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Das lindert klassische Beschwerden

Hausmittel für Babys und Kinder: Was hilft und was nicht?

Der Bauch tut weh, die Ohren schmerzen, der neue Zahn macht miese Laune: Mit welchen Hausmitteln für Babys und Kinder Sie Ihrem Nachwuchs jetzt helfen können? Hier kommen sanfte Hilfen für alle Fälle.

Hausmittel für Babys und Kinder
© GettyImages/F.J. Jimenez

Hausmittel für Babys und Kinder können Erkältungen und Co. zwar nicht gänzlich aus dem Weg räumen, dafür aber zumindest die Beschwerden lindern. Doch bei Hausmitteln ist auch Vorsicht geboten, denn nicht jedes angebliche Wundermittel aus Omas Zeiten sollte uneingeschränkt an Kindern ausprobiert werden.

Artikelinhalte im Überblick:

Verstopfung bei Kindern: Die besten Hausmittel

Wichtige Hinweise zu Hausmitteln bei Babys und Kindern

Gesundheitliche Beschwerden bei Babys und Kindern sollten ärztlich abgeklärt werden – das gilt insbesondere bei Symptomen wie Ohrenschmerzen, Fieber, anhaltenden Durchfällen oder Erbrechen. Wenden Sie sich daher in erster Linie an Ihre kinderärztliche Praxis oder im Falle von Neugeborenen auch an die Hebamme, um den Ursachen für die Beschwerden auf den Grund zu gehen und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie einzuleiten. In fachlicher Absprache können dann auch Hausmittel für Babys und Kinder infrage kommen.

Beachten Sie aber: Nicht jedes bekannte Hausmittel ist für den Einsatz bei Kindern geeignet. Zum Beispiel können ätherische Öle je nach Konzentration für sie gefährlich werden und in Reinform sogar zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Auch andere pflanzliche Arzneien oder Naturheilmittel können für Kinder aufgrund von fehlenden wissenschaftlichen Studien nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Fragen Sie daher stets in der kinderärztlichen Praxis oder in der Apotheke um Rat, bevor Sie ein Hausmittel für Babys und Kinder verwenden.

Hausmittel für Babys und Kinder bei Erkältung

Häufige grippale Infekte sind bei Säuglingen und Kleinkindern normal, denn das Immunsystem trainiert und muss sich erst noch aufbauen. Bei Ohrenschmerzen, Atemgeräuschen, starkem Husten oder Fieber sollte unbedingt eine ärztliche Beratung erfolgen. Handelt es sich aber um eine banale Erkältung, können folgende Hausmittel bei Babys und Kindern verwendet werden:

  • Halsschmerzen: Hat das Kind Halsschmerzen und ist ihm kalt, können warme Halswickel zum Einsatz kommen. Tauchen Sie dazu ein Baumwolltuch in warmen Kamillentee, wringen Sie das Tuch aus und legen Sie es auf den Hals Ihres Kindes. Legen Sie ein trockenes Tuch und einen Wollschal darüber. Erkalten die Wickel, sollten Sie abgenommen werden. Lassen Sie Ihr Kind mit den Tüchern um den Hals nicht alleine. Ist das Kind dafür schon alt genug, kann auch mit lauwarmem Kamillen- oder Salbeitee gegurgelt werden.

  • Schnupfen: Abschwellende Nasensprays werden im Säuglings- und Kleinkindalter nur sparsam und in ärztlicher Absprache verwendet. Um dem erkälteten Kind das Atmen durch die Nase zu erleichtern, kann der Schleim mithilfe eines Nasensaugers abgeführt werden. Meerwassernasentropfen oder -sprays speziell für Kinder sind ebenfalls geeignet. Das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung kann eine Wohltat für die Nebenhöhlen sein. Aber: Inhalieren über einer Schüssel mit heißem Wasser ist für Kinder nicht geeignet! Stattdessen gibt es spezielle Inhalationsgeräte, die Dampf erzeugen, der über eine Gesichtsmaske in die Atemwege gelangt.

