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Fructoseintoleranz: Symptome und was darf man essen?

Fructoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Fruchtzucker. Natürlicherweise kommt Fructose in Früchten und verschiedenen Gemüsesorten vor, ist aber auch Bestandteil gewöhnlichen Haushaltszuckers. Welche Symptome typisch sind und was Betroffene noch essen dürfen.

Fruktoseintoleranz
Die meisten Früchte sind für Menschen mit Fruktoseintoleranz besonders in größeren Mengen tabu
© iStock.com/baibaz

Etwa jeder dritte Deutsche leidet an einer Fructoseintoleranz. Diese Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Die intestinale Fructoseintoleranz unterscheidet sich von der deutlich seltener auftretenden und grundsätzlich erblich bedingten hereditären Fructoseintoleranz (HFI, Fructosämie).

Während Menschen mit einer intestinalen Fructoseintoleranz geringe Mengen an Fruchtzucker (Fructose) vertragen, müssen von der hereditären Fructoseintoleranz betroffene Menschen ganz darauf verzichten.

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Ursache der intestinalen Fructoseintoleranz

Bei einer Fructoseintoleranz (auch Fructosemalabsorption genannt) wird der mit der Nahrung aufgenommene Fruchtzucker nicht oder nur in geringen Mengen vom Darm aufgenommen. Die Ursache liegt in einer Störung des Enzyms GLUT-5. Das Enzym erleichtert normalerweise die Aufspaltung und Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm. Bei einer Fructoseintoleranz ist die Funktion von GLUT-5 ganz oder teilweise eingeschränkt und der Fruchtzucker gelangt unverändert zur Verdauung in den Dickdarm. Im Dickdarm verändert sich dadurch die Bakterienbesiedelung und die Fructose wird vergärt.

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Eine Fructosemalabsorption kann auch vorübergehend auftreten, zum Beispiel nach dem Verzehr von ungewöhnlich viel Obst, Süßigkeiten oder Getränken, die viel Fruchtzucker enthalten. Wie viel Fructose ein Mensch verträgt, ist unterschiedlich. Durchschnittlich kann man von 35 Gramm Fruchtzucker pro Stunde als Richtwert ausgehen. Auch Milchprodukte wie Fruchtjoghurt können eine nicht unerhebliche Menge Fructose enthalten. Es empfiehlt sich daher, die Inhaltsstoffe von verarbeiteten Lebensmitteln zu studieren, wenn man unter einer Fructoseintoleranz leidet.

Fructoseintoleranz: Diese Symptome sind typisch

Die Symptome einer Fructosemalabsorption leiten sich von deren Ursache ab: Durch die Gärungsprozesse im Dickdarm kommt es zu Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall. Häufig treten auch Übelkeit und Erbrechen oder Verstopfung (Obstipation) nach Durchfällen auf. Es können auch eher unspezifische Beschwerden auftreten, die auf eine Fructoseintoleranz, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Dazu gehören:

  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Aufstoßen und Sodbrennen
  • häufiger Harn- und Stuhlgang
  • weicher Stuhl

Langfristig kann es bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit zu einem Mangel an Zink und Folsäure kommen, da der Darm vor allem einige Spurenelemente nicht mehr richtig aus der Nahrung aufnehmen kann. Der Mangel an Zink und Folsäure kann ein geschwächtes Immunsystem, Haarausfall, entzündliche Hauterkrankungen sowie Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit bis hin zu Depressionen verursachen. Schwangere Frauen mit Fruktoseintoleranz sollten besonders auf die ausreichende Zufuhr von Folsäure achten.

Diagnose der Fructoseintoleranz mit Test

Bei Verdacht auf Fructoseintoleranz wird durch den Arzt ein Wasserstoffatemtest durchgeführt. Dabei wird der Gehalt von Wasserstoff (H2) in der Atemluft bestimmt. Beim Wasserstoffatemtest, auch als H2-Atemtest bezeichnet, handelt es sich um das Standardverfahren zur Diagnose der intestinalen Fructoseintoleranz. Auch zur Feststellung einer Laktoseintoleranz kann der Wasserstoffatemtest durchgeführt werden.

Ablauf des H2-Atemtests

Der H2-Atemtest wird auf nüchternen Magen durchgeführt. Der Patient oder die Patientin trinkt eine bestimmte Menge gelösten Fruchtzucker. Im Anschluss pustet er oder sie in regelmäßigen Abständen in das Messgerät. Gemessen wird der Wasserstoffgehalt des Atems, denn der durch die Darmbakterien im Rahmen einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit produzierte Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lunge.

Weitere Untersuchungen werden nötig, wenn die Beschwerden trotz Befolgen des Diätplans anhalten, da weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Ursachen sein können.

Saisonkalender Gemüse

Fructoseintoleranz behandeln: Was man essen darf

Von Fructoseintoleranz betroffene Menschen müssen weniger Fruchtzucker zu sich nehmen, um Beschwerden zu vermeiden. Obst, Getränke und viele Süßspeisen enthalten Fruchtzucker. Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit oder Xylit können das Enzym GLUT-5 zusätzlich blockieren, daher sollten diese ebenfalls gemieden werden. Der Zuckeraustauschstoff Sorbit kommt übrigens nicht nur als künstlicher Zusatzstoff zum Einsatz, auch in Früchten kommt er vor (zum Beispiel in Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen). Gleichzeitig verzehrter Traubenzucker (Glukose) kann die Toleranz von Fructose erhöhen.

In einer ersten Phase sollte die Zufuhr von Fructose für mindestens zwei bis vier Wochen deutliche verringert werden. Nach Abklingen der Beschwerden kann die Zufuhr schrittweise erhöht werden, um die persönliche Toleranzgrenze zu ermitteln.

Geeignete Lebensmittel bei Fructosemalabsorption

Obstsorten mit wenig Fruchtzucker eignen sich für eine Ernährung bei Fructosemalabsorption. In kleinen Mengen verzehrt stellen Obstsorten wie Avocado, Honigmelone, Papaya, Litchi oder Rhabarber kein Problem dar. Gut geeignet sind auch Kartoffeln, Getreideprodukte, Milchprodukte pur und Gemüse. Fleisch, Fisch oder Eier können problemlos verzehrt werden.

Verlauf der Fructosemalabsorption

Entscheidend bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit ist die Einschränkung des Fruchtzuckers in der Ernährung. Dadurch lassen sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen gut reduzieren.

Fructoseintoleranz vorbeugen?

Der intestinalen Fructoseintoleranz kann nicht vorgebeugt werden. Durch Einhalten des Diätplans lassen sich die Beschwerden reduzieren. Die Fructoseintoleranz kann auch nur zeitweise auftreten und von allein wieder verschwinden. Die Ursachen sind unklar.

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