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Babysitter finden: Checkliste & Tipps zur Babysittersuche

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2018

Wie Sie für Ihr Kind einen Babysitter finden? Wir verraten Ihnen, was Sie bei der Suche nach einer Kinderbetreuung beachten müssen, um Ihr Baby in den besten Händen zu wissen. Hier kommen unsere Tipps für die Suche nach einem Babysitter.

Babysitter finden: Checkliste & Tipps zur Babysittersuche
Den passenden Babysitter finden - dafür brauchen Sie Zeit und Geduld
(c) iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz

Sie haben einen wichtigen Termin, das Kind kann aber nicht mit? Sie sind beide berufstätig und brauchen jemanden, der einspringt, wenn Sie nicht pünktlich aus dem Büro kommen? Oder Sie sehnen sich einfach mal wieder nach ein paar trauten Stunden zu zweit? Egal, aus welchen Gründen: Früher oder später brauchen viele Elternpaare Hilfe. Und dann stellen sich alle die gleiche Frage: Wie finde ich einen zuverlässigen Babysitter, dem ich das Wertvollste in meinem Leben anvertrauen kann?

Tipps für die Liebe mit Baby

Babysitter finden: Die sechs besten Tipps

Die erste Hürde bei der Babysittersuche: WO finde ich den besten Aufpasser? Planen Sie für Ihre Babysittersuche ein wenig Zeit ein – wahrscheinlich wird es etwas dauern, bis Sie den richtigen Kandidaten für diesen Job gefunden haben.

1. Familienbande stärken

Fragen Sie Ihre Verwandten, ob sie ab und zu als Babysitter aushelfen können. Die Großeltern bieten sich meist gerne als „Ersatzeltern“ an und freuen sich, wenn sie Zeit mit dem Enkelkind verbringen dürfen. Auch Ihre Geschwister könnten sich als potenzielle Babysitter entpuppen. Genau wie deren Kinder: Sie dürfen ab einem Alter von 13 Jahren auf Ihren Nachwuchs aufpassen und damit ihr Taschengeld aufbessern. Zwischen 13 bis 15 Jahren können Kinder zwischen 8 und 18 Uhr babysitten, ab dem Alter von 15 Jahren bis 20 Uhr. Bei einem minderjährigen Babysitter müssen dessen Eltern mit der Tätigkeit einverstanden sein.

2. Freundschaften pflegen

Haben Sie eine Freundin, die ebenfalls Kinder hat? Wie wäre es, wenn Sie sich gegenseitig unter die Arme greifen und abwechselnd den Babysitter für alle Kinder spielen? Ebenfalls wertvoll: Die Empfehlungen der Bekannten. Fragen Sie in Ihrem Kreis nach, ob jemand einen guten Babysitter kennt. Sprechen Sie ruhig andere Eltern im Babyschwimmkurs oder auf dem Spielplatz an – möglicherweise haben die einen guten Babysitter in petto.

3. Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen

Sie haben Nachbarn mit Kindern? Prima. Fragen Sie nach Hilfe oder Rat. Auch ältere Menschen können geeignete Babysitter für Ihr Kind sein. Senioren freuen sich häufig über Gesellschaft. Achten Sie darauf, dass sie mental und körperlich dazu in der Lage sind, mit Ihrem Kind umzugehen und in Notsituationen reagieren zu können.

4. Fachkräfte anfragen

Angehende Erzieherinnen oder Krankenpflegerinnen verdienen sich während der Ausbildung gerne etwas Geld als Babysitter dazu. Ihr Vorteil: Die Kräfte sind meist sehr qualifiziert. Verzichten Sie dennoch nicht darauf, sie auf ihre Eignung, Sympathie und Umgang mit dem Kind zu prüfen. Mögliche Babysitter-Gesuche finden Sie zum Beispiel an schwarzen Brettern von Hochschulen oder Betreuungseinrichtungen.

5. Anzeigen durchsuchen

Ob Kindergarten, -arzt oder Supermarkt – Sie haben die Möglichkeit, entweder selbst einen Aushang mit der Suche nach einem Babysitter zu machen oder auf ein vorhandenes Gesuche zu reagieren. Entsprechende Anzeigen finden Sie unter den Kleinanzeigen Ihrer Lokalzeitung.

