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Was tun gegen Erbrechen und Durchfall?

Norovirus bei Babys und Kindern

Das Norovirus verursacht akute Magen-Darm-Infektionen mit Erbrechen und Durchfall. Noroviren treten weltweit auf und stellen bei Babys und Kleinkindern nach den Rotaviren die zweithäufigste Ursache akuter Darminfektionen dar. Im Gegensatz zu Rotaviren gibt es gegen Noroviren jedoch keine Impfung.

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© GettyImages/berkant_sezer

Eine akute Magen-Darm-Grippe wird fachsprachlich als Gastroenteritis bezeichnet. Die Infektion kann verschiedene Ursachen haben, unter anderem verschiedene Bakterien oder Viren. Der erste medizinische Nachweis einer viral bedingten Gastroenteritis gelang Anfang der 1970er Jahre. Der Name des „Norwalk-like virus“ geht auf die Epidemie im Jahre 1968 in Norwalk (USA) zurück. Daher rührt wahrscheinlich die Bezeichnung Norovirus.

Nach Rotaviren sind Noroviren die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infekte bei Babys und Kindern. Bei Kindern sind sie insgesamt für ein Drittel aller Durchfallerkrankungen verantwortlich. Die meisten Erkrankungen treten dabei in den Wintermonaten auf.

Artikel-Inhalte im Überblick:

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Norovirus: Das Wichtigste in Kürze

  • Noroviren sind auf der ganzen Welt verbreitet. Kinder unter fünf Jahren und ältere Personen sind besonders häufig betroffen.
  • Die Norovirus-Infektion ist hochansteckend und wird über Schmierinfektion oder feinste Tröpfchen von erregerhaltigem Erbrochenem übertragen.
  • Noroviren werden so leicht übertragen, da eine minimale Infektionsdosis von zehn bis 100 Viruspartikeln ausreicht.
  • Somit verbreitet sich eine Noroviren-Infektion innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen oft rasend schnell.
  • Die Hauptsymptome sind Übelkeit, Bauchschmerzen, schwallartiges Erbrechen und heftige, wässrige Durchfälle.
  • Betroffene verlieren auf diesem Weg schnell viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Das kann besonders für kleine Kinder gefährlich werden.
  • Gegensteuern kann man mit viel Trinken und Hausmitteln. Ein Medikament gegen die auslösenden Viren steht nicht zur Verfügung, nur die Symptome können behandelt werden.

Infektionsweg: Wie überträgt sich das Norovirus?

Noroviren können sich über Schmierinfektionen verbreiten, zum Beispiel beim Händeschütteln oder durch verschmutzte Türklinken. Aerosole, die beim Erbrechen entstehen, sind ebenfalls infektiös. Und auch über kontaminiertes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel werden die Viren übertragen. Aufgrund der hohen Erregeranzahl im Erbrochenen oder im Stuhl ist ohne strenge Hygiene eine Ansteckung leicht möglich.

Noroviren sind dafür bekannt, dass sie sich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen rasend schnell verbreiten können. Auch in Kindergärten, Schulen, Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffen kommt es immer wieder zu größeren Ausbrüchen. Durch ihre Fähigkeit, ständig in neuen Virusvarianten aufzutreten, die unterschiedlich starke Symptome auslösen, sind Noroviren für alle Menschen und immer wieder ein Thema.

Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage, jedoch zeigen viele Menschen nach einer Ansteckung die ersten Symptome oft schon nach zehn bis 48 Stunden. Die akute Phase dauert zwei bis vier Tage.

Ansteckung vermeiden: Hygiene ist oberstes Gebot

Zur Vermeidung von Ansteckung ist es unbedingt ratsam, sich häufig und gründlich die Hände mit Seife zu waschen, insbesondere, wenn man von draußen (Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel) nach Hause kommt, Hände geschüttelt hat usw. Denn das Norovirus überträgt sich vor allem über die Hand. Betroffene sollten sich daher nach dem Toilettengang sehr gründlich die Hände waschen – und zwar bis zu zwei Wochen nach Abklingen der Erkrankung, denn so lange kann das Virus noch ausgeschieden werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zudem folgende Maßnahmen, um die rasche Ausbreitung von Noroviren zu verhindern:

  • Kontakt zu Erkrankten meiden und auf sorgfältige Händehygiene achten. Die Hände dazu mindestens 30 Sekunden mit Seife waschen!
  • Bei der Betreuung von erkrankten Personen zu Hause muss ebenfalls eine gute Hände- und Toilettenhygiene (regelmäßige Reinigung der Kontaktflächen, personenbezogene Hygieneartikel/Handtücher) eingehalten werden.
  • Mit Erbrochenem oder Stuhl in Berührung kommende Gegenstände und Flächen (zum Beispiel Waschbecken, Toiletten, Türgriffe, Böden) sollten nur mit Gummihandschuhen gründlich gereinigt werden. Damit dabei keine weitere Verbreitung der Viren stattfindet, verwende Einwegtücher, die du danach direkt entsorgen kannst.

Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist in der Regel nicht erforderlich. Vielmehr kommt es auf konsequentes Durchziehen der genannten Maßnahmen an.

