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femidom® – das Frauenkondom

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017

Das Frauenkondom wird als Mittel zur Empfängnisverhütung angewandt und kann vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Eine der bekanntesten Marken ist das femidom®.

femidom® – das Frauenkondom
Das Frauenkondom stellt für Frauen eine aktive Möglichkeit dar, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen
© iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Das Frauenkondom femidom® ist in vielen Ländern schon seit Jahren erhältlich – und trotzdem bis heute relativ unbekannt. Es handelt sich dabei um einen dünnen, reißfesten etwa 17 Zentimeter langen Kunststoffschlauch mit einem flexiblen Ring an jedem Ende. Das eine Ende ist verschlossen und wird in die Vagina eingeführt, das andere ist geöffnet und liegt auf den Schamlippen.

Auf dem Markt sind unterschiedliche Frauenkondome erhältlich – zum Beispiel das aus Polyurethan bestehende femidom® oder das V.A w.o.w. Condom Feminine aus Latex.

So wirkt das Frauenkondom

Das Frauenkondom legt sich wie eine zweite Haut in die Scheide und hat – wie auch das Kondom für den Mann – die Funktion, Spermien davon abzuhalten, in die Gebärmutter zu gelangen. Dadurch stellt es einen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften dar und senkt das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wie einer HIV-Infektion anzustecken.

Für wen ist das Frauenkondom geeignet?

Für Frauen mit häufig wechselnden Partnern und Frauen, deren Männer selbst keine Kondome verwenden möchten, ist dieses Kondom die einzige Möglichkeit, sich selbst aktiv vor Krankheiten zu schützen. Auch für Frauen, die in einer festen Partnerschaft leben und eine alternative Methode zu hormonellen Verhütungsmitteln suchen, können Frauenkondome wie femidom® eine empfängnisverhütende Optionen sein.

Wie sicher ist das Frauenkondom?

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist das Frauenkondom zur Empfängnisverhütung und zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bei korrekter Anwendung ebenso sicher wie das Kondom für den Mann. pro familia weist darauf hin, dass es zum femidom® nur wenige weltweite Studien gibt, zu anderen Produkten gar keine. Angegeben wird ein Pearl-Index von 5-25. Das bedeutet Folgendes: Wenn 100 Frauen zwölf Monate lang mit dieser Methode verhüten, liegt die Zahl der Schwangerschaften bei fünf bis 25.

Anwendung des Frauenkondoms

Im Gegensatz zum Kondom für den Mann kann das Frauenkondom schon Stunden (je nach Hersteller bis zu zehn Stunden) vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt und muss nicht sofort danach entfernt werden, da es nicht von der Erektion des Penis abhängig ist. Die Anwendung des Frauenkondoms ist anspruchsvoller als die des Kondoms für Männer und bedarf deshalb einiger Übung.

Frauenkondome wie femidom® einsetzen

Das femidom® ist eines von mehreren Frauenkondomen auf dem Markt. Die Produkte unterscheiden sich in Material, Form und Anwendung. Vor dem ersten Einsetzen sollten Sie die beigelegten Informationen deshalb immer aufmerksam lesen. Besondere Vorsicht ist hier geboten, weil der Schutz des Frauenkondoms von der korrekten Handhabung abhängt. Hier beschreiben wir Ihnen nur beispielhaft, wie das Frauenkondom eingesetzt werden kann. Diese Anleitung ersetzt nicht die Informationen des Herstellers!

  1. Bestreichen Sie das Frauenkondom von innen und außen mit Gleitmittel. Achten vor der Verwendung des Gleitmittels darauf, ob es für das Material geeignet ist. Latexkondome sollten nur mit wasserlöslichen Gleitmitteln in Berührung kommen – keinesfalls mit öl- oder fetthaltigen.
  2. Drücken Sie den Ring am geschlossenen Ende des Schlauchs mit den Fingern zusammen und führen Sie ihn – in einer für Sie angenehmen Position wie zum Beispiel in der Hocke, im Liegen oder Stehen – mit den Fingern so weit wie möglich in die Scheide ein. Der äußere Ring verbleibt außerhalb des Scheideneingangs und wird über die großen Schamlippen gelegt.
  3. Überprüfen Sie mit dem Finger, ob das Frauenkondom richtig sitzt, und versichern Sie sich, dass es nicht verdreht ist. Schieben Sie es gegebenenfalls noch weiter nach oben.
  4. Halten Sie beim Einführen des Penis den äußeren Ring fest, sodass das Kondom nicht nach innen rutschen kann.
  5. Entfernen Sie das Kondom nach dem Geschlechtsverkehr vorsichtig. Dazu das offene Ende am Ring zusammendrehen und so herausnehmen, dass kein Sperma auslaufen kann. Anschließend im Müll entsorgen.