6. Internet durchstöbern

Im Internet gibt es zahlreiche Kleinanzeigen mit Babysitter-Angeboten und Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Dienstleistungen zu vermitteln. Prüfen Sie vorher genau, ob eine solche Agentur seriös ist und Ihren Wünschen entspricht. Es können beispielsweise Gebühren für die Vermittlung anfallen. Alternativ ist es möglich, den Babysitter-Service des Deutschen Kinderschutzbunds e.V. oder den des Deutschen Roten Kreuzes zu nutzen. Die verschiedenen Orts- und Kreisverbände bieten die Vermittlung von Babysittern an, die einen Babysitterkurs besucht und ein entsprechendes Zertifikat darüber erlangt haben. In dem Kurs konnten die Bewerber unter anderem Kenntnisse über Babysitter-Rechte und -Pflichten, Babypflege, Kinderkrankheiten und Erste-Hilfe-Maßnahmen erwerben.

Babysitter finden: Leitfaden für das Vorstellungsgespräch

Sie haben einen potenziellen Babysitter entdeckt? Dann nehmen Sie telefonisch Kontakt mit ihm auf und vereinbaren Sie einen Termin für das Vorstellungsgespräch. Bei dem Interview sollten Sie Folgendes beachten:

  • Erklären Sie dem Bewerber, welche Aufgaben er zu übernehmen hat: Soll er wickeln, kochen, das Kind ins Bett bringen? Legen Sie genau fest, was zu tun wäre.
  • Vereinbaren Sie die Vergütung für den Babysitter-Job. Durchschnittlich verdienen Babysitter in Deutschland ca. 10 Euro pro Stunde. Aber der Stundenlohn ist Verhandlungssache und hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von Alter, Berufserfahrung und Qualifikation des Bewerbers, von Ihrem Wohnort, der Länge der Betreuung und ob Tag- oder Nachtarbeit gewünscht ist. Auch für Babysitter gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde – außer bei Jugendlichen unter 18 Jahren, die sind von der Regelung ausgeschlossen.
  • Prüfen Sie die Eignung: Möchten Sie sichergehen, dass Ihr Babysitter für seine Aufgabe beruflich qualifiziert ist, lassen Sie sich Nachweise über entsprechende Kurse oder Fortbildungen zeigen.
  • Weihen Sie den Babysitter in Ihre Prinzipien und Rituale ein: Wie lange darf das Kind fernsehen? Gibt es ein Gute-Nacht-Lied oder wird jeden Abend vorgelesen? Zu welchen Zeiten gibt es Essen?

Generell gilt: Fragen Sie sich, ob Ihnen der Babysitter sympathisch ist und sie bei ihm ein gutes Gefühl haben. Wenn ja, können Sie sich freuen: Sie sind bei der Babysittersuche einen Schritt weiter.

Tipps für einen Probelauf: Test machen und den richtigen Babysitter finden

Bevor Sie Ihr Kind zum ersten Mal mit dem Babysitter alleine lassen, sollten Sie ein Kennenlernen organisieren. So können Kind und Babysitter schon einmal die ersten Kontakte knüpfen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn das Treffen etwas eisig wird: Manche Kinder brauchen länger, um sich an fremde Personen zu gewöhnen. Wenn Sie sonst ein gutes Gefühl haben, müssen Sie die Flinte jetzt trotzdem noch nicht ins Korn werfen. Bei dem Probelauf haben Sie die Möglichkeit, Ihren Babysitter beim Umgang mit dem Kind zu beobachten und ihm ein paar Insider-Tipps zu geben.

Entscheiden Sie sich für den Bewerber, vereinbaren Sie ruhig erst einmal eine vollbezahlte Probezeit. In diesen Wochen können Sie aufmerksam beobachten, wie es Ihrem Kind geht, wenn Sie nachhause kommen, wie sich der Babysitter Ihnen gegenüber verhält und ob er Ihre Regeln berücksichtigt und Wünsche umsetzt. Ist dies nicht der Fall und Sie haben irgendwelche Zweifel, suchen Sie sich einen neuen. Im besten Fall wird der Babysitter für Ihr Kind zu einer weiteren Bezugsperson. Grund zur Eifersucht besteht trotzdem nicht: Niemals wird ein Babysitter die Eltern ersetzen können.

Braucht der Babysitter einen Arbeitsvertrag?

