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Babys besonders gefährdet

Lungenentzündung: Das sollte man beim Kind beachten

Kinder können genau wie Erwachsene an einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkranken. In der Regel verläuft die Lungenentzündung bei einem Kind zwar komplikationslos, Babys und Kleinkinder können sich aber leichter anstecken. Zudem haben sie ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

Lungenentzündung: Das sollte man beim Kind beachten
Kinder, die eine Lungenentzündung bekommen, fühlen sich oft sehr krank und schlapp, bekommen Fieber und Husten – manchmal verläuft die Pneumonie aber auch asymptomatisch, also ohne oder nur mit geringen Symptomen.
© iStock.com/tatyana_tomsickova

Atemwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern. In Deutschland machen jährlich etwa 40 von 1.000 Kindern im Säuglings-, Kleinkind- oder Kindergartenalter eine Lungenentzündung (Pneumonie) durch. Ab dem Schulalter nimmt die Häufigkeit dann jedoch stark ab.

In diesem Artikel lesen Sie:

Lungenentzündung beim Kind: Was muss man beachten?

Kinder können genauso eine Lungenentzündung bekommen wie Erwachsene. Die überwiegende Anzahl der Fälle verläuft komplikationslos.

Babys und Kleinkinder sind aber besonders gefährdet, eine Pneumonie zu entwickeln: Ihr Immunsystem steht erst am Anfang seiner Entwicklung und ist deshalb noch nicht in der Lage, die Erreger effektiv abzuwehren. Das gilt auch für Kinder mit Vorerkrankungen oder für immungeschwächte Kinder. Ein zügiger Behandlungsbeginn ist daher enorm wichtig.

Kinder haben zudem häufig Symptome, die nicht gleich einer Lungenentzündung zugeordnet werden können.

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Symptome der Lungenentzündung unterscheiden sich je nach Alter

Typische Symptome einer Lungenentzündung beim Kind sind:

  • schnelle und angestrengte Atmung (Tachypnoe)
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Husten
  • gelegentlich gräulich/bläuliche Verfärbung der Schleimhäute

Atemnot lässt sich gerade bei jüngeren Kindern und Babys häufig auch an den charakteristisch beim Atmen abwechselnd eingezogenen und aufgeblähten Nasenflügeln erkennen.

Bei Babys zeigen sich oft Beschwerden, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit einer Lungenentzündung in Verbindung gebracht werden:

  • Verweigerung von Brust oder Flasche
  • allgemeine Trinkunlust
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • zu niedrige oder zu hohe Körpertemperatur (Fieber)
  • kühle Finger, Zehen, Nase, Kinn oder Ohr
  • aufgeblähter Bauch

Kleinkinder und Kinder im Schulalter zeigen eher die "typischen" Symptome einer Lungenentzündung:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Unruhe
  • Fieber, teilweise mit Schüttelfrost
  • Brust- und/oder Bauchschmerzen

Sowohl bei Säuglingen als auch älteren Kindern kann sich zudem eine erhöhte Herzfrequenz zeigen.

Je nach Erreger (Viren/Bakterien/Pilze) verläuft die Lungenentzündung bei Kindern unterschiedlich schwer. So können beispielsweise RS-Viren gerade bei Säuglingen schwere Lungenentzündungen verursachen, die auch im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Entstehung: Was verursacht die Lungenentzündung beim Kind?

Ursachen einer Lungenentzündung sind in den meisten Fällen Viren oder Bakterien. Nur äußerst selten, insbesondere bei immungeschwächten Kindern und Frühchen, können Pilze (Candida albicans) eine Penumonie auslösen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind meist Viren die Verursacher. Die Lungenentzündung tritt entweder als Folge einer Erkältung auf – die Viren "wandern" dann in die Lungen – oder auch als eigenständige Erkrankung. Häufig vorkommende virale Erreger sind:

  • RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus)
  • Grippeviren (Influenza-Viren)
  • Adenoviren

Das erstmals Ende 2019 aufgetretene neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 kann ebenfalls Lungenentzündungen auslösen. Kinder stecken sich nach aktuellem Forschungsstand (April 2020) zwar genauso häufig an wie Erwachsene, bei ihnen verläuft die Lungenerkrankung COVID-19 im Durschnitt aber weniger schwer. Trotzdem kann das Coronavirus auch bei Kindern zu einer akuten Lungenentzündung führen. Vor allem abwehrgeschwächte Kinder und solche mit Vorerkrankungen sind gefährdet.

Bei Bakterien als Verursacher einer Pneumonie kommen am häufigsten vor:

  • Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae)
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Die Impfung gegen Pneumokokken und Hib gehört deshalb in Deutschland zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen im Säuglingsalter. In zwei im Abstand von acht Wochen aufeinander folgenden Grundimmunisierungen erfolgt die Impfung im zweiten und vierten Lebensmonat. Je nach verwendetem Impfstoff sind für Hib auch drei Impfdosen im Abstand von jeweils vier Wochen (zweiter, dritter und vierter Monat) nötig.

