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Embryonenspende

Embryonenspende nach erfolgreicher künstlicher Befruchtung
Dank Embryonenspende können auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch schwanger werden - per Embryonenspende
(c) iStockphoto

Bei einer In-vitro-Fertilisation oder ICSI kann es vorkommen, dass mehr Eizellen befruchtet werden als tatsächlich für die Behandlung benötigt werden. Wenn auf diese Weise Embryonen entstehen, die nicht benötigt werden, können sie als Embryonenspende einem Paar zur Verfügung gestellt werden, das weder eigene Eizellen noch Spermazellen bilden kann.

Embryonenspende nach erfolgreicher künstlicher Befruchtung

Paare, die nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung noch befruchtete Eizellen auf Eis liegen haben, können diese seit August 2013 spenden - für Paare, die sonst keine Chance auf eine Schwangerschaft haben. So können dank des Netzwerks Embryonenspende überzählige Embryonen und befruchtete Eizellen an kinderlose Paare vermittelt werden. Dabei befindet man sich in Deutschland mit der Embryonenspende in einer rechtlichen Grauzone.

Die Gesetzeslage ist schwierig: In Deutschland ist Samenspende erlaubt, Eizellspende hingegen nicht. Auch untersagt das Embryonenschutzgesetz kommerziellen Handel mit Eizellen und/oder Embryonen. Nicht verboten ist jedoch eine nicht-kommerzielle Vermittlung von befruchteten Eizellen oder Embryonen, die während einer Kinderwunschbehandlung entstanden sind und die der Kinderwunschpatientin anschließend nicht eingesetzt wurden. Viele Paare, die eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen, haben solche befruchteten Eizellen auf Eis ("Eisbärchen"), da bei einer Eizellstimulierung grundsätzlich versucht wird, viele Eizellen zu gewinnen, da keiner weiß, wie viele Versuche der ICSI es dauern wird, bis das Paar seinen Kinderwunsch erfüllt hat.

Konservierte Zellen aus der Kinderwunschklinik spenden?

Paare, die dann nach erfolgreicher Behandlung in einem Kinderwunschzentrum keinen weiteren Kinderwunsch mehr haben, haben oft noch befruchtete Eizellen kryokonserviert, die eigentlich für eine weitere Behandlung im Kinderwunschzentrum gedacht war, und stehen dann nicht selten vor der Frage, was damit passieren soll. Genau genommen, dürfte es diese überzähligen Eizellen gar nicht geben, aber in der Realität sieht es anders aus. In der Regel werden sie für einen weiteren Kinderwunsch aufbewahrt oder verworfen. Seit der Gründung des Netzwerks Embryonenspende im August 2013 haben diese Paare die Möglichkeit, ihre auf Eis liegenden Zellen zu spenden. Sie stellen sie somit Paaren zur Embryonenadoption ohne Kosten zur Verfügung, die keine andere Möglichkeit haben, ein Kind zu bekommen. Spender- und Empfängerpaar bleiben anonym, damit niemandem Gewinnabsichten unterstellt werden können.

Für wen ist die Embryonenspende geeignet?

Laut Definition sind die Eizellen noch nicht befruchtet, da sie im Zweizellerstadium sind - aber sie sind auch nicht unbefruchtet, da sie bereits sämtliche genetische Informationen des Paares in sich tragen. Das bedeutet, dass Paare, die zur Spende entschließen, damit leben müssen, dass möglicherweise ein Kind mit ihren Erbinformationen geboren wird. Andererseits können möglicherweise genau diese Paare den starken Kinderwunsch bei anderen Paaren verstehen und möchten ihnen so helfen, ihn ebenso zu verwirklichen. Der Schritt sollte in jedem Fall sehr gut überlegt werden.

Erfüllt sich der Kinderwunsch des Empfängerpaares nach der Embryonenspende, ist die Frau, die das Kind geboren hat, die biologische Mutter. Denn im Bürgerlichen Gesetzbuch ist eindeutig geregelt, dass die Frau, die das Kind zur Welt bringt, die biologische Mutter ist.

Zweifel an der Methode der Embryonenspende

Bezüglich der Methode gibt es noch einige rechtliche und ethische Bedenken von Experten. Zum einen dürfte es gar keine übrigen Zellen geben, da in Deutschland nur so viele Eizellen kultiviert werden dürfen, wie für die geplante Behandlung eingesetzt werden sollen. Zudem sollte das Recht auf Abstammung des Kindes bedacht werden. Schon bei Kindern, die aus damals anonymen Samenspende entstanden sind, gibt es heute rechtliche Forderungen nach Offenlegung. Es wäre wichtig, ein gut dokumentiertes Register zu führen. Außerdem läuft bei der Embryonenspende nach derzeitigen Stand der biologische Vater des Kindes Gefahr, dass er irgendwann bestimmt und damit unterhaltspflichtig wird. Darüber sollten sich Spenderpaare im Klaren sein.

Für wen kommt der Empfang der Spende in Frage?

Die Embryonenspende ist für Paare mit unerfülltem Kinderwunsches geeignet, bei denen die Behandlung mit eigenen Eizellen und Samenzellen nicht mehr möglich ist oder keine Erfolgsaussichten mehr hat. Ein Mediziner muss bestätigen, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg oder mit anderen in Deutschland erlaubten Methoden der Reproduktionsmedizin nicht möglich ist. Interessierte Paare können sich in die Zentralkartei des Netzwerks eintragen lassen. Dabei gelten folgende Altersgrenzen für Wunschelternpaare:         

  • Frauen: Vollendung des 44. Lebensjahres (also bis zum 45. Geburtstag)
  • Männer: Vollendung des 54. Lebensjahres (also bis zum 55. Geburtstag)

Bei der Vermittlung werden wichtige äußerliche Merkmale, wie Hauttyp, Haarfarbe, Augenfarbe, Größe und Blutgruppe des Spender- und Empfängerpaares, abgeglichen.

Netzwerk Embryonenspende

Paare, die sich über die Möglichkeit und die rechtliche Lage der Embryonenspende erkundigen möchten, können sich direkt an das Netzwerk in Dillingen wenden.

http://www.netzwerk-embryonenspende.de
Tel.: 09071/7290774 (Mo-Fr 9-12 Uhr)
E-Mail: info@netzwerk-embryonenspende.de

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2017
Quellen: Online-Informationen des Netzwerks Embryonenspende: http://www.netzwerk-embryonenspende.de (Stand: Juni 2016)

Beiträge im Forum "Erfahrungen bei der Reproduktionsmedizin"
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