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Wasserkopf (Hydrocephalus)

Als Wasserkopf (Hydrocephalus/Hydrozephalus) werden Wasseransammlungen im Gehirn bezeichnet, die durch Störungen des Flüssigkeitshaushalts hervorgerufen werden. Die im Gehirn vorhandenen Flüssigkeitsräume sind erweitert, was je nach Ausdehnung zu Hirnschädigungen führen kann.

Wasserkopf (Hydrozephalus)
Bei einem Wasserkopf ist die Fontanelle nach außen gewölbt
(c) iStockphoto

Wie entsteht ein Wasserkopf (Hydrocephalus)?

Das Gehirn und das Rückenmark haben einen gesonderten Flüssigkeitshaushalt und -kreislauf. Umhüllt von den Hirnhäuten existiert hier ein eigenes geschlossenes System. Die Flüssigkeit, die im Volksmund als Hirnwasser bezeichnet wird, heißt Liquor. Im Gehirn befinden sich üblicherweise mit Liquor gefüllte Hohlräume. Bestimmte Ursachen können dazu führen, dass zu viel Liquor vorhanden ist und sich die Ventrikel dadurch erweiterten und vergrößern, und so ein Wasserkopf entsteht. Unter Umständen kann ein erweiterter Ventrikel anderen Hirnteilen quasi den Platz wegnehmen.

Ursachen und Formen des Hydrocephalus

Man unterscheidet verschiedene Formen: Den Hydrocephalus internus mit einer ausschließlichen Erweiterung der Hirnventrikel, den Hydrocephalus externus, bei dem nur die äußeren Liquorräume erweitert sind, und den Hydrocephalus externus und internus (auch communicans genannt) mit einer durchgängigen Verbindung der inneren und äußeren Liquorräume. Außerdem unterscheidet man nach den Ursachen für die Liquoransammlung.

Die mit einem Anteil von 60 % am häufigsten vorkommende Art ist der Hydrocephalus occlusus. Er entsteht oft durch Blutungen, Entzündungen, Tumoren oder veränderte Blutgefäße, dann ist es fachsprachlich ein sekundäer Hydrocephalus. Als primäre Form tritt der Hydrocephalus occlusus seltener auf. Er ist die Folge von erblichen Fehlbildungen von Teilen des Ventrikelsystems.

Mit etwa 30 % kommt der Hydrocephalus nonresorptivus am zweithäufigsten vor. Er ist vermutlich Folge von Entzündungen oder Blutungen innerhalb der Hirnhäute.

Auf zehn Prozent aller Fälle kommt der Hydrocephalus hypersecretorius. Ihm liegen in der Entstehung entzündliche Prozesse sowie Quecksilber- oder Kohlenmonoxidvergiftungen zu Grunde. 

Auch veränderte Blutgefäße in den Ventrikeln können den Hydrocephalus hypersecretorius hervorrufen.

Symptome des Hydrocephalus beim Baby

Die Symptome eines Wasserkopfs im Säuglingsalter sind mit bloßem Auge bereits zu erkennen. Der Kopfumfang vergrößert sich überproportional, die große Fontanelle kann vorgewölbt sein und die Schädelvenen sind gestaut. Das sogenannte Sonnenuntergangsphänomen beschreibt das teilweise Verschwinden der Augenhornhaut hinter dem unteren Augenlid bei geöffneten Augen. Die Entwicklung des Kindes kann in unterschiedlicher Ausprägung verzögert sein.

Wie erkennt man einen Hydrocephalus?

Nachdem der deutliche Sichtbefund bei einem Säugling auf einen Wasserkopf hinweist, kann mittels Sonografie (Ultraschall), Computertomografie oder MRT die Diagnose gestellt werden. Manchmal ist eine Messung der Druckverhältnisse im Gehirn notwendig. Idealerweise wird hierbei auch die konkrete Ursache der Symptomatik festgestellt, nach der sich auch die Therapie richtet. Inzwischen wird aber bereits häufig während der Schwangerschaft im Mutterleib im Rahmen der pränatalen Diagnostik festgestellt, dass erweiterte Ventrikel bestehen.

Therapie bei Hydrocephalus

Kurzfristig kann ein entstehender Wasserkopf mit Medikamenten behandelt werden. Die wichtigste Therapie bei einem Hydrocephalus ist aber das Beseitigen seiner Ursache. Kann dies nicht geschehen, muss versucht werden, den Druck aus dem Gehirn zu nehmen, damit keine Strukturen geschädigt werden. Hierzu kann ein sogenannter Shunt als Drainage eingesetzt werden. Dieser funktioniert wie ein Ventil, der die überschüssige Flüssigkeit ableitet und so den Wasserkopf verringert. Manchmal sind zusätzlich noch andere kleine Eingriffe nötig. Ein Shunt kann allerdings auch zu Komplikationen führen, da beispielsweise Entzündungen oder Abstoßungsreaktionen vorkommen können.

Ein Leben mit Wasserkopf?

Bei einer rechtzeitigen Behandlung kann sich ein Säugling mit Wasserkopf normal weiterentwickeln, auch wenn der Shunt mehrmals erneuert werden muss. Entscheidend für den Therapieverlauf ist jedoch die Ursache für den Hydrocephalus. Kann sie nicht behoben werden, ist keine Normalisierung des Ventrikelsystems zu erwarten. Die Bandbreite der Folgen des Hydrocephalus ist sehr groß und von Fall zu Fall unterschiedlich. Viele Kinder mit Wasserkopf entwickeln sich völlig normal, andere haben Hirnschädigungen und damit einhergehende Behinderungen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. November 2017
Quellen

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