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Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 01. Januar 2018

Schwangere bedürfen besonderen Schutzes, das ist auch im Mutterschutzgesetz geregelt. Es kann daher vom Arzt per Attest ein Beschäftigungsverbot erteilt werden, wenn Leben von Mutter und Kind bei weiterer Beschäftigung gefährdet sind.

Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft
Ist das Wohl des Kindes etwa durch zu viel Stress am Arbeitsplatz gefährdet, kann ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft vom Arzt erteilt werden
© iStock.com/Yuri_Arcurs

Ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft kann individuell - also per Attest vom Arzt - oder generell greifen. Während das individuelle Beschäftigungsverbot je nach Situation der einzelnen Schwangeren erteilt werden kann, ist das generelle Beschäftigungsverbot grundsätzlich gültig. Es betrifft bestimmte Arbeiten, die eine Schwangere nicht mehr ausführen darf. 

Das individuelle Beschäftigungsverbot kann auch teilweise erfolgen, sodass zum Beispiel die Arbeitszeit der Schwangeren reduziert wird.

Beispiel für ein teilweises individuelles Beschäftigungsverbot:

Eine Schwangere ist an ihrer Arbeitsstelle großem Druck und dauerhaftem Stress ausgesetzt. Sie leidet seit einiger Zeit unter einem harten Bauch. Als sie in der 20. Schwangerschaftswoche plötzlich leichte Blutungen bekommt, erteilt der Arzt ein teilweises Beschäftigungsverbot. Statt wie bisher acht Stunden täglich arbeitet die Schwangere nun nur noch vier Stunden am Tag.

Generelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft dürfen Frauen bestimmte Arbeiten generell nicht verrichten. Dazu gehören:

  • Arbeiten, bei denen die Schwangere großem Lärm, Erschütterungen oder schädlichen Stoffen wie Farben, Gasen, Dämpfen oder Hitze/Kälte ausgesetzt ist
  • regelmäßiges Tragen schwerer Lasten (zum Beispiel in einer Fabrik, aber auch bei im Bereich der Pflege)
  • körperliche Arbeit, bei der man sich häufig strecken, beugen oder hocken muss
  • ständiges Stehen (mehr als vier Stunden täglich) ab dem fünften Schwangerschaftsmonat
  • Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo oder Akkordarbeit
  • Bedienen von Maschinen mit überwiegender Fußbedienung (also auch Taxi, Bus)
  • Schälen von Holz
  • Arbeit auf Beförderungsmitteln (ab dem dritten Schwangerschaftsmonat)
  • Arbeiten mit erhöhter Unfallgefahr

Mehrarbeit ist Schwangeren grundsätzlich nicht gestattet. Auch Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr dürfen Schwangere nicht verrichten. An Sonn- und Feiertagen dürfen Schwangere ebenfalls nicht beschäftigt werden.

Ab Januar 2018 soll es jedoch an Sonn- und Feiertagen kein Beschäftigungsverbot mehr gegen den Willen der Schwangeren geben. Für Arbeiten zwischen 20 und 22 Uhr soll ein behördliches Genehmigungsverfahren eingeführt werden. In die Entscheidungsprozesse sollen auch branchenübliche Prozesse mit einbezogen werden.

Lohnfortzahlung für Schwangere bei Beschäftigungsverbot

Bei einem generellen oder individuellen Beschäftigungsverbot hat die Schwangere einen Anspruch auf Weiterzahlung ihres Lohnes oder Gehaltes. Die Höhe muss mindestens dem Durchschnittsentgelt der vergangenen 13 Wochen oder dem Entgelt drei Monate vor Bekanntmachung der Schwangerschaft entsprechen. Bei einem anteiligen Beschäftigungsverbot werden Lohn oder Gehalt ebenfalls weiter in vollem Umfang ausgezahlt.

Für den Arbeitgeber bedeutet die Lohnfortzahlung für Schwangere bei Beschäftigungsverbot keine zusätzliche Belastung, denn er bekommt die Lohn- oder Gehaltkosten sowie die Sozialversicherungsbeiträge im vollen Umfang von der Krankenkasse der Schwangeren erstattet. Das ist im Aufwendungsausgleichsgesetz geregelt.

Wird eine Schwangere krank, erhält sie ganz normal die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - wie eine Nichtschwangere. Bis zu sechs Wochen Krankschreibung bekommt die werdende Mutter Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, danach erhält sie Krankengeld.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 01. Januar 2018
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