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Neue Impfempfehlung der STIKO

Corona-Impfung für Kinder: STIKO empfiehlt Impfung ab 12 Jahren

Die Corona-Impfung für Kinder wird aktuell in Deutschland rege diskutiert. Nach der Zulassung ab 12 Jahren durch die EMA dürfen sich Jugendliche mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer immunisieren lassen. In Deutschland wird die STIKO ihre Impfempfehlung für Kinder nun aktualisieren und sich für eine Impfung der 12- bis 17-Jährigen aussprechen.

Corona-Impfung für Kinder: Das sollten Sie wissen
Die Corona-Impfung ist für Kinder ab 12 Jahren zugelassen.
© Getty Images/valentinrussanov

Obwohl sie selten schwer an Covid-19 erkranken, sind Kinder seit Beginn der Pandemie mit am meisten betroffen: In der Schule ist Abstand halten oft schwer, es fehlen Filteranlagen und das Lüftungskonzept in Form offener Fenster funktioniert nur in den warmen Monaten des Jahres gut. Mit der neuen, dominanten Delta-Variante steigt außerdem das Risiko einer Coronavirus-Infektion vor allem bei ungeimpften Kindern.

Update am 16. August: Die STIKO spricht sich nach Auswertung neuer Daten für eine Corona-Impfung der 12- bis 17-Jährigen aus.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Corona-Impfung in der Schwangerschaft und für Kinder

Corona-Impfung für Kinder: Was bedeutet die Zulassung des mRNA-Impfstoffs?

Ende Mai hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA den mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer auch für 12- bis 15-Jährige zugelassen. Mit der Zulassung wird es Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren möglich, die Corona-Impfung zu erhalten.

Doch an der Frage, ob Kinder flächendeckend gegen Corona geimpft werden sollen, scheiden sich die Geister: Während die einen die Rolle immunisierter Kinder auf dem Weg zur Herdenimmunität betonen, warnen die anderen vor unklaren Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Impfstoffe. Zudem sei immer noch zu wenig Impfstoff vorhanden.

Grundlage der Zulassung ist eine Studie der Arzneimittelhersteller, nach der die Corona-Impfung für diese Altersgruppe einen hundertprozentigen Schutz vor Covid-19 gewährt – bei Nebenwirkungen vergleichbar mit denen Erwachsener.

Erstes Studienergebnis veröffentlicht

Nach Angaben von BioNTech/Pfizer hat der mRNA-Impfstoff Comirnaty in einer Studie mit 12- bis 15-Jährigen einen hundertprozentigen Schutz vor dem Coronavirus gezeigt. An der Studie nahmen 2.260 Jugendliche in den USA teil.

Einer Hälfte der Teilnehmer*innen wurde der Impfstoff verabreicht, die andere erhielt ein Placebo. Während die Placebogruppe 18 Corona-Infektionen verzeichnete, trat in der Kohorte der Geimpften keine Infektion auf. Vier Wochen nach der zweiten Dosis zeigte sich eine noch höhere Antikörperzahl als bei Erwachsenen.

Die Nebenwirkungen der Impfung entsprachen denen bei Erwachsenen. Vor allem Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen an der Einstichstelle traten laut einem Bericht der Tagesschau insbesondere nach der zweiten Impfung auf.

Corona-Impfung für Kinder: STIKO will Impfung für 12- bis 17-Jährige empfehlen

Nachdem die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Corona-Impfung für Kinder nach ihrer Zulassung in Europa zunächst nur für Kinder mit Vorerkrankungen empfohlen hat, liegt nun eine Neubewertung vor:

Laut Mitteilung vom 16. August 2021 will die STIKO eine generelle Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige aussprechen. Grundlage der Neubewertung ist die Auswertung aktueller Daten, insbesondere aus den USA, mit bislang knapp zehn Millionen gegen Corona geimpften Kindern und Jugendlichen. Anhand dieser Daten sei nun eine zuverlässige Bewertung der Risiken möglich.

Die insbesondere bei Jungen und jungen Männern nach einer Corona-Impfung aufgetretenen und im Krankenhaus behandelten Herzmuskelentzündungen müssten laut Gremium als Impfnebenwirkung bewertet werden. Diese verliefen jedoch bei entsprechender medizinischer Versorgung unkompliziert.

In der Mitteilung heißt es: "Nach sorgfältiger Bewertung dieser neuen wissenschaftlichen Beobachtungen und Daten kommt die STIKO zu der Einschätzung, dass nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen."

Trotz aktualisierter Corona-Impfempfehlung sprach sich die STIKO in der Mitteilung "ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird."

Der entsprechende Beschlussentwurf mit wissenschaftlicher Begründung wird nun mit den Bundesländern und Fachkreisen abgestimmt, weshalb auch noch Änderungen möglich sind (Stand: 16. August 2021).

Bislang galt die Impfempfehlung nur für Kinder ab 12 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben.

Dazu gehören:

  • Adipositas
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Diabetes mellitus
Masken für Kinder: Was beachten?

Kinder erkranken selten schwer an Covid-19

Mittlerweile ist bekannt, dass Kinder nach der Ansteckung mit dem Coronavirus häufig gar keine oder eher milde Symptome entwickeln. Im täglichen Lagebericht des RKI vom 8. Juni 2021 hieß es, von den 77.308 Todesfällen in Deutschland seien dem RKI 20 Todesfälle bei unter 20-Jährigen gemeldet worden. Alle 15 Verstorbenen, bei denen dies mit angegeben war, litten unter Vorerkrankungen.

Lesen Sie hier mehr über Corona bei Kindern.

PIMS: Schwere Entzündungsreaktionen des Immunsystems

Jedoch gibt es auch in Deutschland immer wieder Fälle von PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome). Dabei handelt es sich um schwere Entzündungsreaktionen des Immunsystems bei Kindern als Folge einer Covid-19-Erkrankung. Etwa zwei bis vier Wochen nach einer Infektion mit dem Coronavirus kommt es zu Symptomen wie hohem Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Entzündungen der Haut und der Schleimhäute. Die Erkrankung ist – frühzeitig entdeckt – im Krankenhaus gut behandelbar.

Der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wurden zwischen Mai 2020 und März 2021 245 Fälle betroffener Kinder und Jugendliche gemeldet.

Long Covid bei Kindern

Wie viele Kinder trotz fehlender oder milder Symptome am Post-Covid-Syndrom, auch als Long Covid bekannt, betroffen sind, ist nicht bekannt. Studien zu Long Covid berücksichtigen bislang eher Erwachsene. Einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland zufolge erwarten Ärzt*innen mit steigenden Fallzahlen bei Kindern auch die Zunahme von Post-Covid-Fällen in den jüngeren Altersgruppen.

Zahlreiche Kliniken reagieren darauf mit neu gegründeten Long-Covid-Ambulanzen speziell für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. In einer Pressemitteilung des Uniklinikums Jena heißt es, Kinder könnten auch nach symptomlosen oder milden Verläufen Long Covid entwickeln. Diagnostik und Behandlung seien deshalb besonders schwer. Aktuellen Studien zufolge könnten mehr als die Hälfte der Kinder noch vier Monate nach einer Erkrankung an Langzeitfolgen leiden.

Hygiene: So lernen Kinder Händewaschen
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