Norovirus: Diese Symptome sind typisch

Häufig kommt es bei der Norovirus-Infektion nach einer Inkubationszeit von einem bis drei Tagen aus heiterem Himmel zu plötzlichem, schwallartigem Erbrechen, oft mit heftigen Durchfällen verbunden. Auch sehr schmerzhafte Krämpfe des Verdauungstrakts und Übelkeit sind häufig.

Diese Symptome halten meist einige Tage an. Die Erreger im Stuhl können allerdings noch mehrere Wochen nach überstandener Erkrankung nachgewiesen werden. In dieser Zeit sollten weiterhin die strengen Hygienemaßnahmen beachtet werden.

Norovirus-Anzeichen beim Baby

Babys, die am Norovirus erkrankt sind, verweigern oft zu trinken, weinen viel und leiden ebenfalls an starken Durchfällen und Erbrechen. Durch den Flüssigkeitsverlust kann die Fontanelle leicht eingefallen sein. Der Windelinhalt ist häufig wässrig-schleimig, grünlich oder gelblich. Besonders, wenn zusätzlich Fieber auftritt, besteht die Gefahr eines Flüssigkeitsmangels. Durch den Durchfall kann es zusätzlich zu einer Windeldermatitis kommen.

Wann in die Praxis mit meinem Baby/Kind?

Für Eltern ist nicht zu erkennen, ob es sich bei der Magen-Darm-Grippe um eine Norovirus-Infektion handelt oder ob andere Erreger die Ursache sind. Unbedingt ausgeglichen werden muss der massive Flüssigkeitsverlust.

Eltern sollten in folgenden Fällen unbedingt die ärztliche Praxis aufsuchen:

  • Durchfall und Erbrechen halten länger als zwei Tage an.
  • Das Baby oder Kind trinkt nicht ausreichend.
  • Begleitend zum Magen-Darm-Infekt tritt hohes Fieber auf.
  • Kleinste aufgenommene Mengen werden umgehend wieder erbrochen.
  • Die Fontanelle fällt ein.
  • Merklicher Gewichtsverlust tritt auf.

Schonkost und Hausmittel: Das hilft Babys und Kindern bei einer Norovirus-Infektion

Gemeinsames Ziel aller Maßnahmen ist es, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch Erbrechen und Durchfälle bestmöglich auszugleichen.

  • Trinken, trinken, trinken ist die wichtigste Maßnahme. Säuglinge häufig anlegen zum Flüssigkeitsausgleich oder eine geeignete Ersatznahrung geben!
  • Ältere Kinder können Fenchel- oder Kamillentee mit Traubenzucker und Wasser trinken und ggf. mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke versorgt werden.
  • Eltern können eine Elektrolytlösung auch selbst herstellen: Dazu einen Liter stilles Mineralwasser mit einer Tasse Orangensaft, einem knappen Teelöffel Salz und etwa acht Teelöffeln (Trauben-)Zucker vermischen.
  • Häufig Windeln wechseln, um einen wunden Po zu vermeiden.
  • Getrocknete Heidelbeeren (keine frischen!) in Quark geben.
  • Rohen geriebenen Apfel zwei- bis dreimal täglich geben.
  • Karottensuppe, wenn das Kind mag mit etwas Ingwer: ein Pfund Möhren mit einem Liter Wasser eine Stunde lang kochen, pürieren und 1 einen Teelöffel Salz dazugeben.
  • Auch Zwieback, Salzstangen, klare Brühe, Banane und Haferschleim sind mögliche Alternativen als Schonkost und Hausmittel.
  • Auf Süßes und Fettiges dagegen erst mal verzichten!

Zur Unterstützung der Darmschleimhaut eignen sich natürliche Pektine, wie sie vor allem in Äpfeln und Karotten enthalten sind. Sie können das Wachstum krankmachender Keime im Darm hemmen und tragen gleichzeitig zur Eindickung des Stuhls bei. In der Apotheke gibt es natürliches Pektin zu kaufen. Weise den*die Apotheker*in aber auf jeden Fall darauf hin, dass die Arznei für ein Baby/Kind gedacht ist.

In schwereren Fällen empfiehlt es sich, den Verlust an Mineralstoffen mit einer Elektrolytlösung (Apotheke) auszugleichen. Bei sehr starken Beschwerden kann Kindern in ärztlicher Absprache auch ein Mittel gegen Erbrechen gegeben werden.

Norovirus: Diagnose und Meldepflicht

Wenn es in der Umgebung Hinweise auf Noroviren gibt und dein Baby oder Kind unter Durchfall und Erbrechen leidet, kann eine Stuhlprobe analysiert und der Erreger bestimmt werden. Da Noroviren sich so rasant ausbreiten, unterliegt die Infektion einer Meldepflicht. Bei Menschen, die mit Lebensmitteln arbeiten – besipielsweise in der Schulkantine – ist schon der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Norovirus meldepflichtig. 

In aller Regel dürfen Schule, Krippe oder Kindergarten erst zwei Tage nach Abklingen der Symptome wieder besucht werden.

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