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Schwangerschaft vorbei, Prämenstruelles Syndrom (wieder) da

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 19. April 2016

Viele Frauen kennen und fürchten die Tage vor den Tagen, an denen sie von Stimmungsschwankungen, Bauchkrämpfen und anderen psychischen oder physischen Beschwerden geplagt werden. Die Rede ist vom Prämenstruellen Syndrom (PMS), das oft nach einer Schwangerschaft erstmals auftritt.

Schwangerschaft vorbei, Prämenstruelles Syndrom (PMS) da
PMS: Nach der Schwangerschaft kommen die Schmerzen wieder
© iStock.com/rollover

Das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, belastet rund ein Fünftel der Frauen im gebärfähigen Alter. In der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung, etwa zehn bis vier Tage vor der Menstruation, setzten bei ihnen eine Reihe körperlicher und psychischer Beschwerden ein, die mit Beginn der Menstruation wieder verschwinden. PMS tritt vor allem bei Frauen über Dreißig auf - und oft nach einer Schwangerschaft. Viele Frauen, die vorher nie Probleme mit PMS hatten, werden jetzt erstmalig von dieser Störung heimgesucht. Manchmal kehrt eine PMS, die bereits vor der Schwangerschaft die Tage vor den Tagen zur Leidenszeit gemacht hat, nach der Geburt eines Kindes umso stärker wieder zurück

Mit welchen Symptome sich die PMS bemerkbar macht und wie heftig diese auftreten, kann von Frau zu Frau ganz unterschiedlich sein. Laut WHO-Definition wird von einem Prämenstruellen Syndrom dann gesprochen, wenn wenigstens ein zyklusabhängiges Symptom vorliegt, die Beschwerden in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Zyklen auftreten und im selben Zyklus ein beschwerdefreies Intervall von mindestens einer Woche in der ersten Zyklushälfte besteht.

Bei zwei bis fünf Prozent der betroffenen Frauen sind insbesondere die psychischen Symptome derart ausgeprägt, dass die Betroffenen zeitweilig arbeitsunfähig sind und ihre sozialen, familiären und geschäftlichen Beziehungen beeinträchtigt werden. Mediziner sprechen dann von einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS, dysphorisch = gereizt, angespannt).

Typisches Symptom: Geschwollene Augenlieder

Zu den häufigsten körperlichen Beschwerden in Zusammenhang mit PMS gehört Wassereinlagerungen im Gewebe. Diese zyklischen Ödeme entstehen vor allem im Gesicht und hier gerne an den Augenliedern. Sie kommen aber auch Händen, Füßen und Beinen vor. Dadurch kommt es zu einer vorübergehenden Gewichtszunahme, die die durch das PMS ohnehin angeschlagene Selbstwertgefühl der Betroffenen zusätzlich belastet. Weitere typische physische PMS-Beschwerden können Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust beziehungsweise den Brustwarzen sein, Schmerzen, oft krampfartig, in Bauch und Unterleib, Verdauungsprobleme sowie Kopfschmerzen und Migräne. Besonders belastend sind die psychischen Beschwerden wie Verstimmtheit, Nervosität, Gereiztheit beziehungsweise Agressivität und die Neigung zu Depressionen, die das Prämenstruelle Syndrom mit sich bringen kann - insbesondere nach einer Geburt.  Denn die Störung wird in Zusammenhang mit Hormonschwankungen gebracht - und die Geburt und die Zeit danach ist gekennzeichnet durch Achterbahnfahrten im Hormonhaushalt einer Frau, die auch ohne Vorliegen eines PMS die Psyche beeinträchtigen.

