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Mittwoch, 22. November 2017
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Bronchitis bei Kindern

Bronchitis bei Kindern
Bronchitis bei Kindern: Bettruhe, viel trinken und eventuell Inhalieren helfen
iStock/Nikodash

Bronchitis bei Kindern ist eine Entzündung der Bronchialschleimhäute und tritt bevorzugt in den feucht-kalten Wintermonaten auf. Man unterscheidet die akute und die chronische Bronchitis. Während die akute Bronchitis eher bei Kindern oder älteren Menschen im Rahmen von Virusinfektionen auftritt, betrifft die chronische Bronchitis vor allem Erwachsene.

Die akute Bronchitis kommt meist in Verbindung mit Virusinfektionen vor. An den durch Viren beschädigten Schleimhäuten kann es dann leichter zu zusätzlichen, bakteriellen Infekten kommen. Vor allem kleine Kinder und ältere Menschen sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr sind davon betroffen. Bei kleinen Kindern kann es im Rahmen einer Bronchitis zu schweren Symptomen kommen.

Die chronische Bronchitis betrifft eher Erwachsene. Von chronischer Bronchitis spricht man, wenn über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten in mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren eine Bronchitis aufgetreten ist.

Bronchitis bei Kindern: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der Bronchitis entzünden sich die Bronchialschleimhäute, schwellen an und sondern im Verlauf zähen Schleim ab, wodurch es erst zu trockenem, später zu produktivem Husten kommt.

  • Bei Kindern sind fast immer Virusinfektionen die Ursache der Bronchitis (10 % aller Fälle werden von Bakterien verursacht).

  • Wärme und Bettruhe sowie häufiges Trinken sind wichtig, um den Körper bei der Bekämpfung der Bronchitis zu unterstützen.

  • Natürliche Schleimlöser wie Zwiebelsirup können Ihr Kind beim Abhusten unterstützen.

  • Bei Verdacht auf Bronchitis sollte immer der Kinderarzt aufgesucht werden.

  • Antibiotika helfen nur bei einer bakteriell verursachten Bronchitis.

  • Die akute Bronchitis ist bei Kindern nach durchschnittlich maximal zwei Wochen abgeheilt.

Welche Ursachen hat eine Bronchitis bei Kindern?

Die akute Bronchitis bei Kindern entsteht in über 90 Prozent aller Fälle aufgrund einer Virusinfektion. Häufig tritt eine Bronchitis in Verbindung mit anderen Erkrankungen der Atemwege auf. Dazu gehören Schnupfen (Rhinitis), Kehldeckelentzündungen und Entzündungen der Luftröhre (Tracheitis). Die häufigsten Viren, die eine akute Bronchitis verursachen, sind Adenoviren, Rhinoviren, Parainfluenzaviren und RS-Viren. Eher selten lösen Bakterien eine akute Bronchitis aus. Eine Sekundärinfektion mit Bakterien tritt dagegen häufiger auf. Bei einer Sekundärinfektion kommt es zusätzlich zur Virusinfektion noch zu einer Infektion mit Bakterien. Diese wird dann idealerweise mit einem Antibiotikum behandelt. Eine nicht ausgeheilte akute Bronchitis kann sich zu einer chronischen entwickeln.

Welche Symptome treten bei einer Bronchitis bei Kindern auf?

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden oder Tagen tritt zunächst ein trockener Husten auf. Begleitet wird der Husten meist von den typischen Symptomen einer Infektion: Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Der trockene Husten wird schwerer und ist nach einiger Zeit von Auswurf begleitet. Eine zusätzliche bakterielle Infektion äußert sich durch eitrigen Auswurf und schwere Hustenanfälle. Rasselgeräusche sowie ein Pfeifton bei der Atmung deuten auf einen schweren Verlauf hin. Liegt neben einer Entzündung auch noch eine Verengung der Bronchien vor, spricht man von einer so genannten spastischen (obstruktiven) Bronchitis.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Wie wird eine Bronchitis bei Kindern diagnostiziert?

