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Erkältung: Was hilft und wie vorbeugen?

Viele Eltern kennen es: Kaum ist die Erkältung bei ihrem Kind vorbei, bahnt sich schon der nächste Infekt an. Das ist gerade bei Kitakindern ganz normal, das Immunsystem reift noch heran. Was du tun kannst, um die lästigen Symptome zu lindern!

Mutter hilft Kind mit Erkältung beim Schneuzen
© iStock.com/filadendron

Erkältungsviren lauern überall und fordern das noch schwache Immunsystem von Babys und Kleinkindern. Als Faustregel gilt: Zehn bis zwölf grippale Infekte jährlich sind bei Kindern normal. Kinder in Betreuungseinrichtungen wie Kita und Kindergarten oder mit Geschwistern erkranken in der Regel häufiger an Erkältung.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Erkältung: Natürliche Hausmittel gegen grippale Infekte

Erkältung: Das Wichtigste in Kürze

  • Erkältungen, auch grippale Infekte genannt, treten gehäuft ab Herbst bis ins Frühjahr auf. Im Gegensatz dazu steht die echte Grippe oder Influenza, die wesentlich seltener auftritt, mit plötzlichem, hohem Fieber einhergeht und einen deutlich schwereren Verlauf nehmen kann.

  • Auch mit einer Corona-Infektion kann eine Erkältung verwechselt werden, denn manche Symptome (etwa Husten und Schnupfen) gleichen sich. Dagegen kommt es bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus kaum zu Niesen, einem typischen Anzeichen des grippalen Infekts. Kopfschmerzen, Fieber und Einbußen des Geschmacks- und Geruchssinns weisen eher auf eine Covid-Erkrankung als eine Erkältung hin.

  • Eine Erkältung wird meist durch Viren, seltener auch durch Bakterien verursacht. Kaltes Wetter, Wind und starke Temperaturschwankungen begünstigen aber grippale Infekte. Das liegt daran, dass die Immunabwehr durch Abkühlung des Körpers geschwächt wird.

  • Ein bis drei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome zutage. Auf Beschwerden in Nase, Bronchien und Rachen folgen Niesen und eine laufende Nase. Fieber ist bei einer Erkältung dagegen selten.

  • Zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Erkältung zählen Ruhe und viel trinken, etwa Tee oder Schorle.

Warum Kinder häufiger an Erkältungen leiden

Babys und Kleinkinder sind anfälliger für Infekte, denn ihr Immunsystem befindet sich noch im Aufbau. Während Erwachsene in ihrem Leben zahlreiche Infekte durchgemacht haben und damit schon mit verschiedenen Erregern in Kontakt gekommen sind, begegnet das kindliche Immunsystem in den ersten Lebensjahren vielen noch unbekannten Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern.

Auch die Vielfalt von Erkältungsviren spielt eine Rolle: Häufigster Auslöser für Erkältungen mit Schnupfen, Husten oder Heiserkeit sind Rhinoviren, von denen es über 100 Arten gibt. Gegen die meisten Rhinoviren verfügen Kinder noch nicht über entsprechende Antikörper. Daher fällt die Immunreaktion teilweise besonders heftig aus. Kennt das Immunsystem den Erreger schon, kann er effektiver bekämpft oder abgewehrt werden, noch bevor es zum Infekt kommt.

Gezielt fernhalten von anderen erkälteten Kindern müssen Eltern ihre Kinder deshalb aber nicht. Schließlich trainiert das kindliche Immunsystem in den ersten Lebensjahren und lernt mit jedem überstandenen Erkältungsinfekt hinzu. Je ausgeprägter das Immunsystem wird, desto besser kann es Erkältungskrankheiten im späteren Leben abwehren.

Ursachen: Erreger der Erkältung sind meist Rhinoviren

Erkältungen werden vornehmlich über Sekrete infizierter Personen übertragen, die auslösende Viren beinhalten. Diese gehören zumeist zu einem Stamm der Rhinoviren (vom griechischen "rhis" für Nase). Aber auch Corona- und Adenoviren spielen als Auslöser der Erkältung eine Rolle. Gegen Viren sind Antibiotika übrigens machtlos. Ihre Verordnung hat nur Sinn, wenn zusätzlich oder ausschließlich Bakterien im Spiel sind.