Hormon-Schwankungen besonders stark nach einer Geburt

Auch wenn die Ursachen des PMS noch immer nicht abschließend erforscht sind, gilt der Zusammenhang mit den Hormonschwankungen in der zweiten Zyklushälfte als gesichert. In dieser Zyklusphase wird das Gelbkörperhormon (Gestagen) Progesteron produziert, die Ausschüttung des Hormons Östrogen sinkt dagegen. Das hat zu der Vermutung geführt, dass bei Frauen mit PMS oder PMDS der Körper verstärkt auf die Hormonschwankungen und das Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen reagiert. Nach einer Schwangerschaft sind Hormonschwankungen deutlich ausgeprägter als während des normalen Zyklus: Während vor der Geburt die Produktion von Östrogen und Progesteron stark ansteigen, kommt es nach der Niederkunft zu einem starken Rückgang dieser Hormone. Daraus resultiert der so genannte Babyblues, ein Stimmungstief, in das viele Frauen nach einer Geburt rutschen und aus dem sich in manchen Fällen eine postpartale Depression entwickeln kann.

Ungleichgewicht der Hormone als PMS-Auslöser

Der Körper beginnt nun, das Hormon Prolaktin auszuschütten, das die Milchproduktion ankurbelt. Gleichzeitig verhindert dieses Hormon die Ausschüttung von Progesteron, während die Östrogenproduktion langsam wieder in Gang kommt. Das Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron könnte der Grund für eine Verstärkung der PMS-Symptome nach einer Geburt beziehungsweise ihr erstmaliges Auftreten in dieser Zeit sein.  

Hinzu kommen die Herausforderungen durch das Baby, mit denen die Mutter konfrontiert wird. Man geht davon aus, dass auch psychische Belastungen und Stress bei der Entstehung von PMS eine Rolle spielen, und in dieser Hinsicht haben frischgebackene Mütter einiges zu bewältigen. Unabhängig davon sind weitere Faktoren, die mit dem persönlichen Lebensstil zu tun haben. So sollen Alkohol-, Nikotin- und Koffeinkonsum ein PMS verstärken, ebenso wie Bewegungs- und Schlafmangel.

Besprechen Sie Ihre Beschwerden mit dem Frauenarzt

Bei hartnäckigeren und ausgeprägten Symptomen für PMS sollten die genauen körperlichen Ursachen abgeklärt werden. Der Gynäkologe ist hier ein geeigneter Ansprechpartner. Er kann abklären, ob tatsächlich ein Prämenstruelles Syndroms hinter den Beschwerden steckt und die nötigen Therapien einleiten. Er misst den Hormonspiegel und verordnet gegebenenfalls natürliche Hormone, die das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen. Für Frauen, die vor allem von depressiven Verstimmungen und starken Stimmungsschwankungen betroffen sind, stellen Antidepressiva eine gute Behandlungsmöglichkeit dar.

Auch mit pflanzlichen Präparaten können die PMS-Beschwerden gelindert werden, zum Beispiel mit Wirkstoffen des Mönchspfeffers, der Tigerlilie, der Traubensilberkerze  oder Alpenveilchenextrakte. Kombipräparate mit verschiedenen Inhaltsstoffen können ebenfalls sinnvoll sein.

Patentrezept gegen PMS gibt es nicht

Da es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt, sollten Frauen sich selbst beobachten und ausprobieren, was ihnen gut tut. Bisher ist es den Forschern nicht gelungen, ein Patentrezept gegen PMS zu entwickeln. Ein Menstruationskalender, in den die Beschwerden des PMS auf einer Skala eingestuft und Besonderheiten festgehalten werden, ist außerdem hilfreich. Sie bekommen dadurch ein Gefühl dafür, welche Tage bei Ihnen die kritischen sind. Stellen Sie Ihren Alltag, soweit dies möglich ist, darauf ein. Manchmal ist es auch gut, die Angehörigen von den bevorstehenden Krisentagen zu unterrichten.

Der Menstruationskalender lässt außerdem Rückschlüsse zu,  ob therapeutische Maßnahmen sowie Änderungen des Lebensstils Erfolg zeigen. So wird eine Umstellung der Ernährung auf kohlenhydratreiche und salzarme Nahrungsmittel empfohlen, dazu der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls PMS-Symptome lindern, ebenso wie Entspannungsmethoden wie Yoga oder Autogenes Training.

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 19. April 2016
ICD-Codes für diese Krankheit: N94.3
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