Zur Diagnose der Bronchitis bei Kindern sind der akute Krankheitsbeginn und die grippeähnlichen Symptome entscheidend. Die typischen Geräusche beim Atmen (Rasseln, Pfeifen) werden durch das Abhören der Lungen festgestellt. In der Regel reichen diese Maßnahmen für die Diagnose aus.

In unklaren Fällen wird zudem noch eine Blutuntersuchung durchgeführt. Im Blut können sich Hinweise auf eine bakterielle Sekundärinfektion finden. Vermindern sich trotz Behandlung die Beschwerden nach einer bestimmten Zeit nicht, wird zum Ausschluss anderer Ursachen beispielsweise noch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs angefertigt.

Wie lässt sich eine Bronchitis bei Kindern therapieren?

In der Regel verläuft die akute Bronchitis bei Kindern komplikationslos und lässt sich gut behandeln. Dafür empfehlen sich Bettruhe und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Der Arzt kann zur Therapie einer Bronchitis verschiedene Medikamente verordnen oder empfehlen. Um das Abhusten zu erleichtern, stehen so genannte Expektoranzien zur Verfügung. Sie verflüssigen den Schleim (Mukolytika) oder beschleunigen dessen Abtransport (Sekretolytika). Sind Bakterien die Ursache für die akute Bronchitis oder handelt es sich um eine Sekundärinfektion, werden meist Antibiotika eingesetzt. Zusätzlich gibt es sehr viele Hausmittel, um eine Bronchitis bei Kindern zu lindern. Was hilft, sind fiebersenkende Maßnahmen wie beispielsweise Wadenwickel sowie Luftbefeuchtung oder Inhalationen, die bei Kindern ebenfalls lindernd wirken.

Naturheilkunde kann einem Kind bei Bronchitis helfen

Bei Bronchitis mit einem produktiven Husten können Sie Ihrem Kind das Abhusten durch natürliche Schleimlöser aus der Volks- bzw. Naturheilkunde erleichtern. Bitte beachten Sie, dass reine ätherische Öle nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden dürfen. Sie können zu lebensgefährlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs und starken Schleimhautreizungen führen. Das gilt sowohl für inhalierte ätherische Öle oder wenn diese aufgetragen oder geschluckt werden.

Aus der Volksheilkunde als schleimlösende, natürliche Sekretolytika bekannte Kräuter sind Thymian, Spitzwegerich und Isländisch Moos. Auch Fenchelsirup hat eine schleimlösende Wirkung.

Bitte achten Sie darauf, dass in den Präparaten kein Alkohol und bei Säuglingen kein Honig (bis zum 1. Lebensjahr ist es ratsam, auf Honig zu verzichten) enthalten ist.

Am bekanntesten und auch für Kinder geeignet ist wohl der Zwiebelhustensirup:

  • Schneiden Sie zwei Zwiebeln (etwa 100 gr) in kleine Würfel.

  • Geben Sie die Zwiebeln mit 100 ml Wasser in einen Topf.

  • Kochen Sie die Mischung etwa eine Viertelstunde auf mittlerer Stufe ein.

  • Lassen Sie den fertigen Sud ein wenig abkühlen und geben Sie dann einen gestrichenen EL Zucker hinein.

  • Kochen Sie den Sud dann noch mal kurz auf und gießen Sie ihn durch ein feines Sieb.

Geben Sie Ihrem Kind den abgekühlten Sirup 3 bis 4 Mal täglich jeweils 3 Teelöffel. Der Zwiebelhustensirup kann bedenkenlos fünf bis sechs Tage verwendet werden. Wenn sich in dieser Zeit die Symptome nicht verbessern, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen - sofern noch nicht geschehen.

