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Wasserbruch (Hydrozele)

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2016

Wasserbruch (Hydrozele) bezeichnet eine Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack. Etwa sechs Prozent aller männlichen Neugeborenen kommen mit einem Wasserbruch zur Welt.

hydrozele
Ein angeborener Wasserbruch verschließt sich im ersten Lebensjahr oft von selbst
(c) iStockphoto/FamVeld

Ein Wasserbruch tritt häufig in Kombination mit einem kindlichen Leistenbruch auf.

Ursachen: Wie entsteht ein Wasserbruch?

Ein Wasserbruch (Hydrozele) ist in den meisten Fällen angeboren und entsteht dadurch, dass sich eine Ausstülpung der Bauchwand, der sogenannte Scheidenhautfortsatz, im Verlauf der kindlichen Entwicklung nicht richtig verschließt. So entsteht eine Lücke, durch die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in den Hodensack gelangen kann. Verschiedene Faktoren begünstigen einen Wasserbruch:

  • Frühgeburt
  • Bindegewebsschwäche
  • Fehlbildungen im Urogenitaltrakt
  • Druckerhöhugn im Bauchraum durch Omphalozele (Nabelschnurbruch) oder ähnliche Erkrankungen

Es gibt aber auch bei erwachsenen Männern eine erworbene Form der Hydrozele. Hierfür kommen als Ursachen verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Entzündungen oder Tumoren in Frage.

Welche Symptome zeigen sich beim Wasserbruch?

Ein Wasserbruch zeigt sich durch einen prall-elastisch geschwollenen Hodensack. In der Regel treten zunächst keine Schmerzen auf, da sich der der Hodensack meistens nur langsam mit Flüssigkeit füllt. Tritt die Flüssigkeit jedoch zu schnell innerhalb weniger Tage in den Hodensack ein, kann es durch die schnelle Ausdehnung zu Schmerzen kommen.

Wie wird ein Wasserbruch diagnostiziert?

Zur Diagnose eines Wasserbruchs reicht häufig eine Tastuntersuchung des Hodens aus. Die Wasseransammlung lässt sich außerdem mithilfe einer Lichtquelle, die an den Hodensack gehalten wird, gut erkennen. Zusätzlich kann eine Ultraschall-Untersuchung hilfreich sein, etwa um einen gleichzeitig vorliegenden kindlichen Leistenbruch auszuschließen.

Wie wird ein Wasserbruch behandelt?

Bei Babys bildet sich ein Wasserbruch oft innerhalb des ersten Lebensjahrs von alleine zurück, sodass keine Behandlung notwendig ist. In allen übrigen Fällen wird die Lücke zwischen Bauchhöhle und Hodensack operativ verschlossen. Für die Operation wird eine kurze Vollnarkose benötigt. Die Dauer der Operation beträgt nur etwa 30 Minuten. Babys müssen in der Regel nu reine Nacht in der Klinik bleiben.

Auch bei erwachsenen Männern gilt: Ab einer bestimmten Größe des Wasserbruchs wird immer eine Operation empfohlen. Das Punktieren eines Wasserbruchs bringt nur kurzfristig Entlastung, da die Flüssigkeit meist sofort wieder nachläuft und ist somit nicht sinnvoll. Eine medikamentöse Behandlung ist beim Wasserbruch nicht möglich.

Gibt es Komplikationen beim Wasserbruch?

In vielen Fällen bildet sich ein angeborener Wasserbruch im Verlauf des ersten Lebensjahrs spontan zurück. Die Heilungschancen nach einer Operation sind sehr gut und Komplikationen sind sehr selten. Häufig kommt es nach der Operation zur Schwellung des Hodensacks, die das Hochlagern und abschwellende Medikamente sowie unter Umständen das Tragen eines Hodenhalters (Suspensorium) erforderlich macht.

In sehr seltenen Fällen kommt es zu einem erneuten Wasserbruch. Dann kann wieder eine Operation nötig werden.

Kann man einem Wasserbruch vorbeugen?

Einem angeborenen Wasserbruch kann man nicht vorbeugen. Ein erworbener Wasserbruch lässt sich in einigen Fällen durch eine rasche Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen vermeiden.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2016
Quellen

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