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Dienstag, 19. September 2017
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Alter der Eltern bei Kinderwunsch

Alter der Eltern bei Kinderwunsch
Das Alter der Eltern spielt eine große Rolle beim Kinderwunsch - schwanger werden ist jedoch trotzdem möglich
Getty Images/iStockphoto

Das Alter der Eltern - und vor allem das der Frau - spielt eine große Rolle bei einem Kinderwunsch. Während Samenzellen bei Männern ständig neu gebildet werden, verfügen Mädchen bereits direkt nach der Geburt über etwa eine Million Eizellen in Eizellen-Vorformen (Primärfollikel). Etwa 40.000 Zellen bleiben bis zur Pubertät übrig und ungefähr 400 bis 500 reifen im Laufe des Lebens einer Frau zu fruchtbaren Eizellen heran.

Die Anzahl der Eizellen

In jedem Monatszyklus kann nach dem Eisprung eine Eizelle von einer Samenzelle befruchtet werden. Die Eizellen altern in gleichem Maße wie die Frau. Im Laufe der Zeit können sie Schäden aufweisen und sind dann unter Umständen nicht mehr befruchtungsfähig. Auch die Zahl der Eizellen nimmt mit steigendem Alter der Frau ab und ab einem Alter von etwa 35 Jahren lässt die Fruchtbarkeit nach. Wenn mit Eintritt der Wechseljahre die Regelblutung ausbleibt, ist dies ein Anzeichen dafür, dass keine Eizellen mehr vorhanden sind.

Die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern sich also stark nach dem 35. Lebensjahr. Dies sollten Sie bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts für ein Baby beachten. Bei etwa einem Fünftel der Frauen, die sich erst zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr ein Kind wünschen, bleibt dieser Wunsch unerfüllt. Die Zahl der ungewollt kinderlosen Frauen nimmt mit deren steigendem Lebensalter zu. Medizinisch betrachtet sind die besten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zwischen dem 25. und dem 29. Lebensjahr gegeben.

Das Alter der Männer spielt bei einem Kinderwunsch nur eine untergeordnete Rolle im Vergleich zum Alter der Frau. Denn bei Männern kann die Zeugungsfähigkeit bis etwa zum 60. Lebensjahr erhalten bleiben, danach nimmt sie dann rasch ab.

Das Alter der Mutter - welche Komplikationen können eintreten?

Schwangerschaften bei Frauen, die 35 Jahre oder älter sind, werden als Risikoschwangerschaft eingestuft. Dies wird auch im Mutterpass vermerkt. Es steigt die Wahrscheinlichkeit für

  • chromosomale Fehlbildungen des Kindes (insbesondere Trisomie 21)
  • Schwangerschaftskomplikationen wie Gestose oder Diabetes
  • Fehlgeburten

Auch wenn Schwangere ab 35 Jahren nicht automatisch mit Komplikationen rechnen müssen, verweisen Ärzte auf die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik, um Unregelmäßigkeiten bei der Entwicklung des Ungeborenen frühzeitig erkennen zu können.

Das Alter der Eltern - gesellschaftliche Hintergründe

Derzeit sind verheiratete Frauen in Deutschland bei der Geburt ihres ersten Kindes knapp 30 Jahre alt. Bei unverheirateten Frauen liegt das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt bei knapp über 28 Jahren. Das Alter ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. So brachten 1961 verheiratete Frauen im früheren Bundesgebiet das erste Kind mit knapp 25 Jahren zur Welt. 1991 lag das Durchschnittsalter der Frau bei der Geburt des ersten Kindes innerhalb einer Ehe bei knapp 27 Jahren.

Das steigende Alter für eine erste Schwangerschaft kann damit zusammen hängen, dass Frauen hohen Wert auf eine qualifizierte Ausbildung legen und zunächst beruflich erfolgreich sein möchten, bevor sie sich dafür entscheiden, Nachwuchs zu bekommen. Anders als in einigen Nachbarländern wie Frankreich oder Dänemark fällt es Frauen in Deutschland noch immer schwer, die eigene Familie und berufliche Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Auch Zukunftsängste, beispielsweise im Hinblick auf eine gefestigte und funktionierende Partnerschaft oder ein sicheres Einkommen, können dazu führen, dass eine Schwangerschaft für einen späteren Zeitpunkt geplant wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2017
Durch: Miriam Funk
Quellen: Breckwoldt,M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme, Stuttgart 2008; Online-Informationen des Statistisches Bundesamts Deutschland. Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt ihrer lebendgeborenen Kinder in Deutschland. www.destatis.de (Stand: November 2008); Ritzinger, P. und Weissenbacher, E. R.: Später Kinderwunsch. Chancen und Risiken. Zuckschwerdt, Germering 2006

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