Bienenwachskompressen oder Bienenwachswickel können auch schon bei Säuglingen (circa ab der 16. Lebenswoche) angewendet werden. Die Kompresse wird mit einem Föhn leicht erwärmt und auf die Brust gelegt. Anschließend bedeckt man sie mit warmer Rohwolle und/oder einem warmen Wollvlies. Auch warme Handtücher eignen sich zum Bedecken, allerdings halten sie die Wärme nicht so lange. Die Bienenwachskompresse kann mehrere Stunden bzw. über Nacht verwendet werden.

Wie verläuft eine Bronchitis bei Kindern?

Normalerweise verläuft die akute Bronchitis bei Kindern ohne Komplikationen. Sie dauert im Normalfall maximal zwei Wochen an. Lediglich bei abwehrgeschwächten und sehr kleinen Kindern können sich Probleme ergeben. Hier kann es ohne vollständige Ausheilung später zu einer chronischen Bronchitis kommen. Auch die Lungenentzündung stellt eine Komplikation der akuten Bronchitis dar.

Ist die Bronchitis bei Kindern ansteckend?

Die Bronchitis selbst ist nicht ansteckend, wohl aber die ihr zugrunde liegende Virusinfektion. Als sogenannte Erkältungsviren können diese per Tröpfcheninfektion übertragen werden, also durch Husten, Kontakt mit benutzten Taschentüchern oder über Türklingen, Haltestangen in Verkehrsmitteln, Türgriffen und so weiter. Lebt ein an Bronchitis erkranktes Kind im Haushalt, empfiehlt es sich daher, öfter zu lüften und auch Türknaufe etc. immer mal abzuwischen. Auch häufiges Händewaschen gerade in der Winterzeit kann dazu beitragen, eine Ansteckung zu verhindern. Ist eine Infektion mit Bakterien Ursache der Bronchitis, ist diese ebenfalls ansteckend.

Wie kann man einer Bronchitis bei Kindern vorbeugen?

Der akuten Bronchitis bei Kindern lässt sich vor allem durch eine gesunde Lebensführung vorbeugen. Gesunde Ernährung, Bewegung und frische Luft sind wichtig für Kinder. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt – Infektionen können so seltener vorkommen oder weniger schwer verlaufen. In der Wohnung sind Lösemittel, Tabakrauch oder Schimmelbefall durch feuchte Wände gefährlich für die Atemwege eines Kindes, die durch solche Stoffe gereizt und anfälliger für Bronchitis werden.

Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich in der kalten Jahreszeit etwas öfter als sonst die Hände zu waschen. Wenn die Luft in der Wohnung durch Heizen sehr trocken ist, kann ein Luftbefeuchter dazu beitragen, dass die Schleimhäute nicht zu sehr austrocknen. Sie können auch einfach ein feuchtes Handtuch auf die Heizung legen oder ein offenes Kännchen mit Wasser auf die Heizung stellen, um das Raumklima ein wenig zu befeuchten.

Bronchitis bei Kindern homöopathisch behandeln

Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei einer Bronchitis bei Kindern Anwendung finden. Diese unterschieden sich je nach Art des Hustens und der Ursache der Bronchitis. Es empfiehlt sich deshalb, wenn Sie für Ihr Kind eine solche Behandlung wünschen, einen Homöopathen aufzusuchen. Homöopathie wird auch von vielen "klassischen" Ärzten angewendet. Wissenschaftlich bewiesen ist ihre Wirkung jedoch bis heute nicht, weswegen der Arzt im Zweifel unbedingt aufgesucht werden sollte.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. November 2017
Durch: Christian Fiala
Quellen: Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie: Akute Bronchitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 026/007 (Stand: Juli 2013) Online-Informationen der Deutschen Lungenstiftung e.V.: www.lungenstiftung.de (Stand: Oktober 2012) Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2013; Röhnelt, Dr. med. R.: Kindergesundheit. TRIAS, Stuttgart 2017

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