Wer sich dafür entscheidet, einen Babysitter einzustellen, sollte alle Vereinbarungen zu der Beschäftigung in einem Arbeitsvertrag festhalten. Der Vertrag regelt Rechte und Pflichten beider Parteien. Sie können den Stundenlohn und die Arbeitsstunden darin notieren und, falls bei längerer Betreuung nötig, auch eine Regelung zu Krankheits- und Urlaubstagen festlegen. Darüber hinaus kann Ihr Vertrag zum Beispiel die Antworten auf folgende Fragen beinhalten:

  • Möchten Sie, dass der Babysitter eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat?
  • Wen hat der Babysitter im Notfall zu kontaktieren?
  • Darf der Babysitter Ausflüge mit dem Kind machen?
  • Kann der Babysitter das Kind in seinem eigenen Auto transportieren?
  • Soll er eine Schweigepflichterklärung unterzeichnen, um Ihre privaten Lebensumstände vor der Öffentlichkeit zu schützen?

Muss der Babysitter angemeldet und versichert werden?

Wie Reinigungskräfte, Küchen- oder Gartenhilfen fallen auch Babysitter unter den Begriff der „Haushaltshilfe“. Eine solche Kraft müssen Sie anmelden, sonst handelt es sich dabei um Schwarzarbeit. Wird ein unangemeldetes Arbeitsverhältnis entdeckt, drohen Ihnen Strafzahlungen.

Verdient Ihr Babysitter bis zu 450 Euro im Monat, handelt es sich dabei um einen Minijob. Diese Beschäftigung müssen Sie bei der Minijob-Zentrale anmelden. Im Anschluss übernimmt diese für Sie die Anmeldung des Babysitters bei der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Beiträge werden zusammen mit den anderen Abgaben – Kranken- und Rentenversicherung (entspricht 10 Prozent des Entgelts) und einheitliche Pauschalsteuer (entspricht zwei Prozent des Entgelts) – eingezogen.

Die Anmeldung Ihres Babysitters hat mehrere Vorteile: Sollte Ihrem Babysitter bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin ein Unfall passieren, ist er versichert. Anderenfalls müssen Sie als Arbeitgeber für Behandlungskosten aufkommen und möglichen Schadenersatz zahlen. Außerdem können Sie die Kosten für den Babysitter steuerlich absetzen. Die Kinderbetreuung wird bei der Steuererklärung als sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistung“ betrachtet. Das bedeutet: Sie können jährlich mindestens zwei Drittel der gesamten Kosten (maximal bis 4.000 Euro pro Kind) bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Die genaue Höhe teilt Ihnen das zuständige Finanzamt mit.

Hier können Sie auf der Website der Minijob-Zentrale per „Haushaltsscheck-Rechner" herausfinden, welche monatlichen Kosten Ihr Babysitter nach der Inanspruchnahme der Steuerermäßigung noch verursachen würde.

Checkliste fürs Aufpassen: Das sollte der Babysitter wissen

Erklären Sie Ihrem Babysitter alles, was er wissen muss, bevor Sie das Haus verlassen. Sie können ihm auch noch einmal alles notieren und den Zettel/die Mappe gut sichtbar auslegen.

  • Wie geht es dem Kind heute? Gibt es irgendwelche Besonderheiten? Ist das Kind zum Beispiel krank oder besonders müde?
  • Gibt es Allergien (auch gegen Lebensmittel) oder braucht das Kind bestimmte Medikamente?
  • Wie lässt sich das Kind am besten beruhigen?
  • Welche Spielsachen oder Kuscheltiere sind gerade besonders angesagt und unverzichtbar?
  • Wo findet der Babysitter alles Nötige: Windeln, Fläschchen, Wechselkleidung?
  • Was bekommt das Kind zu essen und zu trinken?
  • Wen kann der Babysitter im Notfall erreichen? Wie lautet Ihre Handynummer, die der Nachbarn, des Kinderarztes, Krankenhauses und des Giftnotrufs?
  • Haben Sie alle wichtigen Adressen notiert: Ihren Aufenthaltsort, das Krankenhaus, der Arzt?
  • Benötigt Ihr Babysitter einen Ersatzschlüssel für Ihre Wohnung oder den Alarmanlagen-Code für das Haus?
  • Haben Sie dem Babysitter etwas Geld da gelassen?
  • Was darf der Babysitter in Ihrem Haus machen? Wie lässt sich zum Beispiel der Fernseher oder Laptop bedienen?
  • Was kann der Babysitter essen und trinken? Darf er sich am Kühlschrank bedienen? Weiß er, wie die Kaffeemaschine funktioniert?
  • Was soll der Babysitter tun, wenn es an der Tür läutet oder das Telefon klingelt? Soll er etwas für Sie notieren? Darf er Ihren Aufenthaltsort oder Ihre Handynummer preisgeben?
Kinderkrippe: Zehn clevere Experten-Tipps für eine entspannte Eingewöhnung
Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
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