Oft reicht ein Händeschütteln aus, um Erkältungserreger von einer Person zur anderen zu transportieren. In anderen Fällen erfolgt die Ansteckung über infizierte Tröpfchen, die von Erkrankten durch die Luft gehustet und geniest werden.

Darüber hinaus sind die Schleimhäute, beispielsweise die der Nase, bei Kälte schlechter durchblutet und bilden weniger Schleim. Hinzu kommt trockene Heizungsluft in den Wohnungen, welche die Nasenschleimhaut zusätzlich austrocknet. Ohne den schützenden Schleim gelangen Erreger von Erkältungskrankheiten leichter in unseren Körper und vermehren sich dort. Es kommt zu einer Erkältung. Gereizte Schleimhäute sind darüber hinaus anfälliger für den zusätzlichen Befall mit Bakterien. Das nennen Fachleute bakterielle Superinfektion.

Symptome der Erkältung: Diese Anzeichen sind typisch

Ein bis drei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Erkältungssymptome auf: Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie eine laufende Nase sind typisch. Nach einigen Tagen werden die Nasensekrete dickflüssiger, trübe und gelbgrün. Oft kommt Husten hinzu, der bis in die zweite Woche andauert, während die Symptome der Erkältung nach etwa sieben Tagen abgeklungen sind. Auch Abgeschlagenheit ist ein mögliches Anzeichen.

Husten und Schnupfen sind manchmal auch Symptome anderer Erkrankungen. Wenn die Symptome länger als sieben Tage andauern, zu ihnen Brustschmerzen hinzukommen oder der Husten von dunklem Schleim begleitet wird, solltest du in der ärztlichen Praxis um Rat fragen.

Komplikationen einer Erkältung

Erkältungssymptome klingen in der Regel nach einer Woche wieder ab. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Rhinoviren bei Asthmatikern einen Asthmaanfall auslösen. Die Erkrankung kann sich auch verlängern, wenn die Erkältung eine Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung nach sich zieht.

Grund hierfür ist, dass sich krankheitserregende Bakterien ungehindert vermehren, wenn die Nase wegen einer Verstopfung nicht gereinigt werden kann. Das nennen Fachleute auch bakterielle Superinfektion. Sie muss bisweilen mit Antibiotika behandelt werden. Gegen die Viren, die eine normale Erkältung auslösen, sind Antibiotika jedoch wirkungslos und deshalb nicht angezeigt.

Hausmittel und Tipps: Erkältungsbeschwerden natürlich behandeln

Bei einer Erkältung wird versucht, vor allem die unangenehmen Symptome zu lindern und dem Körper Gelegenheit zu geben, die Viren selbst zu bekämpfen. Diese Tipps können deinem Kind helfen:

  • Ruhe: Wer sich körperlich schont, gibt seinem Immunsystem die Möglichkeit, sich ganz auf die Abwehr der Erkältungsviren zu konzentrieren. Da es nicht so leicht ist, Kindern Bettruhe zu verordnen, solltest du nach Möglichkeit etwas Ruhe in den Tagesablauf bringen. Sportliche Aktivitäten und Herumtoben jetzt besser meiden.

  • Ausreichend trinken: Ob Wasser oder ungesüßter Tee, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft dem Körper, die Erkältung schneller zu überwinden. Zudem werden die Schleimhäute besser befeuchtet und das Abhusten erleichtert. Die Getränke sollten Zimmertemperatur haben oder warm sein. Bei Babys darauf achten, dass sie ausreichend viel Flüssigkeit über das Stillen oder Ersatznahrung per Flasche bekommen.

  • Feuchtwarmes Klima: Besonders in den kalten Monaten ist die Raumluft durch das Heizen eher trocken. Unterstützend für die Schleimhäute wirkt bei Erkältungen jedoch ein feuchtwarmes Klima. Daher am besten im Kinderzimmer einen Raumbefeuchter verwenden, alternativ ein breites Gefäß mit Wasser auf die Heizung stellen. Durch das verdunstende Wasser wird das Raumklima etwas feuchter.

