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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Keimzellen

Keimzellen
Keimzellen dienen der Fortpflanzung (Bild: LifeArt)

Keimzellen (Gameten) bezeichnen die Geschlechtszellen von Mann und Frau, also Spermien und Eizellen. Reife Keimzellen besitzen im Gegensatz zu anderen Körperzellen einen einfachen Chromosomensatz bestehend aus jeweils 23 Chromosomen.

Bei der Verschmelzung von Spermium und Eizelle erhält die befruchtete Eizelle so wieder den vollständigen doppelten Chromosomensatz mit 46 Chromsomen und trägt dann die Erbinformationen von Mutter und Vater in sich.

Die weiblichen Keimzellen: Eizellen

Die Eizellen (Oozyten) der Frau entstehen als Urkeimzellen bereits während der Embryonalentwicklung. Mehrere hunderttausend Urkeimzellen entwickeln sich zunächst zu Vorläuferzellen (primäre Oozyten), wobei die Zahl dieser Zellen bis zum Beginn der Pubertät auf etwa 40.000 sinkt. Jeweils eine dieser Zellen reift dann während des weiblichen Zyklus zur befruchtungsfähigen Eizelle mit einem einfachen Chromosomensatz heran und wird beim Eisprung aus den Eierstöcken vom Eileiter aufgefangen, in dem möglicherweise dann auch die Befruchtung stattfindet.

In der gesamten fruchtbaren Lebensphase einer Frau, die 30 bis 35 Jahre dauert, können bis zu 400 befruchtungsfähige Eizellen gebildet werden. Meistens sind es durch Schwangerschaften und Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille aber tatsächlich weniger.

Eine einzelne menschliche Eizelle hat einen Durchmesser von etwa 0,1 Millimeter und kann so gerade noch mit bloßem Auge erkannt werden. Die Eizelle ist damit die größte Zelle des Körpers.

Die männlichen Keimzellen: Spermien

Die Spermien des Mannes werden ab der Pubertät bis ins hohe Alter in den Hodenkanälchen gebildet (Spermatogenese). Sie entstehen aus speziellen Stammzellen, den so genannten Spermatogonien, die sich immer weiter vermehren können. Die Spermatogonien entwickeln sich zunächst zu Vorläuferzellen mit einem einfachen Chromosomensatz, den Spermatiden. Diese reifen während einer Entwicklungsphase von etwa 70 Tagen dann zu den befruchtungsfähigen Spermien heran.

Ein Samenerguss von zwei bis sechs Millilitern Samenflüssigkeit enthält bis zu 600 Millionen Spermien, allerdings ist ein gewisser Teil davon beispielsweise durch Verformungen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit nicht in der Lage, eine Eizelle zu befruchten. Die Qualität der Spermien kann durch vielerlei Faktoren beeinträchtigt werden und lässt sich mithilfe eines Spermiogramms bestimmen.

Der ovale Kopfteil eines Spermiums enthält das Erbgut und hat einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Mikrometern. Er ist somit etwa 25-mal kleiner als eine Eizelle. Mitsamt Hals, Mittelstück und Schwanz, der zur Fortbewegung dient, misst ein Spermium der Länge nach zirka 60 Mikrometer.

Nach der Ejakulation müssen die Spermien noch einen weiteren, driestufugen Reifungsprozess durchlaufen. Dieser findet statt, während die Spermien auf dem weg zur Eizelle sind. Dies dauert etwa fünf Stunden. Erst dann sind Spermien in der Lage, eine Eizelle zu befruchten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2015
Quellen: Silbernagel, S., Despopoulos, A.: Taschenatlas Physiologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2003 Gilbert, S.F.: Developmental Biology. Sinauer, Sunderland USA 2003 Nilsson, L., Hamberger, L.: Ein Kind entsteht. Goldmann, München 2003 Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter, Berlin 2007 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006

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