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Infekt in der warmen Jahreszeit

Sommergrippe: Erkältet trotz Hitze – was tun?

Echte Grippe, Sommergrippe oder Covid-19? Wir verraten, was es mit der Sommergrippe auf sich hat, wie du einer Erkältung in der warmen Jahreszeit vorbeugst und was zu tun ist, wenn es deine Familie doch erwischt. Die besten Tipps!

Frau schnieft in Taschentuch
© Getty Images/blackCAT

Artikelinhalte auf einen Blick:

Coronavirus: Immunsystem stärken – so geht’s!

Was ist eine Sommergrippe?

Trotz schönstem Wetter läuft die Nase und der Hals kratzt? Dann hat dich wahrscheinlich eine Erkältung erwischt, die im Volksmund auch als „Sommergrippe“ bezeichnet wird. Im Gegensatz zur echten Grippe (Influenza) handelt es sich dabei nur um einen grippalen Infekt – also eine lästige, aber harmlose Erkältungskrankheit. Echte Influenza-Viren kommen im Sommer äußerst selten vor, da sie weder UV-Licht noch Hitze vertragen. Enteroviren wie zum Beispiel Coxsackie-Viren oder Echoviren fühlen sich hingegen auch bei warmen Temperaturen wohl und sorgen so außerhalb der winterlichen Erkältungssaison für ähnliche Beschwerden.

Symptome: Sommergrippe, Grippe oder Covid-19?

Ob Sommergrippe, Grippe oder die neuartige Lungenkrankheit Covid-19: Alle drei Erkrankungen haben gemein, dass sie von Viren übertragen werden – allerdings von verschiedenen. Während die echte Grippe von Influenza-Viren ausgelöst wird, ist das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 schuld an Covid-19 und ganz normale Erkältungsviren sind für die Sommergrippe verantwortlich. Da sich die drei Erkrankungen in ihren Symptomen teilweise ähneln, ist eine Unterscheidung nicht ganz einfach.

Sommergrippe: Die Sommergrippe macht sich durch typische Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Niesen und manchmal auch durch Husten und leichtes Fieber bemerkbar. Kennzeichnend ist, dass die Symptome erst langsam beginnen und dann stärker werden. Die Beschwerden treten im Durchschnitt sieben bis 14 Tage nach der Ansteckung auf. Ansteckend ist man bereits zwei bis drei Tage vor Symptombeginn und solange, wie die Symptome anhalten.

Grippe: Eine echte Grippe tritt plötzlich auf und geht meist mit Fieber, Müdigkeit, Husten, Glieder- und Kopfschmerzen sowie einem deutlich stärker beeinträchtigten Wohlbefinden für eine Dauer von etwa fünf bis sieben Tagen oder auch wesentlich länger einher. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der Symptome, ist kurz und beträgt gerade mal ein bis zwei Tage. Es wird davon ausgegangen, dass man etwa sieben Tage lang ansteckend ist.

Covid-19: Das Coronavirus löst eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen aus, die im Durchschnitt fünf bis sechs Tage nach der Ansteckung oder maximal bis 14 Tage (im Mittel 5,8 Tage) danach beginnen. Die Hauptsymptome der mittlerweile in Deutschland das Infektionsgeschehen dominierenden Variante Omikron unterscheiden sich von den vorheringen: So treten etwa wesentlich häufiger Halsschmerzen auf als bei Delta, zudem leiden Betroffene seltener unter Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns. Erkältungsähnliche Symptome wie Müdigkeit, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können bei Omikron ebenfalls auftreten und so eine Unterscheidbarkeit von anderen Viruserkrankungen erschweren. Wie lange man ansteckend ist, wird aktuell noch in Studien untersucht.

Ursachen: Woher kommt die Sommergrippe?

Die Sommergrippe wird von ganz normalen Erkältungsviren übertragen. Diese Viren gelangen auf verschiedenen Wegen zu den Schleimhäuten von Mund, Nase oder Augen: Entweder werden sie beim Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektion übertragen oder per Schmierinfektion. Letzteres bedeutet, dass sich die Viren auf Oberflächen oder Gegenständen befinden, man diese kontaminierten Flächen mit den Händen berührt und sich dann an Mund, Nase oder Augen fasst.

Die Übertragung von Enteroviren, die meist für die Sommergrippe verantwortlich sind, findet auf genau diesem Wege statt. Experten sprechen von einer fäkal-oralen Übertragung: Der Mensch scheidet die Viren mit dem Stuhl aus (fäkal) und diese kommen dann mit den Schleimhäuten (oral) eines anderen Menschen in Berührung – zum Beispiel, wenn eine Person sich nach dem Toilettengang nicht die Hände wäscht und anschließend jemandem zur Begrüßung die Hand reicht.

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Risikofaktoren für die Sommergrippe

Es gibt einige Risikofaktoren für eine Sommergrippe, die eine Ansteckung begünstigen, da sie das Immunsystem schwächen oder die Schleimhäute austrocknen. Verlieren die Schleimhäute ihre Schutzfunktion, sind sie anfälliger für das Eindringen von Viren.

  • Zugluft beim Lüften oder Cabriofahren
  • Klimaanlagen im Auto, Flugzeug, in Geschäften oder Restaurants
  • Auskühlen durch nasse Kleidung nach dem Baden
  • Klimatische Veränderungen im Urlaub („Urlaubsgrippe“)

Diagnose: Wann brauchst du mit Sommergrippe ärztliche Hilfe?

