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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane
Verschiedene Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane kann der Frauenarzt untersuchen
Getty Images/iStockphoto

Es kann verschiedene organische Ursachen für die Unfruchtbarkeit (Sterilität) der Frau geben. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Ursachen für Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane und wie sie abgeklärt werden können.

Störungen der Eileiter

Der Verschluss oder die Funktionsuntüchtigkeit der Eileiter gehören zu den häufigeren Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch. Wenn die empfindlichen Flimmerhärchen der Eileiter durch Entzündungen verklebt oder die Eileiter vernarbt sind, können die Spermien nicht zur Eizelle und die Eizelle nicht in die Gebärmutter gelangen. Besonders häufig folgt der Verschluss auf eine Eileiterentzündung durch Chlamydien und die Erreger der Gonorrhöe (Tripper).

Bei erkrankten Eileitern besteht außerdem die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft. Die befruchtete Eizelle bleibt auf ihrer Wanderung durch die Eileiter hängen und entwickelt sich hier zum Embryo weiter, bis der Platz schließlich nicht mehr ausreicht und die Frucht abstirbt oder - im schlimmeren und für die Frau lebensgefährlichen Fall - den Eileiter sprengt.

Wenn die Ärztin nachprüfen will, ob die Eileiter durchgängig sind, kann sie einen Durchgängigkeitstest durchführen, der unter Ultraschall beobachtet wird. Allerdings gibt diese Ultraschalluntersuchung tatsächlich nur Hinweise auf die Durchgängkeit der Eileiter, nicht aber auf deren Funktionstüchtigkeit. Die Durchgängigkeit kann auch bei einer Bauch- oder Eileiterspiegelung überprüft werden, bei der sich die Ärztin mit Hilfe eines Laparoskops die Eileiter anschauen kann. Diese Untersuchungen werden unter Narkose durchgeführt. Sollte es angezeigt sein, kann im gleichen Eingriff durch Trennen und Abtragen der Verwachsungen und durch Beseitigen von Endometrioseherden auch schon eine operative Behandlung erfolgen und ein zusätzlicher Eingriff vermieden werden. Wenn durch die mikrochirurgische oder laparoskopische Operation die normale Eileiterpassage nicht wieder herzustellen ist, kann eine In-vitro-Fertilisation, eine Befruchtung außerhalb der Körpers unter Umgehung des Eileiters versucht werden und unter Umständen sogar unter Verwendung gespendeter Eizellen (Eizellspende, Embryonenspende und Leihmutterschaft: Rechtliche Regelungen im In- und Ausland).

Störungen der Gebärmutter

Eine Gebärmutterspiegelung wird immer dann vorgenommen, wenn ein Verdacht auf eine anatomische Abweichung in der Gebärmutter infolge angeborener Verwachsungen, Polypen oder Myome besteht oder wenn bisherige Behandlungsmethoden nicht zur Schwangerschaft führten.

Störungen des Gebärmutterhalses (Zervix) und Zervixschleims

Der Gebärmutterhals und der von ihm gebildete Schleim (Zervixschleim) sind eine natürliche Schranke für krankheitserregende Keime, aber auch für Spermien. Wenn der Eisprung naht, bildet die Zervix große Mengen Schleim, der gut bewegliche Spermien durchlässt, während schlecht bewegliche Spermien zurückgehalten werden. Bei Östrogenmangel oder Scheideninfektionen ist die Schleimmenge vermindert, der Schleim bleibt auch während des Eisprungs zäh und undurchlässig.

Sperma-Antikörper im Zervixschleim senken die Fruchtbarkeit. Sobald die Spermien in den Schleim eindringen, werden sie von den Antikörpern angegriffen und geschädigt oder abgetötet. Um die Spermiendurchlässigkeit des Schleims zu prüfen, wird ein Postkoitaltest durchgeführt.

Neben dem Schleim kann auch das Innere des Gebärmuttermundes (am Übergang von Gebärmutterhals zum Gebärmutterkörper) ein unüberwindliches Hindernis für Spermien sein, wenn es nach häufigen und schweren Infektionen oder chirurgischen Eingriffen vernarbt und verengt ist.

Störungen der Scheide

Scheidenentzündungen oder Pilzinfektionen können das Scheidenmilieu so verändern, dass die Spermien absterben, bevor sie in die Gebärmutter gelangen. Sie müssen daher unbedingt behandelt werden. Auch bei hormonellen Fehlregulationen und verminderter Hormonbildung kann die normale Bakterienbesiedelung der Scheide beeinträchtigt sein.

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Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2017

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