  • Gesunde Ernährung: Damit der Körper genügend Kraft hat, sollten Eltern auf eine gesunde Ernährung achten: Frisches Gemüse und Obst enthält viele Vitamine und Mineralstoffe.

  • Zwiebelsaft ansetzen: dazu eine Zwiebel schälen, klein hacken und mit Zucker zusammen in einer Tupperdose schichten. Das ganze drei bis fünf Stunden ziehen lassen und den Saft teelöffelweise deinem Kind verabreichen.

Der nächsten Erkältung vorbeugen: Geht das?

Eine sichere Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten gibt es nicht, da Rhinoviren und andere Erreger von Atemwegserkrankungen meist durch Schmierinfektionen (Hand geben, Türgriffe) oder Tröpfcheninfektion weitergegeben werden.

  • Tröpfcheninfektion: Hustet, niest, spricht oder lacht ein erkältetes Kind, verteilen sich winzige Tröpfchen (Aerosole) in der Luft, die Krankheitserreger enthalten. Über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gelangen die Viren dann in den Körper eines anderen Kindes.

  • Schmierinfektion: Die Krankheitserreger werden durch das Anfassen von infizierten Gegenständen oder Menschen übertragen. Auch hier gelangen die Erreger dann über Mund, Nase oder Augen in den Körper.

Daher sollten Eltern ihren Kindern vor allem beibringen, sich regelmäßig gründlich die Hände mit Seife zu waschen. Außerdem sollte man nicht in die Hand, sondern in den Ellenbogen oder ein Taschentuch husten oder niesen. Kinder sollten zudem angehalten werden, sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen. Regelmäßiges Lüften tauscht die Raumluft aus und treibt Aerosole nach draußen.

Immunsystem stärken: Tipps für die ganze Familie

  • Hände waschen nicht vergessen: Viren und Bakterien sitzen auf Türklinken, dem Spielzeug oder dem Griff des Einkaufwagens – eigentlich überall, wohin man mit den Händen fasst. Versuche daher dein Verhalten anzupassen: Fasse dir möglichst nicht ins Gesicht, wenn du draußen bist, vor allem nicht an Nase, Augen oder Mund. Wenn du nach Hause kommst, wasche dir zunächst mindestens 20 Sekunden lang gründlich die Hände mit Wasser und Seife. Dadurch wird schon eine beträchtliche Anzahl Keime abgewaschen.

  • Bewegung an der frischen Luft: Auch wenn es draußen kalt ist: Geh den Temperaturen angemessen gekleidet nach draußen und beweg dich. Das kurbelt die Durchblutung des gesamten Körpers an und Viren haben so geringere Erfolgschancen. Moderate Bewegung wie Laufen, Walking, Spaziergänge oder Fahrradfahren sind im Winter ideal. Übergroße Belastungen dagegen schwächen das Immunsystem.

  • Halte dich und dein Kind warm: Zwar werden Erkältungen von Viren verursacht. Der Name der Erkrankung kommt aber nicht von ungefähr, denn wenn wir draußen frieren, benötigt der Körper eine große Menge Energie, um die Körpertemperatur oben zu halten. Diese Energie fehlt uns bei der Abwehr – Erkältungsviren haben leichtes Spiel. Dieses Phänomen lässt sich übrigens auch am sogenannten "Open Window Phänomen" beobachten: Dabei ist die Immunabwehr nach großer körperlicher Belastung, etwa durch sehr anstrengenden Sport oder harte körperliche Arbeit, für einige Zeit herabgesetzt.

  • Nach dem Zwiebelprinzip anziehen: Mehrere Schichten übereinander, die sich je nach Umgebungstemperatur an- oder ausziehen lassen, sind ideal für die kältere Jahreszeit. Vor allem Kinder, die in Innenräumen oft viel aktiver als Erwachsene sind, können sich so ganz nach Belieben an- und entkleiden, schwitzen nicht und sind draußen trotzdem warm genug eingepackt. Das sollte übrigens auch für den Kopf gelten, denn über ihn wird besonders viel Wärme abgegeben. Eine bunte Mütze, die warmhält und deinem Kind auch gefällt, wird oft bereitwillig getragen.

