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Gilt bis nach der Geburt

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Der Kündigungsschutz in der Schwangerschaft gilt für alle schwangeren Frauen in einem Beschäftigungsverhältnis – er reicht sogar bis in die Elternzeit. Doch wie lange gilt der Kündigungsschutz, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welche Ausnahmen gibt es?

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft
Schwangere brauchen sich um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen zu machen: Für sie besteht Kündigungsschutz in der Schwangerschaft.
© Getty Images/PeopleImages

Der Kündigungsschutz in der Schwangerschaft ist für alle Unternehmen unabhängig von der Betriebsgröße und der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Schwangeren verbindlich. Voraussetzung ist ein Beschäftigungsverhältnis, unabhängig davon, ob die Schwangere Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, geringfügig oder befristet beschäftigt ist. Während der Probezeit gilt für Schwangere ebenfalls ein Kündigungsverbot.

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Voraussetzungen für Kündigungsschutz

Im Mutterschutzgesetz ist der Kündigungsschutz von Schwangeren geregelt (§ 9 MuSchG). Unter folgenden Voraussetzungen gilt der Kündigungsschutz:

  • Der Arbeitgeber wusste zum Zeitpunkt der Kündigung von der Schwangerschaft.
  • Wusste der Arbeitgeber nichts von der Schwangerschaft, kann die Schwangere bis zu zwei Wochen nach Zugang der Kündigung ihre Schwangerschaft mitteilen, ein einigen Fällen auch darüber hinaus.

Hat die Schwangere lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis, läuft dieses mit dem Ende der Vertragsdauer ganz normal aus, als wäre sie nicht schwanger. Hier gibt es keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung des Vertrages. Natürlich kann der Vertrag trotzdem verlängert werden.

Die Kündigungsschutzfrist gilt von Beginn der Schwangerschaft an bis zu vier Monate nach der Geburt. Das gilt auch für Frauen nach einer Fehlgeburt oder stillen Geburt.

Vorsicht bei Aufhebungsverträgen

Vorsicht ist geboten, wenn der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag anbietet. Denn wenn dieser von der Schwangeren unterschrieben wird, ist er trotz Schwangerschaft gültig – schließlich handelt es sich nicht um eine Kündigung, sondern um eine Aufhebung im beiderseitigen Einverständnis.

Möchte eine Schwangere oder frisch gebackene Mutter von sich aus das Arbeitsverhältnis beenden, muss sie das Kündigungsverbot nicht beachten. Sie hat das Recht auf ganz normale Kündigung unter Berücksichtigung der in ihrem Arbeitsvertrag vereinbarten Kündigungsfrist. Selbstverständnis kann sie auch von sich aus einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen.

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Kündigungsschutz gilt auch in der Elternzeit

Auch während der Elternzeit gilt ein besonderer Kündigungsschutz – und zwar für Mütter und Väter. Die Schutzfrist gilt während der gesamten Elternzeit und beginnt eine Woche vor der Anmeldefrist, also:

  • 8 Wochen bei Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes, oder
  • 14 Wochen bei Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes.

Ausnahmen vom Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Unter bestimmten, streng geregelten Voraussetzungen ist eine Kündigung während der Schwangerschaft bis zu vier Monate nach der Entbindung zulässig. Der Grund für die Kündigung darf dabei nicht im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Entbindung stehen. Vorstellbar wäre das, wenn der Beschäftigungsbetrieb aufgelöst (Insolvenz) oder die Betriebsstätte verlagert wird.

Die Hürden für den Arbeitgeber sind hierbei hoch und daher ist diese Sonderkündigung äußerst selten, weil es meist nicht gelingt, einen von der Schwangerschaft unabhängigen Kündigungsgrund nachzuweisen. Es muss zudem bei der zuständigen Aufsichtsbehörde ein Antrag eingereicht und von dieser bewilligt werden, sonst ist die Kündigung nicht rechtskräftig.

Nur in absolutem Ausnahmefall und schwerem Fehlverhalten (wie Diebstahl) kann der Kündigungsschutz ausgehebelt werden.

Schikane am Arbeitsplatz – was tun?

Leider sehen es nicht alle Arbeitgeber gerne, wenn eine Mitarbeiterin schwanger wird. Viele haben die Befürchtung, dass eine Schwangere nicht mehr so produktiv arbeiten kann wie eine Nicht-Schwangere. Zudem muss während des Mutterschutzes und eventuell während der Elternzeit die Stelle der Schwangeren neu besetzt werden. Damit verbunden ist Aufwand, den nicht jeder Arbeitgeber gerne hat.

So unangenehm es ist, Schwangere sollten Schikane aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht auf sich beruhen lassen. Stress und negative Gefühle übertragen sich auch auf das Kind im Bauch. Werden Vorschriften des Mutterschutzgesetzes nicht eingehalten, kann sich eine Schwangere an den Betriebsrat oder das Amt für Arbeitsschutz wenden – je nachdem, wer in ihrer Region und in ihrem Betrieb zuständig ist.

Auf keinen Fall sollten Schwangere gegen ihren Willen Arbeiten verrichten, die ihr Kind gefährden könnten, also schwere Lasten tragen oder mit belastenden Substanzen hantieren. Keine Schwangere muss solche Arbeiten verrichten, auch wenn der Arbeitgeber es will. Unter Umständen gilt hier ohnehin ein Beschäftigungsverbot.

Kündigung trotz Kündigungsschutz – was tun?

Bei einer verbotswidrigen Kündigung im Mutterschutz haben Schwangere bis zu drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Zeit, Klage beim zuständigen Arbeitsgericht einzureichen. Die Klage kann durch die betroffene Schwangere selbst oder einen Prozessbevollmächtigten (Rechtsanwalt) mündlich oder schriftlich eingereicht werden.

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