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Sexualstörung der Frau

Vaginismus: Wenn sich die Scheidenmuskulatur verkrampft

Psychische Faktoren gelten als häufige Ursache eines Scheidenkrampfs (Vaginismus). Bei der sexuellen Funktionsstörung verkrampft und verengt sich die Scheidenöffnung. Betroffene sollten sich ärztlich beraten lassen: Es gibt durchaus Mittel und Wege, um Vaginismus zu behandeln. Erfahren Sie hier, was hilft.

Vaginismus: Wenn sich die Scheidenmuskulatur verkrampft
© GettyImages/skynesher

Wer unter Vaginismus leidet, hat häufig mit den Folgen zu kämpfen. Denn der Scheidenkrampf macht Geschlechtsverkehr nicht oder nur unter Schmerzen möglich. Viele Frauen haben Angst, darüber zu sprechen. Es besteht jedoch kein Grund zur Scham: Mit der richtigen Behandlung kann der Teufelskreis durchbrochen werden und ein entspanntes Sexualleben stattfinden.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist Vaginismus?

Bei Vaginismus handelt es sich um einen Krampf in der Scheide, der Geschlechtsverkehr verhindert oder ihn schmerzhaft macht. Dies ist eine Art Abwehrreaktion: Die Beckenbodenmuskulatur (Musculus bulbocavernosus und Musculus levator ani) zieht sich spastisch zusammen, sodass sich der Scheideneingang verschließt und der Penis nicht eindringen kann oder das Eindringen als schmerzhaft empfunden wird. Diese unwillkürliche Verkrampfung im Intimbereich tritt wiederholt oder ständig auf. Erregbarkeit und Orgasmusfähigkeit sind oft nicht eingeschränkt.

Beim primären Vaginismus kam es schon immer zu der Muskelverkrampfung, beim sekundären Vaginismus war Geschlechtsverkehr früher schon einmal problemlos möglich.

Auch bei einer gynäkologischen Untersuchung oder beim Einführen eines Tampons kann sich das Verkrampfen der Scheidenöffnung bemerkbar machen.

Ursachen für Vaginismus

Der Vaginismus wird danach unterschieden, ob organische Ursachen dafür vorliegen oder nicht. Körperliche Ursachen wie eine akute Scheidenentzündung sind eher selten. Häufiger wird der Scheidenkrampf durch psychische Faktoren ausgelöst (nicht-organischer Vaginismus). Dies können zum Beispiel sein:

  • Verletzungsangst – etwa nach Geburten oder Operationen

  • psychosexuelle Hemmungen – zum Beispiel aufgrund einer Erziehung, in der Sex oder der Intimbereich tabuisiert wurden

  • psychosexuelle Traumata – wie etwa nach einer Vergewaltigung

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)

Oft handelt es sich bei Betroffenen allerdings um psychisch gesunde, nicht traumatisierte Frauen.

Folgen von Vaginismus

Ein typisches Problem beim Vaginismus ist, dass sich die Symptome von selbst immer weiter verstärken: Aufgrund der negativen sexuellen Erfahrung stiegt die Anspannung beim nächsten Mal und es kommt aus Angst vor Schmerzen wiederholt zu einem Krampf und dem Verschluss der Scheidenöffnung. Es entsteht ein Teufelskreis.

Die sexuelle Funktionsstörung kann außerdem negativen Stress und Minderwertigkeitsgefühle auslösen, zu Beziehungsproblemen und Schwierigkeiten bei der Erfüllung des Kinderwunschs führen. Betroffene Frauen sollten sich daher fachkundig beraten lassen.

Therapie: Was tun bei Vaginismus?

Als primäre Anlaufstelle bei dem Verdacht auf Vaginismus dient die gynäkologische Praxis. Hier kann eine erste Beratung erfolgen und es können weitere Schritte eingeleitet werden. Um den psychischen Gründen für den Vaginismus auf den Grund zu gehen, kann eine Gesprächstherapie stattfinden. Eine Sexualtherapie kann als Einzel- oder Paartherapie durchgeführt werden. Bei psychosexuellen Traumata wie Missbrauch oder Vergewaltigung und bei Phobien ist eine Psychotherapie ratsam.

Auch Entspannungstherapien oder gezieltes Beckenbodentraining können bei Vaginismus hilfreiche Behandlungsansätze sein.

Dilatatoren zur Dehnung der Scheide

In ärztlicher Absprache kommen begleitend sogenannte Vaginaldilatoren zum Einsatz. Dabei handelt es sich um medizinische Dehnungsstifte, mit denen vaginale Dehnungsübungen durchgeführt werden können. Die Scheidendehner sind in einem Set mit ansteigenden Durchmessern erhältlich – zum Beispiel Größe S bis XL. Ziel des Trainingsplans ist es, eine Desensibilisierung zu erreichen: Die betroffene Frau lernt durch die Behandlung, dass ein schmerzloses Eindringen möglich ist.

In einigen Praxen kommt Botox zur Behandlung von Vaginismus zum Einsatz. Die Injektionen mit dem Nervengift, das als Muskelrelaxans wirkt, sollen die Muskeln für eine begrenzte Dauer von ein paar Monaten daran hindern, sich zu verkrampfen. Ob diese Therapie eine Option darstellt, sollte stets im individuellen Fall ärztlich abgeklärt werden.

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