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Portiokappe

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2016

Als mechanisches Verhütungsmittel erreicht die Portiokappe einen Pearl-Index von 2 bis 7. Entscheidend dafür sind die korrekte Anpassung sowie der richtige Sitz.

Portiokappe
Richtig eingesetzt ist die Portiokappe ein relativ sicheres Verhütungsmittel
iStock/nd3000

Die Portiokappe, auch Okklusivpessar oder Muttermundkappe genannt, ist ein mechanisches Verhütungsmittel zur Verhinderung von unerwünschten Schwangerschaften. Sie gehört zu den sogenannten Barrieremethoden wie auch das Diaphragma, das Lea contraceptivum und das Kondom.

Indem die Portiokappe vor den äußeren Muttermund gestülpt wird, verhindert sie, dass Spermien durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen. Da sie im Vergleich zum Diaphragma relativ klein ist, ist der richtige Sitz der Portiokappe besonders wichtig. Es empfiehlt sich daher, sie vom Frauenarzt oder in einer Beratungsstelle (in Deutschland zum Beispiel bei pro familia) anpassen und sich das richtige Einsetzen zeigen zu lassen.

Die zur Zeit (Dezember 2016) einzige in Deutschland erhältliche Portiokappe ist die FemCap®. Sie besteht aus Silikon und ist in drei Größen erhältlich (klein, mittel und groß).

Funktionsweise und Anwendung

Die Portiokappe besteht aus einer Halbkugel aus Silikon. Sie wird auf den gewölbten äußeren Muttermund der Gebärmutter am Ende der Scheide aufgesetzt und verhindert, dass beim Geschlechtsverkehr Spermien durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen. Ihre Form ähnelt der eines Hutes: In der Mitte hat sie eine nach innen gewölbte Kuppel und außen einen Rand, an dem sich auch eine Lasche zum Entfernen der Kappe befindet.

Eingeführt werden sollte die Portiokappe vor dem Geschlechtsverkehr, idealerweise auch vor der sexuellen Erregung. Sie kann bis maximal 48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr am Muttermund verbleiben und sollte frühestens sechs Stunden nach dem Sex entfernt werden. Wenn sie früher entfernt wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft.

Die Portiokappe wird über den Muttermund gesetzt und saugt sich bei richtigem Sitz dort fest. Daher ist die Wahl der richtigen Größe (angepasst an den Muttermund) besonders wichtig. Um ihre empfängnisverhütende Sicherheit zu optimieren, empfehlen Experten die Anwendung zusammen mit einem Verhütungsgel oder einer Verhütungscreme (Spermizid).

Bei wiederholtem Geschlechtsverkehr wird mit einem Applikator eine zusätzliche Portion des Gels in die Scheide eingeführt.

Durch Ziehen an der Lasche lässt sich die Portiokappe ganz einfach wieder herausnehmen. Da die Kappe bei richtigem Sitz am Muttermund festgesaugt ist, sollte der Unterdruck vorher aufgehoben werden, zum Beispiel durch sanftes Drücken auf die Kuppel.

Pflege

Warmes Seifenwasser ist zur Pflege der Portiokappe völlig ausreichend. Aggressive Reinigungsmittel können das Material beschädigen. Zum Trocknen kann die Portiokappe einfach auf ein Tuch gelegt und an der Luft getrocknet werden.

Vorteile der Portiokappe

Da sie aus Silikon besteht, ist die Portiokappe auch als Verhütungsmethode für Frauen mit einer Latexallergie geeignet. Als Barrieremethode kann sie auch von stillenden Frauen angewendet werden oder wenn hormonelle Verhütungsmittel nicht vertragen werden oder nicht gewünscht sind.

Nachteile der Portiokappe

Zwar kann die Portiokappe auch noch kurz vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, Experten empfehlen jedoch, sie für einen optimalen Sitz bereits vor der sexuellen Erregung einzuführen. Das setzt eine gewisse Planung voraus, die sich so vielleicht nicht immer einhalten lässt.

Während der Periode oder in den ersten Wochen nach einer Geburt oder Fehlgeburt ist die Portiokappe als Verhütungsmittel ungeeignet, weil sie nicht richtig sitzt. Ebenfalls gegen eine Anwendung sprechen  Gebärmutterhalsentzündung (Zervizitis), Entzündungen der Scheide (Vaginitis, Kolpitis) oder eine vorangegangene Konisation.

Die Sicherheit der Portiokappe ist bei korrektem Sitz und Anwendung relativ hoch, es gibt aber Verhütungsmittel mit höherem Pearl-Index. Vor allem hormonelle Verhütungsmethoden sind sicherer. Die Portiokappe schützt außerdem nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Das korrekte Einsetzen erfordert ein wenig Übung.

Nach einer Geburt muss die Portiokappe aufgrund der Veränderung der inneren Geschlechtsorgane (vor allem des Muttermunds) wieder neu angepasst werden.

Sicherheit

Der korrekte Sitz sollte vom Frauenarzt oder geschultem Personal in einer Beratungsstelle geprüft und das Einsetzen mit der Anwenderin geübt werden. Nur die exakte Platzierung der Portiokappe gewährleistet ihre Sicherheit.

Der Pearl-Index zur Beurteilung der Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden lässt sich für die Portiokappe nicht eindeutig bestimmen. In Studien liegt er für die Anwendung mit einem Spermizid zwischen 2 und 7. Das bedeutet: Zwischen zwei und sieben Frauen sind innerhalb eines Jahres unter Anwendung der Portiokappe mit Spermizid trotzdem schwanger geworden.

Die Haltbarkeit der Portiokappe beträgt etwa ein Jahr. Eine Neuanschaffung unabhängig vom Alter der Kappe empfiehlt sich, wenn sich das Material spröde zeigt. Anwenderinnen sollten die Kappe daher regelmäßig inspizieren. Das geht am besten, indem sie sie gegen eine Lichtquelle halten.

Kosten der Portiokappe

Für um die 50 Euro ist die Portiokappe in Apotheken erhältlich. Hinzu kommen noch die Kosten für ein Verhütungsgel (Spermizid), dessen Anwendung zusätzlich zur Portiokappe dringend empfohlen wird. Die Anpassung der Portiokappe ist ebenfalls mit Kosten verbunden. In der Regel übernehmen die Krankenkassen diese nicht.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2016
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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