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Pille danach

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | CIC
Letzte Aktualisierung: 11. April 2017

Gerissenes Kondom, vergessene Pille: Bei einer Verhütungspanne ist für Frauen guter Rat oft teuer. Um auf Nummer sicher zu gehen , sollte im Zweifelsfall die Pille danach eingenommen werden. Seit 15. März 2015 gibt es sie rezeptfrei in Apotheken.

Die Pille danach
Verhütungspanne? Dann sollte sich die Frau schnellstmöglich die Pille danach besorgen
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Die Einnahme sollte so bald wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen - idealerweise innerhalb von 24 Stunden. Die Pille danach gibt es derzeit mit zwei verschiedenen Wirkstoffen: Levonorgestrel wird seit mehr als zehn Jahren in der Notfallverhütung eingesetzt und ist auch Bestandteil einiger Antibabypillen. Seit Oktober 2009 gibt es ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat auf dem Markt, das speziell für diesen Anwendungsbereich entwickelt wurde.

Wirkungsweise der "Pille danach"

Die Pille danach verzögert beziehungsweise hemmt den Eisprung. Hierdurch wird verhindert, dass die in der Gebärmutter oder den Eileitern befindlichen Spermien auf eine befruchtungsfähige Eizelle treffen. Ob eine Schwangerschaft durch die Einnahme der "Pille danach" verhindert werden kann, hängt davon ab, wo im Zyklus sich die Frau befindet. Denn die "Pille danach" wirkt nur, solange sie vor dem Eisprung eingenommen wird. Da man aber nie genau abschätzen kann, wann der Eisprung eintritt, ist eine Einnahme der "Pille danach" nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr grundsätzlich zu empfehlen.

Risiko einer Schwangerschaft vor dem Eisprung am höchsten

Das Risiko schwanger zu werden ist bei einem Geschlechtsverkehr an den Tagen unmittelbar vor dem Eisprung am höchsten. So beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am Tag davor etwa 30 Prozent. Während Levonorgestrel nur dann wirkt, wenn das den Eisprung auslösende Luteinisierende Hormon (LH) noch nicht angestiegen ist, ist Ulipristalacetat auch noch bei steigendem LH-Spiegel, also kurz vor dem Eisprung wirksam.

Diese "Pille danach" bietet damit Sicherheit genau dann, wenn das Risiko für eine Schwangerschaft am höchsten ist. Da Ulipristalacetat sowohl vor als auch bei Anstieg des LH-Spiegel den Eisprung verschiebt, hat es ein größeres Wirkzeitfenster als Levonorgestrel.

Sicherheit der Pille danach

In einer umfassenden Studie im Jahr 2010 wurde die Wirksamkeit der beiden in der Notfallverhütung eingesetzten Wirkstoffe miteinander verglichen. Bei Einnahme innerhalb von 24 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr lag die Schwangerschaftsrate bei Ulipristalacetat bei 0,9 Prozent, bei Levonorgestrel hingegen bei 2,5 Prozent. Damit traten unter Ulipristalacetat 65 Prozent weniger Schwangerschaften auf im Vergleich zu Levonorgestrel. Bei Einnahme innerhalb von 72 Stunden betrug die Schwangerschaftsrate unter Ulipristalacetat 1,4 Prozent, bei Levonorgestrel 2,2 Prozent. Für den gesamten Untersuchungszeitraum von 120 Stunden lag die Schwangerschaftsrate bei Ulipristalacetat bei 1,3 Prozent, bei Levonorgestrel hingegen bei 2,2 Prozent.

Pille danach - so schnell wie möglich einnehmen!

Während Levonorgestrel bis zu drei Tage nach der Verhütungspanne eingenommen werden kann, ist Ulipristalacetat für die Einnahme innerhalb von fünf Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zugelassen. Jedoch gilt immer die Devise: Je früher die Pille danach eingenommen wird, desto sicherer kann eine Schwangerschaft verhindert werden! Betroffene Frauen sollten sich daher nicht scheuen, bei einer Verhütungspanne den ärztlichen Notdienst aufzusuchen.

Was ist bei der Einnahme der Pille danach zu beachten?

Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit der "Pille danach" verringern oder gar aufheben, beispielsweise einige Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie und johanniskrauthaltige Präparate. Die Frau sollte daher den Arzt oder Apotheker darüber informieren, welche Medikamente sie einnimmt.

Nebenwirkungen der Pille danach

Im Allgemeinen sind die "Pillen danach" gut verträglich. Nebenwirkungen, die auftreten können, sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Bauch- und Rückenschmerzen. Zwischen den beiden Wirkstoffen bestehen hinsichtlich der Verträglichkeit kaum Unterschiede.

Die Zeit nach der Pille danach

Nach Einnahme der "Pille danach" muss im restlichen Zyklus mit einem Kondom verhütet werden. Das gilt auch dann, wenn die reguläre Pille weiter eingenommen wird. Bei Erbrechen innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der "Pille danach" sollte eine zweite Tablette eingenommen werden. Tritt eine Woche nach der erwarteten Menstruation keine Blutung auf, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | CIC
Letzte Aktualisierung: 11. April 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Empfängnisverhütung"
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