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In Deutschland verboten, im Ausland möglich

Eizellspende: Ablauf, Kosten und rechtliche Situation

Eine Eizellspende ist eine Möglichkeit für Frauen beziehungsweise Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, im Rahmen der künstlichen Befruchtung schwanger zu werden. In Deutschland ist sie verboten.

Eizellspende
© GettyImages/Clouds Hill Imaging Ltd.

In Deutschland ist die Eizellspende durch das Embryonenschutzgesetz vom Dezember 1990 verboten. Dennoch wird dieses Verfahren seit mehr als 25 Jahren zur Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit angewendet. Da die Eizellspende in Europa unterschiedlich gesetzlich geregelt ist, lassen immer mehr betroffene Paare eine künstliche Befruchtung mittels Eizellspende im Ausland vornehmen.

Artikel-Inhalte im Überblick:

Ablauf und Anwendungsgebiete der Eizellspende

Für eine Eizellspende wird einer Frau, der Spenderin, eine oder mehrere Eizellen entnommen, um sie dann zu befruchten und einer anderen Frau, der Empfängerin, in die Gebärmutter einzusetzen.

Das Verfahren wird angewendet, wenn aufgrund des Alters, einer Erkrankung oder bei einer genetischen Vorbelastung keine befruchtungsfähigen Follikel bei der Empfängerin vorhanden sind.

Auch bei einer Leihmutterschaft wird häufig eine Eizellspende verwendet. Dabei wird der Leihmutter ein Embryo mit dem genetischen Material des bestellenden Paares eingesetzt.

Zur Vorbereitung auf eine Eizellspende bekommt die Spenderin Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke, sodass mehrere Eizellen heranreifen, die dann mittels einer Punktion entnommen werden.

Die Eizellen werden danach durch IVF oder ICSI mit Sperma befruchtet und der Empfängerin in die Gebärmutter eingesetzt (Embryonentransfer) oder für einen späteren Transfer kryokonserviert.

Rechtliche Situation zur Eizellspende

Die Eizellspende selbst ist in Deutschland verboten. Das Verbot soll Leihmutterschaft sowie kommerziellen Missbrauch vermeiden. Viele ungewollt kinderlose Paare in Deutschland reisen deshalb zur Erfüllung ihres Wunsches mittels Eizellspende in europäische Nachbarländer wie Tschechien, in denen dies legal ist. In vielen europäischen Ländern gibt es zur Eizellspende allerdings auch keine eigene Regelung. Das ist etwa in Polen der Fall, wo es ebenfalls zahlreiche Angebote in spezialisierten Kinderwunschzentren gibt.

Ist der Embryonentranfer nach Eizellspende im Ausland erfolgreich und die Frau wird schwanger, so wird die Frau dann in Deutschland gemäß der Richtlinien des Mutterschutzgesetzes weiterbetreut.

Genetische Mutter ist zwar die Spenderin, die juristische Mutterschaft geht bei dem Verfahren jedoch auf die Empfängerin über, die das Baby austrägt und zur Welt bringt. Die Vaterschaft hat deren Ehemann beziehungsweise Partner inne, sofern er diese anerkennt.

Warum ist die Eizellspende in Deutschland verboten?

Die Eizellspende ist ebenso wie die PID (Präimplantationsdiagnostik) in Deutschland ein Diskussionsthema, da die Vereinbarkeit des Embryonenschutzgesetzes mit dem Grundgesetz (Recht auf Familienplanung) in Frage gestellt wird. Die Embryonenspende ist hier nicht explizit verboten. Neben vielen betroffenen Paaren, sprechen sich auch einige Reproduktionsmediziner für eine Lockerung der Regelungen in Deutschland aus.

Die Gründe für das nach wie vor bestehende Verbot, Eizellen zu spenden, sind vielfältig. Eine Rolle spielen die Persönlichkeitsrechte und die erschwerte Identitätsfindung des Kindes, aber auch die medizinischen Risiken für Frauen, die Eizellen spenden beziehungsweise gespendete Eizellen empfangen.

Eizellspende in Osteuropa: Kosten und Erfolgsquote

Da die Eizellspende in Deutschland noch immer illegal ist, werben Internetauftritte ausländischer Reproduktionszentren, etwa in Tschechien, ganz gezielt um deutschsprachige Kund*innen. Man spricht in diesem Zusammenhang inzwischen von einem reproduktionsmedizinischen Tourismus.

Die Kosten für eine Eizellspende im osteuropäischen Ausland belaufen sich auf etwa 4.000 Euro. Die Chance, mit ihrer Hilfe schwanger zu werden, beträgt im Schnitt 30 bis 45 Prozent, ist aber stark abhängig von individuellen Faktoren der behandelten Frau.

Betroffene Paare sollten solche Angebote, gerade mit angeblichen Erfolgsversprechen, kritisch unter die Lupe nehmen und für sich alle Vor- und Nachteile abwägen.

Umgang der Eltern mit der Situation und Aufklärung der Kinder

Paare mit Kinderwunsch, die eine Eizellspende für sich in Erwägung ziehen, sollten auch darüber nachdenken, wie und wann sie ihr eventuell entstehendes Kind darüber aufklären möchten, wie es entstanden ist.

Ebenso wie bei einer Adoption kommt bei jedem Menschen irgendwann die Frage auf, woher er stammt. Zudem hat jeder Mensch ein Recht auf Kenntnis der Abstammung. Möglicherweise möchte das Kind dann irgendwann wissen, wer die Spenderin war. Eine frühzeitige Aufklärung des Kindes kann den Umgang damit eventuell vereinfachen und Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung verhindern. Zudem kann dieses Recht des Kindes unter Umständen nicht gewahrt werden, denn in manchen Ländern müssen Eizellspenderinnen anonym bleiben, so will es das Gesetz.

Auch wenn Kinder, die auf diesem Wege gezeugt wurden, in der Regel absolute Wunschkinder sind, so zeigt sich doch, dass sie häufig wissen möchten, wer ihre leibliche Mutter ist. Damit sollten sich Paare frühzeitig auseinandersetzen und für sich klären, wie sie damit umgehen möchten. Die ethische Frage der Eizellspende bleibt bestehen.

Medizinische Risiken einer Eizellspende

Frauen, die mithilfe einer Eizellspende schwanger geworden sind, haben ein höheres Risiko für eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung (Bluthochdruck). Sie gelten somit als Risikoschwangere und sollten engmaschig ärztlich betreut werden. Lassen Sie Ihre*n behandelnde*n Gynäkologin*Gynäkologin deshalb unbedingt wissen, wenn Ihr Baby mithilfe einer Eizellspende im Ausland entstanden ist. Im ersten Trimester besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Blutungen. Darüber hinaus kommt es statistisch wahrscheinlicher zu Ödemen, häufigem Erbrechen sowie Nierenproblemen.

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