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Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 26. April 2018

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft gilt für alle abhängig beschäftigen schwangeren Frauen - und zwar während der gesamten Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung. Nur in absolutem Ausnahmefall und schwerem Fehlverhalten (wie Diebstahl) kann der Kündigungsschutz ausgehebelt werden. Schwangere sollten unter keinen Umständen einen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Kündigungsschutz in der Schwangerschaft
Schwangere brauchen sich um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen zu machen: Für sie besteht Kündigungsschutz in der Schwangerschaft
© iStock/Wavebreakmedia

Der Kündigungsschutz in der Schwangerschaft ist für alle Unternehmen unabhängig von der Betriebsgröße und der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Schwangeren verbindlich. Während der Probezeit gilt für Schwangere ebenfalls ein Kündigungsverbot.

Im Mutterschutzgesetz ist der Kündigungsschutz von Schwangeren geregelt (§ 9 MuSchG). Unter folgenden Voraussetzungen gilt der Kündigungsschutz:

  • Der Arbeitgeber wusste zum Zeitpunkt der Kündigung von der Schwangerschaft.
  • Wusste der Arbeitgeber nichts von der Schwangerschaft, kann die Schwangere bis zu zwei Wochen nach Zugang der Kündigung ihre Schwangerschaft mitteilen, ein einigen Fällen auch darüber hinaus.

Hat die Schwangere lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis, läuft dieses mit dem Ende der Vertragsdauer ganz normal aus, als wäre sie nicht schwanger. Hier gibt es keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung des Vertrages. Natürlich kann der Vertrag trotzdem verlängert werden.

Vorsicht ist geboten, wenn der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag anbietet. Denn wenn dieser von der Schwangeren unterschrieben wird, ist er trotz Schwangerschaft auch gültig – schließlich handelt es sich nicht um eine Kündigung, sondern um eine Aufhebung im beiderseitigen Einverständnis.

Möchte eine Schwangere oder frisch gebackene Mutter von sich aus das Arbeitsverhältnis beenden, muss sie das Kündigungsverbot nicht beachten. Sie hat das Recht auf ganz normale Kündigung unter Berücksichtigung der in ihrem Arbeitsvertrag vereinbarten Kündigungsfrist.

Ausnahme vom Kündigungsschutz in der Schwangerschaft

Unter bestimmten, streng geregelten Voraussetzungen ist eine Kündigung während der Schwangerschaft bis zu vier Monate nach der Entbindung zulässig. Der Grund für die Kündigung darf dabei nicht im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Entbindung stehen. Vorstellbar wäre das, wenn der Beschäftigungsbetrieb aufgelöst wird (Insolvenz) oder wenn die Schwangere sich ein grobes Fehlverhalten (zum Beispiel Diebstahl) geleistet hat. Die Hürden für den Arbeitgeber sind hierbei hoch und daher ist diese Sonderkündigung äußerst selten, weil es meist nicht gelingt, einen von der Schwangerschaft unabhängigen Kündigungsgrund nachzuweisen. Es muss zudem bei der zuständigen Aufsichtsbehörde ein Antrag eingereicht und von dieser bewilligt werden.

Schikane am Arbeitsplatz – was tun?

Leider sehen es nicht alle Arbeitgeber gerne, wenn eine Mitarbeiterin schwanger wird. Viele haben die Befürchtung, dass eine Schwangere nicht mehr so produktiv arbeiten kann wie eine Nicht-Schwangere. Zudem muss während des Mutterschutzes und eventuell während der Elternzeit die Stelle der Schwangeren neu besetzt werden. Damit verbunden ist Aufwand, den nicht jeder Arbeitgeber gerne hat.

So unangenehm es ist, Schwangere sollten Schikane aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht auf sich beruhen lassen. Sie trägt für ihr Kind die Verantwortung und Stress und negative Gefühle übertragen sich auch auf das Kind im Bauch. Werden Vorschriften des Mutterschutzgesetzes nicht eingehalten, kann sich eine Schwangere an den Betriebsrat oder das Amt für Arbeitsschutz wenden – je nachdem, wer in ihrer Region und in ihrem Betrieb zuständig ist. Auch ein Anwalt kann mit der Wahrnehmung der Rechte der Schwangeren beauftragt werden. Hier sollte man sich allerdings klarmachen, dass dies zunächst mit Kosten verbunden ist.

Auf keinen Fall sollten Schwangere gegen ihren Willen Arbeiten verrichten, die ihr Kind gefährden könnten, also schwere Lasten tragen oder mit belastenden Substanzen hantieren. Keine Schwangere muss solche Arbeiten verrichten, auch wenn der Arbeitgeber es will.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 26. April 2018
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