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Coronavirus

Corona-Impfung: Bald auch für Kinder und Schwangere?

Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten haben. Aktuell sind die Impfstoffe noch nicht für Kinder zugelassen. Auch für Schwangere gibt es keine generelle Impfempfehlung.

Corona-Impfung: Bald auch für Kinder und Schwangere?
Bald ein selbstverständlicher Anblick in Deutschland? Die Effekte einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft werden aktuell untersucht.
© Getty Images/NoSystem images

In Deutschland sind die Corona-Impfstoffe bislang noch nicht für Kinder zugelassen. Für Schwangere gibt es keine generelle Impfempfehlung, da auch für sie noch keine Studiendaten vorliegen. Schwangere mit Vorerkrankungen, die zu einem schweren Verlauf von COVID-19 führen könnten, haben jedoch die Möglichkeit, sich nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung impfen lassen.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Corona-Impfung: Auch für Schwangere und Kinder?

Kommt bald die Corona-Impfung für Kinder?

Bislang hat die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) noch keine Impfempfehlung für Kinder herausgegeben (Stand: März 2021). Um Nutzen und Risiko der Immunisierung von Kindern beurteilen zu können, müssen erst aussagekräftige Studiendaten aus dieser Altersgruppe vorliegen.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist aktuell für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen. Moderna, AstraZeneca sowie Janssen-Cilag (Johnson & Johnson) dürfen ab dem 18. Lebensjahr verimpft werden. Einige Hersteller arbeiten nach eigenen Aussagen an Studien mit jüngeren Kindern und Jugendlichen.

Am 31. März hat das Unternehmen BioNTech/Pfizer auf seiner Website bekanntgegeben, dass sein Impfstoff in einer Studie von 12- bis 15-Jährigen einen hundertprozentigen Schutz vor dem Coronavirus gezeigt hat. An der Studie nahmen 2.260 Jugendliche in den USA teil. Der einen Hälfte wurde der Impfstoff verabreicht, die andere erhielt ein Placebo. Während die Placebogruppe 18 Coronainfektionen verzeichnete, trat in der Kohorte der Geimpften keine Infektion auf. Vier Wochen nach der zweiten Dosis zeigte sich eine noch höhere Antikörperzahl als bei Erwachsenen.

Die Nebenwirkungen der Impfung entsprachen denen bei Erwachsenen. Vor allem Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen an der Einstichstelle traten laut einem Bericht der Tagesschau insbesondere nach der zweiten Impfung auf.

Die Unternehmen planen die Beantragung einer Notfallzulassung.

Da die Studie noch nicht geprüft oder veröffentlicht worden ist, ändert sie jedoch nichts an der aktuellen Empfehlung mit einem Mindestalter von 16 Jahren für die Immunisierung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Auch die Langzeitfolgen einer Corona-Impfung bei Kindern müssen vor einer Zulassung untersucht werden.

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Schwangere haben höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19

Während man anfangs noch wenig darüber wusste, wie sich eine Corona-Infektion in der Schwangerschaft auswirkt, ist mittlerweile deutlich: Obwohl das Gesamtrisiko einer schweren Erkrankung gering ist, haben infizierte Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf im Vergleich zu Nichtschwangeren. Sie müssen häufiger auf der Intensivstation behandelt und beatmet werden. Auch Komplikationen wie Präeklampsie, Frühgeburt oder stille Geburt können Folge einer Corona-Infektion in der Schwangerschaft sein.

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Corona-Impfung in der Schwangerschaft

In Deutschland raten Fachgesellschaften Schwangeren nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung und engmaschiger Absprache mit der*dem Ärztin*Arzt zu einer Corona-Impfung.

Bislang liegen weder Langzeiterfahrungen noch aussagekräftige klinische Studien über die Auswirkungen einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft vor.

Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) stuft das Risiko einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft derzeit als sehr gering ein. Bislang gibt es keine Hinweise auf schwere Nebenwirkungen aufgrund von Corona-Impfungen in der Schwangerschaft. Erste Erfahrungswerte zeigen, dass geimpfte Schwangere schützende Antikörper an ihr Baby weitergeben. Das gilt auch für Stillende.

Geimpfte Mütter geben Antikörper an Babys weiter

Laut einer kleinen Studie mit 131 Teilnehmerinnen, davon 84 Schwangere, 31 Stillende und 16 Nicht-Schwangeren/-Stillenden, die jüngst im American Journal oft Obstetrics & Gynecology veröffentlicht wurde, hat eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft einen positiven Effekt: Demnach ließen sich sowohl im Nabelschnurblut der Babys als auch in der Muttermilch Antikörper gegen das Coronavirus nachweisen. Verwendet wurden die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna.

