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Bauchschmerzen bei Kindern

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten körperlichen Beschwerden im Kindesalter. Fast ein Viertel aller Kinder leidet Schätzungen zufolge wiederholt darunter. Dauern sie an, kann ein großer Leidensdruck entstehen. Auch für die Eltern können die Beschwerden eine Herausforderung sein. Sie versuchen die Ursache der Schmerzen zu ergründen, und tappen dabei oft im Dunkeln.

Checkliste für Bauchschmerzen bei Kindern
Schon vor dem Besuch beim Kinderarzt können Sie Anzeichen wahrnehmen
© iStock.com/Jovanmandic

Nach Expertenmeinung findet sich bei bis zu 90 Prozent der kleinen Patienten mit Bauchschmerzen keine ernste körperliche Ursache. Als häufigste Auslöser werden stattdessen Verstopfung und seelische Faktoren wie Stress und Angst angesehen.

Vor einem Besuch beim Kinderarzt ist es hilfreich, mögliche Anhaltspunkte wahrzunehmen und zu protokollieren. Doch worauf sollen Eltern achten?

Wenn’s auf dem Klo klemmt: Verstopfung

Wenn Kinder mit Bauchschmerzen in die Praxis kommen, steckt laut Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, gar nicht so selten eine Verstopfung (Obstipation) dahinter. Wichtig ist dann eine rasche und konsequente Behandlung, denn sonst können die Probleme chronisch werden und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Verstopfung bei Kindern: Die besten Hausmittel

Ein möglicher Hinweis für eine Verstopfung ist, wenn das Kind...

  • ...im Gespräch nicht sagen kann, wann es zum letzten Mal Stuhlgang hatte,
  • ...harten Stuhl hat,
  • ...Schmerzen beim Stuhlgang hat,
  • ...Stuhlvermeidungsverhalten zeigt (statt eines Toilettenganges legt sich das Kind beispielsweise auf den Boden oder schlägt die Beine übereinander), oder
  • ...große Stuhlmengen in die Toilette absetzt.

Mögliche ernstere organische Ursachen prüfen

Natürlich sollten immer auch andere organische Ursachen für die Beschwerden in Betracht gezogen werden. Relativ klar sind für die meisten Eltern Symptome wie Fieber, Durchfälle oder Erbrechen – sie deuten auf Magen-Darm-Infekte hin, die im Kindesalter relativ häufig vorkommen. Starke akute Schmerzen hingegen können Anzeichen einer „Blinddarmentzündung“ sein – was allerdings eher selten der Fall, aber ein ernster Notfall ist.

Ein möglicher Hinweis für ein ernsteres organisches Problem ist, wenn das Kind...

  • ...nachts wegen Bauchschmerzen aufwacht,
  • ...das Spielen wegen der Schmerzen unterbricht,
  • ...immer wieder exakt den gleichen Punkt zeigt oder benennt, von dem die Schmerzen ausgehen,
  • ...Blut im Stuhl hat,
  • ...kolikartige heftige Schmerzen hat, oder
  • ...in den vergangenen Wochen und Monaten nicht an Gewicht zugenommen hat

Beobachten Eltern eins oder mehrerer dieser Warnsymptome, sollten sie umgehend einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen.

Keine Erklärung in Sicht?

Lassen sich keine organischen Ursachen finden, sprechen Mediziner von „funktionellen Bauchschmerzen“. Hinter den Beschwerden kann dann eine Mischung aus seelischen, sozialen und körperlichen Einflussfaktoren stehen. Wichtig ist, dass Eltern die Bauchschmerzen auch dann ernst nehmen und gemeinsam mit dem Kinderarzt nach Hilfen für das Kind suchen.

 Ein möglicher Hinweis für funktionelle Bauchschmerzen ist, wenn das Kind...

  • ...nachts beschwerdefrei ist,
  • ...sich von den Beschwerden ablenken lässt und sie beim Spielen „vergisst“,
  • ...über Schmerzen im Bereich des Bauchnabels klagt und weniger über Beschwerden im Ober- oder Unterbauch, oder
  • ...am Wochenende oder in den Ferien frei von Beschwerden ist (Schulangst/-stress).

Wie auch immer sich die Beschwerden zeigen: Keinesfalls sollten Eltern ihren Sprösslingen schmerzstillende Zäpfchen, Tabletten oder Säfte ohne eine klare Diagnose Ihres Kinder- und Jugendarztes verabreichen.

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