  • Chronischer Stress schadet dem Immunsystem: Nur wenn Körper und Geist genügend Gelegenheit zur Erholung haben, bleiben sie leistungsfähig und gesund. Wer ständigem Stress oder seelischen Belastungen ausgesetzt ist und/oder wenig schläft, wird auch schneller krank. Bei chronischem Stress schüttet der Körper nämlich vermehrt Cortisol aus. Das "Stresshormon" wirkt in akuten Phasen kurzfristig anregend auf das Immunsystem. Langfristig, bei dauerhaft hohem Cortisolspiegel, wird die Immunabwehr jedoch ausgebremst. Auch das Herz-Kreislauf-System leidet darunter. Zusätzlich kann ein weiteres Stresshormon, Adrenalin, die Immunabwehr negativ beeinträchtigen.

  • Ausreichend trinken: Anderthalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee täglich sind ideal, um den Körper und das Immunsystem mit genug Flüssigkeit zu versorgen. Die weit verbreitete Meinung, dass man im Winter wesentlich weniger Flüssigkeit benötigt als im Sommer, ist nicht ganz richtig. Zwar verliert der Körper im Sommer durch Schweiß mehr Feuchtigkeit, aber im Winter sind wir oft trockener (Heizungs-)Luft ausgesetzt. Dadurch trocknen die Schleimhäute aus. Ihre ausreichende Durchfeuchtung wiederum ist besonders wichtig, um Erkältungen vorzubeugen. Schließlich sind die Schleimhäute das "Einfallstor" für Erkältungsviren. Trinkmenge beim Baby: Wie viel und wie oft? brauchen jedoch noch nicht so viel Flüssigkeit wie Erwachsene: Kleinkinder etwa 100 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, ältere Kinder nach und nach mehr. Voll Stillen: Wie oft und wie lange? oder Ersatznahrung für Säuglinge Babys benötigen überhaupt keine zusätzliche Flüssigkeit.

  • Verwende eine Nasendusche oder meersalzhaltige Nasensprays: Um die Schleimhäute im Winter feucht zu halten, empfehlen sich Nasenduschen oder Nasensprays mit Meersalz. Sie eignen sich übrigens auch für Kinder. Das Salzwasser regt die Mikrozirkulation an und reinigt die Schleimhäute, was nicht nur ideal zum Vorbeugen einer Erkältung ist, sondern auch bei Klimaanlagen oder Pollenflug eine echte Wohltat sein kann. Nasenspülsalz kannst du fertig portioniert in der Drogerie oder Apotheke kaufen oder ganz einfach selbst herstellen: Auf 100 Milliliter Wasser kommt etwa 1 Gramm ganz normales Kochsalz (ohne Jod). Für 500 Milliliter Wasser werden also 5 Gramm Kochsalz benötigt, was etwa einem leicht gehäuften Teelöffel entspricht. Das Ganze gut verrühren und in die Nasendusche einfüllen. Verwendet werden kann übrigens ganz normales, am besten lauwarmes, Leitungswasser. Spüle die Nasendusche nach der Verwendung gut durch. Die meisten Modelle sind spülmaschinengeeignet. Wenn du einer Erkältung gezielt vorbeugen möchtest, verwende die Nasendusche am besten einmal täglich.

  • Mit Kneipp-Anwendungen der Erkältung vorbeugen: In der Volksheilkunde schon lange traditionell angewandt, feiert das Wissen um die immunstärkenden Effekte von Kneipp-Anwendungen gerade ein Comeback: Kalte Armbäder oder Waschungen, das berühmte Wassertreten oder auch der kalte Gesichtsguss können durch Kälteanreize das Immunsystem anregen und stärken. Von der besseren Durchblutung profitieren die Abwehrkräfte und Schleimhäute gerade im Winter. Zu dieser Jahreszeit kann das sogenannte Schneetreten (als Äquivalent zum Wassertreten) eine interessante Alternative sein.
Immunsystem stärken: Tipps für Kinder und Eltern
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