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Pylorusstenose (Magenpförtnerverengung)

Autor: Christian Emmerling
Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2017

Pylorusstenose, auch Magenpförtnerverengung genannt, bezeichnet eine Verengung des Magenausgangs, die bei etwa drei von 1000 Neugeborenen vorkommt. Die Erkrankung äußert sich durch schwallartiges Erbrechen, das meistens zwischen der dritten und zehnten Lebenswoche auftritt.

Pylorusstenose (Magenpförtnerverengung)
Von Pylorusstenose Betroffene haben häufigen und großen Durst
iStock/FangXiaNuo

Jungen sind etwa fünfmal häufiger von Pylorusstenose betroffen als Mädchen.

Was sind die Ursachen einer Pylorusstenose?

Bei der Pylorusstenose ist der Muskel verdickt, der die Pforte vom Magen zum Dünndarm reguliert (Pylorus, lat.: Pförtner). Wie es zu der Verdickung kommt, ist bislang nicht geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass genetische Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen, da die Störung oft familiär gehäuft auftritt.

Wie äußert sich eine Pylorusstenose?

Die Verengung des Magenausgangs führt dazu, dass die Nahrung aus dem Magen nicht oder nicht komplett in den Dünndarm weitertransportiert werden kann. Dadurch staut sich die Nahrung im Magen an und wird explosionsartig nach der Mahlzeit erbrochen. Das Erbrochene riecht eher säuerlich. Dennoch trinken Babys mit Pylorusstenose gierig, da Hunger und Durst nicht gestillt werden können. Durch den Mangel an Nährstoffen und Flüssigkeit nehmen betroffene Babys innerhalb weniger Tage sehr schnell ab und scheiden immer weniger Urin aus. Der Stuhlgang bekommt eine ähnliche Form wie Hasenköttel. Meistens werden die Kinder zunächst unruhig und später teilnahmslos.

Wie wird eine Pylorusstenose diagnostiziert?

Eine Pylorusstenose kann mithilfe bestimmter Blutwerte und einer Ultraschall-Untersuchung diagnostiziert werden. Besteht weiterhin Unklarheit, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmitteln hilfreich sein.

Wie wird eine Pylorusstenose behandelt?

Zur Behandlung einer Pylorusstenose wird der verengte Pförtnermuskel operativ erweitert. Nach Möglichkeit wird die Operation endoskopisch durchgeführt (Laparoskopie) und auf einen offenen Eingriff verzichtet. Wenn Babys aufgrund der Magenpförtnerverengung stark ausgetrocknet sind oder der Kreislauf nicht stabil genug ist, werden sie vor der Operation mit Kochsalz-Infusionen versorgt.

Wie verläuft eine Pylorusstenose?

Wenn Neugeborene mit Pylorusstenose nicht rechtzeitig behandelt werden, kann es durch die Austrocknung des Körpers zu ernsthaften Kreislaufstörungen kommen. Nach einer Operation können Babys meistens innerhalb von zwei Tagen wieder normal trinken und aus dem Krankenhaus entlassen werden. Eine Nachbehandlung ist in der Regel nicht nötig.

Kann man einer Pylorusstenose vorbeugen?

Einer Pylorusstenose bei Neugeborenen kann man nicht vorbeugen, da die Entstehungsmechanismen nicht bekannt sind und vermutlich erbliche Faktoren eine Rolle spielen.

Pylorusstenose bei Erwachsenen

Die Symptome der Pylorusstenose beim Erwachsenen sind denen beim Säugling sehr ähnlich: schwallartiges Erbrechen, Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, starker Durst und Hungergefühl. Nach einiger Zeit kommt es zu einer Gewichtsabnahme und (auch sichtbaren) Austrocknung. Unbehandelt kann die Pylorusstenose bei Erwachsenen zu ernsthaften Problemen führen.

Ursachen der Pylorusstenose bei Erwachsenen liegen meist in vorherigen Geschwüren (Ulcus) des Magens oder Darms begründet. Seltener können auch Tumoren die Ursache für eine Pylorusstenose beim Erwachsenen sein. In seltenen Fällen ist die Pylorusstenose angeboren, wurde aber - wahrscheinlich aufgrund eines eher milden Verlaufs - beim Säugling nicht erkannt (eher unspezifische, nicht so heftige Symptome wie saures Aufstoßen, Völlegefühl und Erbrechen) und entsprechend behandelt.

Wie beim Säugling wird die Pylorusstenose auch beim Erwachsenen operativ behandelt.

Autor: Christian Emmerling
Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2017
Quellen

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