Das Frauenkondom dient zur einmaligen Anwendung! Sollte es beim Einführen oder während des Geschlechtsverkehrs beschädigt werden oder in die Vagina rutschen, muss es durch ein neues ersetzt werden.

Eine detaillierte Anleitung zur Verwendung von Frauenkondomen bekommen Sie auf dem Wissensportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten: www.gib-aids-keine-chance.de.

Wichtige Hinweise zur Anwendung des Frauenkondoms auf einen Blick

  • Wie sicher das Frauenkondom vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, ist abhängig von der korrekten Anwendung.
  • Je geübter Sie in der Anwendung sind, desto leichter fällt sie – und desto zuverlässiger kann das Kondom Sie schützen. Es empfiehlt sich, die Handhabung vor dem ersten Einsatz beim Geschlechtsverkehr einige Male zu üben.
  • Damit das Kondom während des Geschlechtsverkehrs nicht in die Scheide rutscht, ist der richtige Sitz entscheidend.
  • Vorsicht bei der Entfernung des Kondoms: Das offene Ende am äußeren Ring muss so zugedreht werden, dass kein Sperma hinauslaufen kann.
  • Das Frauenkondom darf nur einmal verwendet werden. Sollte es von seinem Platz rutschen, müssen Sie es durch ein neues ersetzt.

Vorteile von femidom® und anderen Frauenkondomen

Ein großer Vorteil von Frauenkondomen ist, dass sie – bei korrekter Anwendung – einen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bieten. Frauen können dadurch selbst eine Infektion verhindern, wenn der Partner zur Anwendung von Kondomen nicht bereit ist. Weitere Vorteile sind die ausbleibenden Nebenwirkungen und, dass durch dieses Verhütungsmittel kein Einfluss auf den natürlichen Zyklus genommen wird.

Nachteile von femidom® und anderen Frauenkondomen

Nur bei richtiger Anwendung bietet das Frauenkondom einen ausreichenden Schutz. Diese muss erst einmal geprobt werden, damit das Kondom beim Geschlechtsverkehr auch wirklich nicht verrutschen kann. Die Anwendung kann deshalb besonders anfangs als etwas umständlich empfunden werden. Ein weiterer Nachteil: Frauenkondome kosten zum jetzigen Zeitpunkt mehr als Kondome für den Mann.

femidom® kaufen

femidom® kann sowohl in der Apotheke gekauft als auch im Internet bei verschiedenen Anbietern bestellt werden. Sie brauchen für den Kauf kein ärztliches Rezept.

femidom®: Preis für Frauenkondome

Aktuell sind Frauenkondome teurer als Kondome für Männer. Für femidome zahlen Sie um die zwölf Euro für drei Stück. Generell variiert der Preis je nach Hersteller und Packungsgröße: Andere Marken können Sie sowohl günstiger als auch teurer erwerben.

Umstrittenes Anti-Vergewaltigungskondom: eine Art femidom® mit Widerhaken

Eine Frau aus Südafrika erfand im Jahr 2005 ein Frauenkondom, das vor Vergewaltigungen schützen soll. Das "Rape-axe" ist ein Kondom für die Frau, an dem Widerhaken angebracht sind, die am Penis des Mannes hängen bleiben. Das Kondom kann nur von einem Arzt wieder entfernt werden. Aus verschiedenen Gründen ist das Anti-Vergewaltigungskondom umstritten. Beispielsweise kritisieren Frauenorganisationen, dass die Sicherheit der Frauen Aufgabe der Gesellschaft sei und es nicht den Frauen angelastet werden darf, sich selbst um ihren Schutz kümmern zu müssen. Außerdem könnten Frauen sich durch den Einsatz des Kondoms zusätzlicher Gefahr aussetzen, wenn der Vergewaltiger daraufhin gewalttätig wird.

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Partnerschaft"
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