Nestschutz für Säuglinge durch Corona-Impfung in der Schwangerschaft?

Wie wirksam dieser sogenannte Nestschutz ist und wie lange er anhält, ist dagegen bislang noch nicht erforscht. Die Impfung scheint dabei effektiver als eine bereits durchgemachte Coronainfektion, da hier deutlich mehr Antikörper nachgewiesen werden konnten.

Eine Übertragung von Antikörpern über Plazenta und Nabelschnur in der Schwangerschaft macht man sich auch bei bereits verwendeten Impfempfehlungen wie der Grippeimpfung und der Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) zunutze. Diesen Effekt nennt man "maternale Immunisierung": Das Baby erhält durch die Impfung noch im Mutterleib Antikörper, die es auch noch eine Weile nach der Geburt schützen.

Ist die Corona-Impfung für Schwangere sicher?

Schwangere nehmen normalerweise nicht an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten teil. Den aktuellen Kenntnisstand berücksichtigend sind die Impfstoffe auch nicht generell für Schwangere zugelassen.

Ende Januar aktualisierte die Weltgesundheitsbehörde WHO ihre Empfehlung für Schwangere. Schwangere Personen mit einem höheren Infektionsrisiko oder einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf könnten demnach in Erwägung ziehen, sich impfen zu lassen.

Ursachen für einen harten Bauch in der Schwangerschaft

Was ist bislang bekannt?

Studien an Tiermodellen zeigten keine nachteiligen Auswirkungen der mRNA-Impfstoffe auf die Fruchtbarkeit, die kindliche Entwicklung in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Passend dazu wurden 23 Frauen, die an der ersten Impfstoffstudie von BioNTech/Pfizer teilgenommen hatten, später schwanger. Keine von ihnen hatte Schwangerschaftskomplikationen.

Der ab Mitte April ab Deutschland ausgelieferte Impfstoff von Johnson & Johnson verwendet als Trägerstoff das inaktiver Adenovirus 26, einen typischen Auslöser von Erkältungskrankheiten. Dieser Trägerstoff wird schon seit Jahren verwendet, weshalb er als sicher gilt - trotzdem fehlen auch hier klinische Studien und Erfahrungswerte bei Schwangeren.

Aktuell werden fleißig weiter Daten gesammelt: Beim amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben sich bereits über 30.000 Schwangere registrieren lassen, die eine Corona-Impfung erhalten haben oder erhalten werden.

Deutschland: Impfung enger Kontakt-Personen von Schwangeren

In Deutschland dürfen Schwangere zwei enge Kontaktpersonen benennen, die bei der Corona-Impfung bevorzugt werden. Dadurch erhofft man sich einen besseren Schutz der Schwangeren.

Corona-Impfung und Fruchtbarkeit

Berichte über vermeintliche Schädigung der Fertilität konnten bislang nicht bestätigt werden. Da es sich bei den Corona-Impfungen nicht um Lebendimpfstoffe handelt, wird auch nicht empfohlen, den Kinderwunsch nach einer Immunisierung aufzuschieben. Eine (versehentliche) Infektion mit dem Coronavirus durch die Impfung ist ausgeschlossen.

Die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin empfiehlt Frauen mit einem erhöhten Risikoprofil für einen schweren Verlauf sogar eine Beratung zur Impfung vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung.

Studien an Tiermodellen zeigten keine nachteiligen Auswirkungen der mRNA-Impfstoffe auf die Fruchtbarkeit, die kindliche Entwicklung in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Passend dazu wurden 23 Frauen, die an der ersten Impfstoffstudie von BioNTech/Pfizer teilgenommen hatten, später schwanger. Keine von ihnen hatte Schwangerschaftskomplikationen.

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AstraZeneca: Impfempfehlung nur noch für Über-60-Jährige

Ende März wurde bekannt, dass in Deutschland 31 Fälle von Sinusvenenthrombosen in Verbindung mit einer vorherigen Corona-Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca aufgetreten sind. Betroffen waren Frauen zwischen 20 und 63 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 36 und 57 Jahren. Darauf reagierte das Expertengremium der STIKO mit der Empfehlung, nur noch Menschen über 60 Jahren mit AstraZeneca zu immunisieren.

In Großbritannien ist derweil eine Studie angelaufen, bei der nach einem SWR-Bericht 300 Kinder zwischen sechs und 17 Jahren mit AstraZeneca geimpft werden sollen. Ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf eine mögliche Zulassung von AstraZeneca für Kinder oder Schwangere auswirken, bleibt abzuwarten.

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