Harmlose Erkältungssymptome bedürfen in der Regel keiner ärztlichen Diagnose oder Behandlung, da sie meist innerhalb von rund einer Woche wieder von selbst verschwinden. Verschlechtern sich die Beschwerden jedoch oder treten hohes Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen auf, solltest du nicht zögern, eine ärztliche Praxis zurate zu ziehen. Sucht man einen Arzt auf, wird sich dieser die Beschwerden schildern lassen, die Atemwege durch einen Blick in Hals und Nase begutachten und die Lunge abhören. Bei einer echten Grippe ist die ärztliche Diagnose wichtig, da Komplikationen wie eine Lungenentzündung entstehen können. Die echte Grippe kann per Test nachgewiesen werden.

Besonders bei Babys und Kindern wende dich im Zweifelsfall besser frühzeitig an deine*n Kinderärztin*Kinderarzt, um das passende Vorgehen zu besprechen. Denn Erkältungskrankheiten können sich bei Kindern leicht ausbreiten und zu einer Mittelohrentzündung oder Bronchitis führen. Außerdem kann selbst ein einfacher Schnupfen Kinder beim Trinken oder Atmen beeinträchtigen, sodass ärztlicher Rat erforderlich wird.

Spezieller Hinweis zum Coronavirus: In der aktuellen Situation solltest du im Zweifelsfall Kontakt zu deiner ärztlichen Praxis oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 aufnehmen. Erscheine bei Beschwerden wie Husten oder Fieber nicht unangemeldet in der Praxis, sondern kontaktiere zuerst deine*n Ärztin*Arzt telefonisch.

Möglicherweise wird dir zu einem Covid-19-Test geraten. Eine akute Infektion mit dem Coronavirus wird über einen PCR-Test nachgewiesen. Dabei werden Abstriche aus dem Nasen- und Rachenraum entnommen und im Labor auf den Erreger untersucht. Hattest du Kontakt zu einer infizierten Person, solltest du dich auf Covid-19 testen lassen, auch wenn du keine Symptome zeigen. Im Idealfall schützt du andere in dieser Zeit durch das Tragen einer FFP2-Maske oder isolierst dich zunächst zu Hause.

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Therapie: Was tun bei Sommergrippe?

Um die Symptome einer Sommergrippe zu behandeln, gilt: Viel trinken, sich schonen und warmhalten. Ruhe dich aus, damit du die Krankheit nicht verschleppst! Zur Linderung von Beschwerden kannst du unterstützend warmen Tee trinken, Pastillen gegen Halsschmerzen lutschen oder leichte Schmerzmittel einnehmen, hartnäckigen Husten mit einem Schleimlöser lockern und verstopfte Nebenhöhlen mit einem Nasenspray freimachen. Antibiotika hingegen sind im Kampf gegen die Sommergrippe nutzlos, da diese Arzneimittel nur bei Bakterien und nicht bei Viren wirken.

Bitte beachte, dass nicht alle Medikamente – selbst frei verkäufliche Mittel aus der Apotheke – uneingeschränkt für Schwangere und Kinder geeignet sind. Auch auf ätherische Öle muss verzichtet werden. Frage in deiner ärztlichen Praxis oder in der Apotheke um Rat und lies die Packungsbeilage genau durch. Für Kinder gibt es oft geeignete Alternativen wie Zäpfchen statt Schmerztabletten und strikte Empfehlungen zur Dosierung. Auch Hausmittel oder Inhalieren kommen je nach Beschwerden gegebenenfalls zur Behandlung infrage.

Sommergrippe vorbeugen – so klappt es

Im Gegensatz zur echten Grippe gibt es keine Impfung, die vor einer Sommergrippe schützt. Mit einem starken Immunsystem wappnest du dich möglichst gut vor einer Erkältung in der warmen Jahreszeit: Die Kombination aus einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf macht deine Abwehrkräfte stark.

Noch wichtiger ist, dass du dich zur Vorbeugung einer Ansteckung an die allgemeinen Regelungen zur Prävention von Infektionskrankheiten hältst:

  • Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände.
  • Fasse dir mit den Händen nicht ins Gesicht.
  • Huste oder niese ausschließlich in deine Armbeuge, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen.
  • Verwende Taschentücher nur einmal und werfe diese nach der Verwendung sofort weg.
  • Meide Menschenansammlungen.
  • Halte dich von erkrankten Menschen fern.
  • Achte nach dem Windeln wechseln auf gute Handhygiene.

Zur Eindämmung gegen das Coronavirus kannst du immer noch Abstand einhalten und dein Verhalten entsprechend anpassen, auch wenn viele Beschränkungen mittlerweile aufgehoben sind. Die Maßnahmen schützen dich natürlich ebenfalls vor einer Ansteckung mit der Sommergrippe. Zur Erinnerung, hier die AHA-Regel:

  • Abstand: Halte mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen.
  • Hygiene: Achte vermehrt auf Handhygiene sowie auf die Einhaltung der Husten- und Niesetikette.
  • Alltagsmaske: Trage in allen öffentlichen Bereichen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, eine Alltagsmaske.

Beachte zurzeit aufgrund des Coronavirus außerdem: Wenn du dich krank fühlst, bleibe sicherheitshalber zu Hause und schicke auch dein krankes Kind im Zweifelsfall nicht in Kita oder Schule. In einigen Betreuungseinrichtungen für Kinder herrscht aktuell ohnehin noch die Vorgabe, dass die Kinder auch bei leichten Krankheitszeichen fernbleiben müssen.

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