer Tabelle regelmäßig mit Richtern anderer Oberlandesgerichte sowie der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e. V. abstimmt. In der Düsseldorfer Tabelle werden Abstufungen nach den erzielten Einkünften sowie dem Alter eines Kindes vorgenommen. Grundsätzlich gilt: Je höher das monatliche Nettoeinkommen eines Unterhaltpflichtigen und je älter ein Kind ist, desto höher fällt der berechnete Unterhalt aus.

Kommt ein Elternteil seiner Verpflichtung, Unterhalt zu leisten, nicht nach, hat der andere Teil die Möglichkeit, einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt oder der Unterhaltsvorschussstelle zu beantragen.

Selbstbehalt beim Unterhalt

Der sogenannte Selbstbehalt ist der notwendige Eigenbedarf eines Unterhaltspflichtigen. Er sagt aus, welche Summe dem Elternteil zur Verfügung stehen muss, um die eigenen Bedürfnisse zu decken (Existenzminimum). Bis zu dieser Grenze bleibt das monatliche Einkommen des Unterhaltspflichtigen "unangetastet", die Summe wird zur Berechnung des Kindesunterhalts von seinem Nettoeinkommen abgezogen.

Alles, was über den Selbstbehalt hinaus geht, fließt in die Berechnung des Unterhalts mit ein. Im Jahr 2020 liegen die Grenzen dieses notwendigen Eigenbedarfs laut Düsseldorfer Tabelle bei:

  • 960 Euro beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen
  • 1.160 Euro beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen

für minderjährige oder volljährige Kinder bis zum 21. Lebensjahr, die sich noch in der allgemeinen Schulbildung befinden und im Haushalt des anderen Elternteils leben.

In diesen Beträgen enthalten ist eine angenommene Summe von 430 Euro für die Warmmiete (Miete plus Nebenkosten und Heizung). Der Selbstbehalt kann steigen, wenn der Unterhaltspflichtige nachweist, dass seine tatsächlichen Kosten höher (aber immer noch angemessen) sind.

Hat ein Unterhaltspflichtiger volljährige Kinder, die über 21 Jahre alt sind und sich noch in der Ausbildung befinden, steigt sein Selbstbehalt. Dieser sogenannte angemessene Eigenbedarf liegt ab Januar 2020 bei 1.400 Euro monatlich inklusive Warmmiete in Höhe von 550 Euro.

Bedarfskontrollbetrag

Der in der Düsseldorfer Tabelle festgeschriebene Bedarfskontrollbetrag kommt dann zum Tragen, wenn jemand mehrere Unterhaltspflichten hat. Er liegt höher als der Selbstbehalt und steigt mit dem Einkommen. In erster Linie dient der Bedarfskontrollbetrag dem Ausgleich zwischen einem Unterhaltspflichtigen und den Forderungen an ihn. Die Gesamtunterhaltsforderungen dürfen den Bedarfskontrollbetrag nicht überschreiten. Ist das doch der Fall, wird der Unterhaltspflichtige zu seiner Entlastung in die nächstniedrigere Einkommensstufe eingruppiert.

Unterhalt für ein Kind berechnen

Bei der Berechnung des Unterhalts orientiert man sich in Deutschland an der Düsseldorfer Tabelle. Grundsätzlich gilt: Je mehr ein Unterhaltspflichtiger verdient, desto größer ist auch die Summe, die er an Unterhalt leisten muss. Dazu kommt eine Staffelung nach dem Alter des Kindes: Je älter ein Kind ist, desto mehr Geld benötigt der Elternteil, bei dem es lebt, zur Erfüllung seiner Bedürfnisse – desto höher ist der Anspruch an Kindesunterhalt.

Um den Unterhalt für ein Kind berechnen zu können, ist das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen entscheidend. Dazu gehören aber nicht nur Einkünfte aus regulärem Lohn oder Gehalt, sondern auch andere Einkommen, zum Beispiel aus Pensionen, Renten, Vermietung, Verpachtung oder Kapitaleinkünften. Auch Überstunden werden dem Einkommen zugerechnet. Einmalige Zahlungen wie Provisionen oder Abfindungen werden auf das gesamte Jahr umgelegt.

Bei Selbstständigen, die nicht über gleiche monatliche Einkünfte verfügen, wird das durchschnittliche Einkommen aus den letzten drei Jahren zur Berechnung des Unterhalts für ihr Kind zugrundegelegt.

Der Mindestunterhalt bei einem Einkommen bis netto monatlich 1.900 Euro liegt derzeit (Stand: 2020) bei 369 Euro für Kinder bis fünf Jahre, 424 Euro für Kinder zwischen sechs und elf Jahre, 497 Euro für Kinder zwischen zwölf und 17 Jahre und 530 Euro für Kinder ab 18 Jahren.

Unterhalt ab 18

Der Unterhaltsanspruch eines Kindes erlischt nicht automatisch mit seinem 18. Geburtstag, denn auch volljährige Kinder haben einen Anspruch auf Unterhalt, wenn sie sich noch in einer Berufsbildung oder im Studium befinden. Laut Düsseldorfer Tabelle bemisst sich der Unterhalt für sie nach Altersstufe 4, sofern sie noch im Haushalt des erziehenden Elternteils leben. Verfügen sie über einen eigenen Haushalt, liegt ihr Bedarfssatz bei 860 Euro monatlich.

Erzielt das Kind ein eigenes Einkommen, zum Beispiel in Form einer Ausbildungsvergütung, wird dieses nach Abzug von 100 Euro monatlich für ausbildungsbezogenen Mehraufwand mit dem Kindesunterhalt verrechnet.

Zwar ist der zu zahlende Unterhalt für ein Kind ab 18 Jahre höher als der für jüngere Kinder, der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen steigt aber auch auf 1.400 Euro beim Erwerbstätigen. Der Bedarfskontrollbetrag kann sich auf bis zu 2.100 Euro erhöhen.

Kindesunterhalt und Steuern

Den Unterhalt für ein Kind können Eltern nur unter bestimmten Umständen steuerlich geltend machen. Trotzdem haben Eltern gewisse Steuervorteile: So erhalten sie beispielsweise entweder den Kinderfreibetrag oder Kindergeld für die Sicherung des Existenzminimums ihres Kindes.

Unterhalt für ein volljähriges Kind über 25 Jahre in Berufsausbildung (wenn Kindergeld und Kinderfreibetrag wegfallen) lässt sich als "außergewöhnliche Belastung" in Höhe von bis zu 9.168 Euro jährlich von der Steuer absetzen. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind maximal 624 Euro im Jahr verdient. Alles darüber Hinausgehende wird verrechnet.

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