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LH, FSH und hCG

Gonadotropine: Wie GnRH und Co. den Zyklus steuern

Gonadotropine sind auf die Geschlechtsdrüsen einwirkende Hormone. Bei Frauen sind sie für die Funktion der Eierstöcke, bei Männern für die Funktion der Hoden verantwortlich.

Selbstbewusste junge Frau
© GettyImages/ViDi Studio

Bei Frauen sind die Gonadotropine wichtige Akteure im komplexen Zusammenspiel der zyklusregulierenden Hormone.

Artikelinhalte auf einen Blick:

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GnRH: Gonadotropin Releasing Hormon

Oft werden die Begriffe Gonadotropin und GnRH synonym verwendet, sollten aber voneinander abgegrenzt werden: Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (Gonadotropin-Freisetzungshormon) GnRH wird ab der Pubertät im Zwischenhirn, genauer im Hypothalamus, gebildet. Es wird stoßweise ausgeschüttet und in die Hirnanhangdrüse oder Hypophyse abgegeben. Hier veranlasst es die Produktion und Freisetzung von Gonadotropinen, den Geschlechtshormonen, die für die Reifung von Eizelle und Samenzelle verantwortlich sind. GnRH ist also ein wichtiger Bestandteil des komplexen Zusammenspiels der Hormone.

Gonadotropine: Was ist das?

Gonadotropin bedeutet in etwa "auf die Geschlechtsdrüsen einwirkend". Die Gonadotropine LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern entscheidende Einflussfaktoren für die Funktion der Keimdrüsen (Gonaden), also der Eierstöcke und Hoden.

FSH (follikelstimulierendes Hormon): In der erste Zyklushälfte sorgt das FSH für die Reifung des Follikels im Eierstock. Der heranreifende Follikel wiederum produziert Östrogen, das für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist. Die Werte von FSH und Östrogen, aber auch von LH, steigen in der ersten Zyklushälfte an. Beim Mann bedingt das FSH die Produktion und Reifung der Spermien.

LH (luteinisierendes Hormon): Hat der Östrogenspiegel ein bestimmtes Level erreicht, steigt das LH sprungartig an und löst dadurch den Eisprung aus.

hCG (humanes Choriongonadotropin): Das sogenannte Schwangerschaftshormon wird fast ausschließlich während der Schwangerschaft produziert. Besonders in den ersten Wochen steigt es steil an, mit einem Peak zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche. Es signalisiert dem Körper der Frau, dass sie schwanger ist und regt insbesondere den Gelbkörper an, vermehrt Progesteron zu produzieren, bis die Plazenta etwa ab dem zweiten Trimester diese Aufgabe übernehmen kann.

Gonadotropine und Kinderwunsch

Alle drei, GnRH, FSH und LH, sind verantwortlich für den geordneten Ablauf des weiblichen Zyklus. Bei unerfülltem Kinderwunsch ist die Messung der Gonadotropine LH und FSH im Blutserum zu bestimmten Zeiten im Zyklus ein wichtiger diagnostischer Marker.

Mit Ovulationstests (Eisprungtests) lässt sich anhand des LH-Spiegels im Urin messen, ob der Eisprung kurz bevorsteht. Dieses Wissen erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft.

Gonadotropine werden in der Kinderwunschbehandlung gezielt eingesetzt, um die Reifung der Follikel zu unterstützen. Besonders, wenn mehrere Follikel innerhalb eines Zyklus heranreifen sollen, wie das etwa bei der Stimulation für eine IVF der Fall ist, werden Gonadotropine in der ersten Zyklushälfte meist injiziert.

Prolaktin ist Gegenspieler des GnRH

Während der Stillzeit wird vermehrt das Hormon Prolaktin gebildet. Es hemmt die Sekretion von GnRH und damit auch die Ausschüttung von LH und FSH, wodurch bei stillenden Müttern oft der Menstruationszyklus nicht in Gang kommt. Nach Ende der Stillzeit kehrt die Prolaktinkonzentration auf den Normalwert zurück.

Antibabypille hemmt Gonadotropine

Hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille greifen in das komplexe Zusammenspiel der für den Zyklus verantwortlichen Hormone ein. Die enthaltene Kombination aus synthetischem Östrogen und Gestagen (manchmal auch ausschließlich Gestagen) ähnelt den körpereigenen Hormonen und hemmt die Freisetzung von GnRH – und damit auch der Gonadotropine.

Mit Ausnahme der sogenannten Minipille, die ausschließlich Gestagen enthält, wird durch die Einnahme sicher der Eisprung verhindert.

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