Eine letzte Impfdosis schließt die Grundimmunisierung gegen Pneumokokken und Hib zwischen dem elften und 14. Lebensmonat ab.

Diagnostik anhand der typischen Symptome

Eine Lungenentzündung lässt sich in der Regel anhand der charakteristischen Beschwerden diagnostizieren. Mittels Röntgenaufnahme der Brust kann die Diagnose gefestigt und das Ausmaß der Pneumonie festgestellt werden. Allerdings zeigen sich erst einige Tage nach Beginn der Beschwerden auch im Röntgenbild sichtbare Veränderungen der Lunge.

Spezifische Marker im Blutbild sind eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten (weiße Blutkörperchen), die für die körperliche Immunabwehr verantwortlich sind, sowie verschiedene Entzündungswerte. Auch die Sauerstoffsättigung des Blutes ist bei einer Lungenentzündung oft erniedrigt.

Manche Erreger lassen sich im Blut nachweisen, während sich viele Bakterien nur per Rachenabstrich oder durch die Untersuchung von Nasensekret oder Auswurf bestimmen lassen. Die Methoden zur Bestimmung des Erregers kommen allerdings schnell an ihre Grenzen, zumal eine Besiedelung noch nicht nicht automatisch bedeutet, dass der jeweilige Erreger die Lungenentzündung auch verursacht hat.

Auf eine Wunde pusten? Lieber nicht!

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Lungenentzündung bei Kindern behandeln

Meist verläuft die Lungenentzündung bei Kindern komplikationslos und kann zu Hause, betreut durch die Eltern, den Kinderarzt und mit unterstützenden Maßnahmen (Medikamente und/oder Hausmittel) auskuriert werden. Folgende Faktoren sprechen dagegen für einen schweren Verlauf und damit für eine Aufnahme ins Krankenhaus:

  • Lungenentzündung beim Baby unter sechs Monaten
  • das Kind benötigt zusätzlich Sauerstoff
  • das Kind ist stark dehydriert, isst und/oder trinkt nicht
  • das Kind bekommt Krampfanfälle

Eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung wird auch beim Kind mit Antibiotika behandelt. Welcher Wirkstoff verordnet wird, hängt vom Alter, dem Erkrankungsbild und dem nach epidemiologischer Situation wahrscheinlichen Erregertyp ab.

Zur Unterstützung sollten Eltern ihre Kinder mit viel Flüssigkeit versorgen. Optimal sind anderthalb Mal so viel wie der normale Tagesbedarf. Säuglinge können normal weiter gestillt oder mit Säuglingsersatznahrung ernährt werden. Weitere unterstützende Maßnahmen:

  • abschwellende Nasensprays bei behinderter Nasenatmung
  • Inhalieren mit Natriumchloridlösung (0,9% NaCl)
  • fiebersenkende Mittel bei hohem Fieber (über 39 Grad)
  • ggf. schmerzstillende Mittel
  • Atem- bzw. Physiotherapie bei älteren Kindern

Im Rahmen einer Krankenhausbehandlung wird bei einer Sauerstoffsättigung von unter 95 bis 92 Prozent Sauerstoff gegeben. Dies erfolgt nicht invasiv, sondern über Nasalkanüle, Brille oder Kopfbox.

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Viren und Bakterien werden in erster Linie per Tröpfcheninfektion übertragen: Beim Sprechen, Husten oder Niesen gelangen feinste Speicheltröpfchen in die nähere Umgebung und können dort von anderen Menschen eingeatmet werden.

Infektiöse Tröpfchen machen aber nicht automatisch krank. Denn dabei hat das menschliche Immunsystem noch ein Wörtchen mitzureden. Ist die körperliche Abwehr allerdings geschwächt oder aus dem Gleichgewicht geraten, können Erreger in die Zellen eindringen, sich dort vermehren und zu einer Erkrankung führen – beispielsweise zu einer Lungenentzündung. Deshalb sind Babys und Kleinkinder auch besonders gefährdet: Ihr Immunsystem ist noch nicht so gut ausgereift wie das Erwachsener.

Die Frage, wie schnell und wo man sich mit einer Lungenentzündung anstecken kann, lässt sich also nicht pauschal beantworten. So finden sich beispielsweise auf den Schleimhäuten mancher Menschen Pneumokokken. Trotzdem erkranken sie nicht automatisch an Lungenentzündung.

Risiken für Kinder minimieren

Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz vor Viren und Bakterien. Kinder machen in den ersten Lebensjahren relativ häufig Infektionen durch. Die Risiken einer schweren Lungenentzündung lassen sich aber beim Kind verringern. Wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung gegen Penumokokken und Hib im Säuglingsalter.

Bestimmte beeinflussbare Faktoren können einen schweren Verlauf begünstigen. Dazu gehört vor allem das Passivrauchen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in einer völlig rauchfreien Umgebung aufwächst. Sollten Sie selbst rauchen, tun Sie das ausschließlich draußen und nicht in der Wohnung, in der sich auch Ihr Kind aufhält.

Zum Impfkalender für Kinder und Jugendliche

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