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AMH-Wert

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2017

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) steht im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit der Frau. Der Wert des AMH wird zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Fruchtbarkeitsbehandlung bestimmt.

AMH Wert
Mit Bestimmung des AMH-Wertes lassen sich Aussagen über die Fruchtbarkeit treffen
© iStock.com/Jacob Wackerhausen

Der AMH-Wert bestimmt die Höhe des sogenannten Anti-Müller-Hormons im Körper. Dieses wiederum gilt als ein Marker für die Fruchtbarkeit der Frau. Mehrere physiologische Vorgänge im Körper werden vom AMH-Wert beeinflusst. Für die IVF ist er ebenfalls relevant.

Die Bezeichnung des AMH-Werts (Anti-Müller-Hormon) geht auf den Berliner Forscher Johannes Peter Müller zurück, der etwa Mitte des 19. Jahrhunderts die sogenannten Müller-Gänge erstmals beschrieben hat. Das AMH wird als dimeres Glykoprotein bezeichnet. Es gehört zur Gruppe der transformierenden Wachstumsfaktoren (TGF). Man geht davon aus, dass AMH an Zelldifferenzierung und Zellwachstum beteiligt ist. AMH wird beim Mann in den Hoden und bei der Frau in den Granulosazellen des Eierstocks gebildet.

Aufgaben des AMH

In der Schwangerschaft, wenn beim Fötus die Geschlechtsmerkmale entstehen, bewirkt das AMH bei männlichen Embryos die Rückbildung der Müller-Gänge bis zur achten Schwangerschaftswoche. Die Müller-Gänge bleiben nur bei weiblichen Embryos ausgebildet.

Später ist der AMH-Wert bei geschlechtsreifen Frauen erneut relevant. Hier dient er als Marker für das Bestimmen der Fruchtbarkeit der Frau. In der Diagnostik beispielsweise bei Kinderwunsch steht der AMH-Wert in Wechselbeziehung mit der Funktion der Eierstöcke und den reifungsfähigen Eizellen.

Warum wird der AMH-Wert bestimmt?

Der AMH-Wert kann neben der Diagnostik bezüglich der Fruchtbarkeit auch Anhaltspunkte für verschiedene Erkrankungen geben. Bei Endometriose beispielsweise ist der AMH-Wert niedriger als normal. Bei dauerhaft erhöhten Werten besteht manchmal Verdacht auf ein Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS). Man kann mit ihm aber auch die Wechseljahre (Menopause) in etwa voraussagen. Ist der AMH-Wert sehr gering, deutet dies darauf hin, dass innerhalb der nächsten drei Jahre die Menopause eintritt. Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wird der AMH oft bestimmt, da die hormonelle Stimulation beispielsweise bei einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) dann angepasst werden kann.

Wie wird der AMH-Wert bestimmt?

Der AMH-Wert wird über eine Blutuntersuchung im Labor bestimmt. Er ist im Gegensatz zu anderen Hormonwerten nicht so sehr Schwankungen unterlegen. Daher ist er auch aussagekräftig, wenn die zu untersuchende Frau die Pille nimmt oder gerade ihre Regel hat.

Welche Normwerte gelten für AMH?

Der AMH-Wert richtet sich bei gesunden Frauen nach dem Alter. Ab 30 Jahren sinkt der AMH-Spiegel im Blut, was jedoch noch keine Unfruchtbarkeit bedeutet. Ist der Wert zu hoch, kann dies auf eine Erkrankung hindeuten. Die folgende Tabelle zeigt einige AMH-Werte:

  • Gesunde Frauen im gebärfähigen Alter haben normale AMH-Werte: 1–8 µg/l
  • Bei eingeschränkter Restfunktion der Eierstöcke: 0,4–1,0 µg/l
  • In den Wechseljahren: < 0,4 µg/l
  • Bei Verdacht auf PCO  8 µg/l
  • Zum Vergleich: Erwachsene Männer haben einen AMH-Wert von 1,5–4,3 µg/l

Der AMH-Wert ist neben einer Kinderwunschbehandlung auch in der Diagnostik von Erkrankungen relevant. Frauen mit niedrigem AMH-Wert können oft trotzdem noch schwanger werden. Neuste Erkenntnisse legen sogar nahe, dass der AMH-Wert möglicherweise nicht so aussagekräftig ist, wie immer angenommen wurde. Dies müssen jedoch weitere Forschungen erst belegen.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2017
Quellen

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