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Montag, 28. Mai 2018
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Gestagene

Gestagene sind natürliche oder synthetisch hergestellte Gelbkörperhormone, die in ihrer Wirkung dem körpereigenen Gelbkörperhormon Progesteron ähneln.

Gestagene
Gestagene kommen vor allem bei der hormonellen Schwangerschaftsverhütung zum Einsatz
© iStock/GlobalStock

Gestagene haben eine schwangerschaftsvorbereitende und -erhaltende Funktion und spielen bei vielen Stoffwechselvorgängen eine Rolle. Gestagene werden vor allem zur Hormonellen Schwangerschaftsverhütung und zur Therapie der Endometriose eingesetzt.

Der Unterschied zwischen Gestagenen und Progesteron

Progsteron gehört nicht wie häufig behauptet zur Gruppe der Gestagene. Vielmehr haben Progesteron und Gestagene eine ähnliche Wirkung, sie sorgen zum Beispiel für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Der wichtigste Unterschied ist jedoch: Gestagene werden nicht vom Körper selbst hergestellt sondern zugeführt.

Progesteron ist eines der wichtigsten weiblichen Hormone und nimmt auf diverse Vorgänge im Körper Einfluss. Zugeführte Gestagene haben einen ähnlich großen Anwendungsbereich:

Gestagene und hormonelle Verhütung

Gestagene werden entweder in Kombination mit Östrogen oder allein als Wirkstoff in hormonellen Verhütungsmitteln eingesetzt. Sie sind enthalten in:

Wie Gestagene als hormonelle Verhütungsmittel wirken

Gestagene in hormonellen Verhütungsmitteln hemmen den Eisprung und verändern die Konsistenz des Zervixschleims. Der so zäh gewordene Zervixschleim verhindert ein Durchdringen von Spermien zur Eizelle.

Gestagene werden auch in der Pille danach angewendet. Sie verhindern entweder den Eisprung (wenn der Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung stattfand) oder ein Einnisten der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter (bei Geschlechtsverkehr nach dem Eisprung).

Nebenwirkungen von Gestagenen

Da Gestagene häufig zusammen mit Östrogenen eingenommen werden, kann man nicht immer sicher nachvollziehen, welcher Wirkstoff welche Nebenwirkung hervorruft. Beobachtete Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme oder „Vermännlichung“.

Embolien oder eine erhöhte Neigung zu Thrombosen sind unerwünschte Wirkungen von hormonellen Verhütungsmitteln. Ob diese eher auf die Östrogene oder die Gestagene zurückzuführen sind, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Wann Gestagene nicht eingenommen werden sollten

In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen der Leber oder bei Blutgerinnungsstörungen sollten Gestagene nicht angewendet werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017
Quellen: Leidenberger/Strowitzki/Ortmann: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Springer, Heidelberg 2014 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2012 Von Wolff/Stute: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Das Praxisbuch. Schattauer, Stuttgart 2013

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