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Spezielle Techniken bei künstlicher Befruchtung

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 08. Februar 2017

Neben den klassischen Methoden der künstlichen Befruchtung wie IUI, IVf oder ICSI gibt es inzwischen einige Techniken, die zusätzlich angewendet werden können und die Erfolgschancen der Reproduktionsmedizin erhöhen sollen. Hierzu gehören EmbryoGlue, Blastozytentransfer und Assisted Hatching.

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Welche speziellen Techniken zusätzlich bei der künstlichen Befruchtung angeboten werden, hängt von der individuellen Situation ab
(c) iStockphto/didesign021

In manchen Kliniken Paaren werden diese speziellen Techniken angeboten und können mit der Hoffnung, die Erfolgschancen zu verbessern, eingesetzt werden.

Blastozytentransfer

Beim Blastozytentransfer werden die befruchteten Eizellen länger als beim normalen Transfer im Labor kultiviert. Liegen normalerweise zwischen der Entnahme der Eizellen und dem Wiedereinsetzen zwei bis drei Tage, so sind es beim Blastozytentransfer fünf Tage. Das bedeutet, dass sich die befruchteten Eizellen bereits in einem anderen Entwicklungsstadium befinden. Der Transfer findet dann zu dem Zeitpunkt statt, an dem die befruchtete Eizelle im natürlichen Prozess die Gebärmutter erreichen würde. Deshalb sind die Chancen nach einem Blastozytentransfer wohl etwas besser als beispielsweise ein Transfer an Tag 3 der Entwicklung.

Assisted Hatching

Diese Technik wird meistens eingesetzt, wenn bereits mehrere Versuche der künstlichen Befruchtung durchgeführt wurden, ohne dass eine Einnistung erfolgte. In den ersten Tagen umgibt die befruchtete Eizelle eine feste Hülle (Zona pellucida). Vier bis fünf Tage nach der Befruchtung "schlüpft" der Embryo aus dieser Hülle und nistet sich in der Gebärmutter ein. Inzwischen ist aber bekannt, dass diese Hülle bei künstlich befruchteten Eizellen fester ist und das Schlüpfen erschweren kann. Beim Assisted Hatching wird deshalb die feste Hülle "angekratzt", um das Schlüpfen zu erleichtern (=Schlüpfhilfe). Allerdings ist nicht eindeutig belegt, dass dies die Baby-Take-Home-Rate (entspricht den Lebendgeburten nach künstlicher Befruchtung) tatsächlich erhöht. Außerdem besteht beim "Ankratzen" die Gefahr, dass auch der Embryo beschädigt wird.

Viele Kliniken empfehlen das Assisted Hatching nur bei Frauen ab dem 36. Lebensjahr, nach mehrfachen erfolglosen Embryotransferen oder beim Kryo-Transfer, da auch in Studien hauptsächlich diese Frauen davon profitierten. Außerdem kann es angewendet werden, wenn eine auffällig dicke Zona pellucida im Labor zu erkennen ist.

EmbryoGlue

EmbryoGlue ist ein Mittel, welches die Einnistung nach einer künstlichen Befruchtung begünstigen soll. EmbryoGlue ist ein mit Hyaluron angereichertes Medium, welches bei der IVF angewendet werden kann. Da bereits seit vielen Jahren klar ist, dass nur eine sehr dünne Studienlage existiert, die zudem keinen Nutzen durch EmbryoGlue zeigt, spielt EmbryoGlue laut Experten keine Rolle mehr in der Reproduktionsmedizin. In vielen seriösen Kliniken wird deshalb EmbryGlue überhaupt nicht angeboten.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 08. Februar 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Erfahrungen bei der Reproduktionsmedizin"
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