  • Ohrenschmerzen: Bei Ohrenschmerzen sind Zwiebelwickel ein beliebtes Hausmittel. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor: Zerdrücken Sie eine gehackte Zwiebel und füllen Sie diese in einen Waschlappen. Erwärmen Sie den Waschlappen in einem Sieb über Wasserdampf. Legen Sie den Waschlappen auf das Ohr und fixieren Sie ihn mit einer Mütze.

  • Kopfschmerzen: Klagt Ihr Kind über Kopfschmerzen, können Sie folgende Hausmittel ausprobieren: ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft, Wasser trinken, die Augen schließen und sich ausruhen, eine sanfte Kopf- und Nackenmassage.

  • Fieber: Wadenwickel sind bei Fieber ein altbekanntes Mittel. Durchfeuchten Sie dazu ein Küchenhandtuch mit lauwarmem (nicht kaltem!) Wasser, wringen Sie es aus, wickeln Sie das Tuch um die Waden und legen Sie ein trockenes Tuch sowie ein Wolltuch darüber. Wichtig ist, dass die Wickel nur dann angewendet werden, wenn sich die Hautstellen wirklich warm anfühlen, das Kind nicht friert und keinen Schüttelfrost hat. Außerdem kommen sie erst ab einem Alter von sechs Monaten und bei hohem Fieber ab 39 Grad infrage. Bei Kleinkindern sollten die kühlen Wickel nicht länger als zehn Minuten auf der Haut bleiben.

Hausmittel für Babys und Kinder bei Magen-Darm-Problemen

Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern reagiert der Magen-Darm-Trakt noch äußert sensibel. Harmlose, aber durchaus quälende Verdauungsbeschwerden durch die Nahrungsumstellung kommen daher öfter vor. Brechdurchfälle, die zum Beispiel von Noroviren ausgelöst werden, müssen immer ärztlich abgeklärt werden. Auch bei starken oder anhaltenden Beschwerden oder mehreren Krankheitszeichen ist die kinderärztliche Praxis zu kontaktieren. Begleitend können folgende Hausmittel bei Babys und Kindern hilfreich sein:

  • Bauchschmerzen: Kirschkernkissen sind ein gutes Hausmittel, um dem schmerzenden Bauch durch Wärme Linderung zu verschaffen. Das Kissen sollte aber keinesfalls zu heiß sein. Von der Verwendung von Wärmflaschen ist aufgrund der Verbrühungsgefahr im Baby- und Kleinkindalter abzuraten. Bekommt das Kind noch Flaschenmilch, kann diese zu einem Teil mit einem dünnen Fencheltee zubereitet werden.

  • Blähungen: Bei Blähungen hilft Wärme ebenfalls: Wie wäre es zur Entspannung mit einem warmen Bad vor dem Schlafengehen? Babys sind bei Bauchschmerzen und Blähungen in einem Tragetuch gut aufgehoben, da hierbei Ihre wohltuende Körperwärme übertragen wird und sich die wippenden Bewegungen beruhigend auswirken. Eine Bauchmassage in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum kann die Blähungen lösen.

  • Verstopfung: Harter Stuhl und Schmerzen beim Stuhlgang kommen häufig vor, wenn Kinder mit der Beikost beginnen. Hier können bereits Birnen- oder Pflaumenmus die Stuhlentleerung unterstützen. Auch bei älteren Kindern lohnt sich bei einer Verstopfung ein Blick auf die Ernährung: Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und eine ausreichende Trinkmenge kurbeln die Verdauung an. Konzentrierter Pflaumensaft ist erst ab einem bestimmten Alter geeignet – beachten Sie hier die Packungsbeilage des Herstellers. Die Gabe von Milchzucker ist ebenfalls ein bekanntes Hausmittel bei Verstopfung. Jedoch gilt hier: Verwenden Sie dieses Mittel nur in ärztlicher Absprache, da es durch die Gabe auch zu einer vermehrten Wasserausscheidung kommen kann.

