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Diagnosemöglichkeiten

Unerfüllter Kinderwunsch: Diese Untersuchungen kommen infrage

Die Chancen, schwanger zu werden, liegen bei einem gesunden jungen Paar innerhalb von einem halben Jahr bei etwa 50 bis 60 Prozent. Daher ist es normal, wenn die Schwangerschaft etwas auf sich warten lässt. Jedes 7. Paar mit einem Kinderwunsch allerdings wartet vergeblich: Bei ihnen geht der Wunsch ohne medizinische Hilfe nicht in Erfüllung. Wie lange sollte ein Paar den Kinderwunsch der Natur überlassen und wann lieber ärztliche Beratung in Anspruch nehmen? Unsere medizinische Checkliste zeigt dir, welche Untersuchungen wann infrage kommen.

Paar bei Ärztin
© Getty Images/Nomad

Artikel-Inhalte im Überblick:

Kinderwunsch-Checkliste: 15 Dinge, die ihr jetzt erledigen solltet

Wann in die ärztliche Praxis bei Kinderwunsch?

Falls du einen unerfüllten Kinderwunsch hast und trotz ungeschütztem Sex in der fruchtbaren Zyklusphase nicht schwanger wirst, solltest du in folgenden Fällen einen gynäkologischen Termin vereinbaren:

  • wenn du jünger als 28 Jahre bist: nach 18 Monaten

  • wenn du zwischen 28 und 32 Jahren bist: nach einem Jahr

  • wenn du älter als 33 Jahre bist: nach einem halben Jahr

Du kannst anhand der folgenden Checkliste überprüfen, welche medizinischen Untersuchungen grundsätzlich infrage kommen. Einige der diagnostischen Möglichkeiten sind hier zusammengestellt. Nicht alle Untersuchungen sind für jedes Paar möglich oder nötig und nicht alle Untersuchungen müssen zu Beginn der Diagnostik gemacht werden.

Dein*e Arzt*Ärztin wird Dir empfehlen, zunächst die einfachen Untersuchungen zu machen, um die häufigsten Ursachen der Kinderlosigkeit auszuschließen: Wenn man die Ursache mit den einfachen Untersuchungen nicht findet, können immer weitere diagnostische Verfahren angewendet werden, die manchmal aber recht aufwändig und teuer sind.

Zu den diagnostischen Optionen bei Fruchtbarkeitsstörungen zählen unter anderem Blut- und Ultraschalluntersuchungen, eine Bauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung der Frau sowie ein Spermiogramm beim Mann.

Wenn ihr schon länger vergeblich versucht, schwanger zu werden:

  • Ist dein Partner schon einmal hinsichtlich seiner Fruchtbarkeit untersucht worden? Ist ein Spermiogramm gemacht worden?

  • Wurde ärztlich festgestellt, ob du einen regelmäßigen Eisprung hast?

  • Ist der Eisprung anhand einer Basaltemperaturkurve festgestellt worden?

  • Ist der Eisprung anhand von Ultraschalluntersuchungen festgestellt worden?

  • Ist der Eisprung anhand von Hormonuntersuchungen festgestellt worden?

Wenn du schon eine oder mehrere Fehl- oder Frühgeburten hattest:

Falls der Eisprung stattfindet und es Hinweise auf Hormonstörungen gibt:

  • Gibt es Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche?
    (Wenn die zweite Zyklushälfte weniger als zehn Tage lang und das Gelbkörperhormon im Blut in der zweiten Zyklushälfte zu niedrig ist.)

  • Ist der Prolaktinwert getestet worden?
    (Zwischen dem fünften und zehnten Zyklustag wird das Prolaktin im Blut untersucht.)

  • Ist bei normalem Prolaktinwert und deutlichen Symptomen (Brustspannen u.a.) ein Metoclopramid Belastungstest durchgeführt worden?
    (Dabei wird ein Medikament verabreicht und vorher und nachher der Prolaktinwert gemessen).

Falls kein Eisprung stattfindet bzw. der Zyklus der Frau sehr unregelmäßig ist:

Gibt es Hinweise auf ein PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)? Dabei handelt es sich um einen der häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit. Typisch für PCOS ist das Ausbleiben der Menstruation/des Eisprungs (Anovulation) und kleine Zysten in den Eierstöcken, die im Ultraschall sichtbar sind.

  • Ist eine Ultraschall-Untersuchung gemacht worden?

  • Sind die Androgene (Testosteron und DHEAS = Dehydroepiandrosteron-Sulfat) im Blut getestet worden?
    (Referenzwerte:
    Testosteron am 3. Zyklustag 0,1 - 0,6 ng/ml
    DHEAS am 3. Zyklustag 0,4 - 4,3 µg/ml)

  • Ist das luteinisierende Hormon (LH) im Blut getestet worden?
    (Referenzwerte:
    LH am 3. Zyklustag LH am Tag des höchsten LH-Wertes (16 bis -36 Stunden vor dem Eisprung) > 20 mlE/ml)

  • Ist bei einem Verdacht auf PCO-Syndrom ein ACTH-Test durchgeführt worden (um bestimmte Enzymdefekte auszuschließen)?

Falls es keine Hinweise auf Hormonstörungen gibt:

  • Hat eine Untersuchung des Gebärmutterhalses stattgefunden?

  • Ist der Zervixschleim der Frau zur Zyklusmitte untersucht worden?

  • Gab es eine Eileiterspiegelung um eventuelle Myome, Polypen, Verwachsungen oder Verformungen der Gebärmutter festzustellen?

  • Wurde eine Bauchspiegelung gemacht, um festzustellen, ob die Eileiter durchgängig sind, ob die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter normal geformt sind?

  • Gab es eine Eileiterspiegelung, um die Durchgängigkeit der Eileiter zu prüfen?

  • Ist ein Postkoitaltest gemacht worden?
    Zum Zeitpunkt des Eisprungs (wichtig!) wird etwa sechs bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr anhand einer Probe aus dem Zervixschleim (vaginale Untersuchung in der gynäkologischen Praxis) geprüft, ob die Spermien beweglich sind und ob es möglicherweise eine Unverträglichkeit zwischen Zervixschleim und Spermien gibt.

  • Sind die Rhesus-Faktoren der Eltern überprüft worden?
    Anhand einer Blutuntersuchung beider Elternteile wird der Rhesusfaktor festgestellt. Bei Unverträglichkeiten (sie = Rh-negativ und er = Rh-positiv) kann es zu Problemen kommen.

  • Sind deine Blutwerte auf Gerinnungsstörungen untersucht worden?

  • Ist eine Schilddrüsenstörung anhand des Schilddrüsenhormons TSH ausgeschlossen worden?

  • Ist der Zuckerstoffwechsel getestet worden?

  • Ist eine Diabetes ausgeschlossen? Ist ein Diabetestest (Urintest reicht nicht aus!) gemacht worden?

Immunologische Abklärung:

  • Liegt eine Autoimmun-Erkrankung oder eine Immunstörung vor?
    Das würde bedeuten, dass sich eine befruchtete Eizelle gar nicht erst einnisten kann.

Ist dein Partner untersucht worden?

  • Ist ein Spermiogramm des Mannes angefertigt worden, um Unfruchtbarkeit auszuschließen?
  • Gab es eine Anamnese des Partners?
  • Ist eine äußere Untersuchung des Mannes durchgeführt worden (etwa auf Krampfadern am Hoden)?

"Bist Du schwanger?": Darum ist diese Frage ein No-Go
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