  • Durchfall: Wichtig bei Durchfall ist, dass Ihr Kind genügend trinkt, damit kein Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel entsteht. Je nach Alter gibt es dazu verschiedene Vorgehensweisen: Gestillte Babys sollten weiter gestillt und gegebenenfalls öfter angelegt werden. Flaschennahrung kann in den ersten sechs bis acht Stunden mit dünnem Fenchel- oder Kamillentee, einer Prise Salz und einem Teelöffel Traubenzucker zubereitet werden. Für Kleinkinder und ältere Kinder ist Kamillen- und Fencheltee mit einer Prise Salz und ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Zucker pro 100 Milliliter Tee empfehlenswert, außerdem gesalzene Brühen sowie Bananen- oder Aprikosensaft. Auch gibt es in der Apotheke Elektrolytlösungen zum Anrühren, zu denen Sie bei Durchfall und Erbrechen greifen können.

  • Erbrechen: Auch bei Erbrechen ist ein langsamer Kostaufbau nötig: Über den Zeitraum von etwa vier Stunden sollte das Kind in kleinen Mengen leicht gesüßten Fenchel- oder Kamillentee bekommen – und zwar in kleinen Schlucken. Danach wird die Flüssigkeitszufuhr auf etwa 20 bis 30 Milliliter erhöht. Wenn das Kind wieder etwas essen möchte, bieten Sie leicht verdauliche Lieblingsspeisen an. Gestillte Babys sollten häufiger angelegt werden.

Mund, Haut und Haar: Hausmittel für Babys und Kinder

Typische Beschwerden, bei denen viele Eltern Rat suchen, sind Probleme mit Mund, Haut und Haar: Das fängt mit dem Zahnen im Babyalter an und reicht bis zur Akne in der Pubertät. Doch welche Hausmittel sind für Babys und Kinder geeignet?

  • Zahnen: Besonders rund um das Zahnen ranken sich viele Mythen. Nicht jedes verbreitete Hausmittel für Babys basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Von machen raten Fachleute sogar explizit ab. Dazu gehören das Umhängen einer Bernsteinkette und die Verwendung von Veilchenwurzeln als Zahnungshilfe. Zahnende Babys haben ein erhöhtes Kaubedürfnis. Ein Beißring ist daher eine gute Anschaffung – zum Beispiel aus Holz oder Naturkautschuk. Ebenfalls hilfreich: ein Beißring mit Kühlflüssigkeit, ein kalter Löffel oder ein angefeuchteter Waschlappen (auch eingetaucht in kalten Kamillentee) für den kühlenden Effekt und eine sanfte Massage des Zahnfleischs.

  • Mundsoor: Diese Erkrankung wird durch eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans ausgelöst und äußert sich durch weiße Flecken an Zunge und Wangeninnenseiten. Angebliche Hausmittel bei Soor gibt es viele, jedoch bedarf die Krankheit in jedem Fall einer ärztlichen Abklärung und medikamentösen Therapie. Bis zum Beginn der Behandlung kann eine verdünnte Myrrhentinktur auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Von Kamillentee wird hingegen abgeraten.

  • Insektenstiche: Eine aufgeschnittene Zwiebel gilt als bekanntes Hausmittel bei Insektenstichen: Möglicherweise könnte die Zwiebel eine lindernde Wirkung bei Juckreiz und Schmerzen haben – wissenschaftliche Beweise gibt es dafür allerdings nicht. Was sich jedoch als effektiv erwiesen hat: Insektenstiche kühlen. Die Kühlpads sollten aber nicht zu kalt sein. Alles, was gefroren ist, darf nicht direkt auf die Haut gelegt, sondern sollte mit einem Küchentuch umwickelt werden.

  • Akne: Bei Akne ist eine ärztliche Beratung notwendig, um die passende Pflege speziell auf den Hauttyp abzustimmen. Eine gute, aber nicht übertriebene Hygiene mit neutralen Waschmitteln und leichten Cremes ist meist die richtige Wahl. Typische Hausmittel wie Heilerde oder Teebaumöl sollten nur nach ärztlicher Beratung eingesetzt werden, da die Haut darauf möglicherweise sensibel reagiert.

  • Läuse: Treten Kopfläuse auf, wird von Hausmitteln komplett abgeraten. Denn es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, ob Oliven- oder Kokosöl bei Läusen wirkt. Stattdessen hilft ein spezielles Läuseshampoo aus der Apotheke. Eine Behandlung ist zwingend erforderlich.

Fieber beim Baby: Was tun?
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