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Mittwoch, 15. August 2018
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Mama turnt mit Kind

Kangatraining: Sport mit Baby

Beim Kangatraining schmelzen die Pfunde nach der Geburt: Fitness ganz ohne Hanteln und Geräte – stattdessen mit Baby im Tragetuch oder einer Trage vor dem Bauch.

Kangatraining: Mama turnt mit Kind
Beim Kangatraining trainieren Mama und Kind gemeinsam.
© iStock/vgajic

Schneller schmelzende Schwangerschaftspfunde und mehr Muskeln dank natürlichem Zusatzgewicht: Beim Kangatraining können (nicht nur) frisch gebackene Mamas gemeinsam mit ihrem Baby trainieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Fitnesskursen muss hier nämlich kein Babysitter gesucht werden, denn während Mama schwitzt, darf das Baby es sich in der Trage vor ihrem Brustkorb gemütlich machen.

Tipps fürs Workout mit Baby

 

Kangatraining: Der Name ist Programm

Entwickelt wurde das Kangatraining von der Wiener Tänzerin und Fitnesstrainerin Nicole Pascher, als sie ihre weinende jüngste Tochter beim Heimfitness kurzerhand auf den Arm nahm und mit ihr gemeinsam trainierte. Diese Idee entwickelte sie gemeinsam weiter mit ihrem Mann, einem Arzt, weiter. Das Kangatraining ist mittlerweile ein beliebtes Postnataltraining, das Frauen ab dem dritten Monat nach der Geburt ihres Kindes absolvieren können.

Und warum heißt es Kanga? Bei "Winnie Puuh" trägt Känguru-Mama Kanga ihr Babysöhnchen Rooh in ihrer Träge herum. Und in Ostafrika gehört die Kanga, ein traditionelles bunt bedrucktes Stofftuch, zur Ausstattung jeder Frau dazu. Sie kann als Kleid, Rock, Kopftuch oder eben auch als Babytuch genutzt werden. Davon hat sich Nicole Pascher inspirieren lassen. Schließlich tragen die Mütter ihr Baby beim Training ebenfalls in der Kängurutrage. Während des Trainings kann das Baby in einer speziellen Babytrage, aber auch in einem Tragetuch, vor Brustkorb und Bauch sitzen. Um die optimale Trageart zu finden, arbeiten Kangatrainerinnen auch mit Trageberaterinnen zusammen.

So läuft das Training ab

Während einer Trainingsstunde werden die Babys überwiegend in der Tragehilfe vor dem Körper getragen. Das Gute an der rhythmischen Bewegung: Sie schlafen oft ein, während sich die Mama ordentlich anstrengt. Im Trainingskonzept fließen Elemente aus Aerobic, Muskeltraining sowie Tanztraining ein. Da sich die Kurse konkret an Mütter nicht lange nach der Geburt richten, liegt der Fokus auch auf ihren Bedürfnissen. Für die Mama ist das Kangatraining also perfekt geeignet, um das Herz-Kreislauf-System, Bauch, Rücken und vor allem auch den Beckenboden zu trainieren. Dass man dabei ordentlich ins Schwitzen kommen kann, versteht sich von selbst. Kanga ist also perfekt dafür geeignet, nach der Geburt ein paar extra Schwangerschaftskilos abzubauen.

Sich nicht überfordern ist wichtig

Experten empfehlen, vor Beginn jedes Trainings nach der Geburt mit dem Arzt und/oder der Hebamme Rücksprache zu halten und sich "grünes Licht" geben zu lassen. Schließlich ist der Körper längst nicht wieder so belastbar wie vor der Schwangerschaft. Vor allem der Beckenboden braucht einige Monate, um wieder in seine alte Form zu kommen. Rückbildungsgymnastik ist daher unerlässlich, ganz egal, welche Art von Training frisch gebackene Mütter sonst noch absolvieren. Das Kangatraining hat, ähnlich wie Postnatal-Pilates oder -Yoga, den großen Vorteil, dass es genau das berücksichtigt.

Nach der Geburt in Form wieder kommen

Alles schonend für die Gelenke und den strapazierten Beckenboden, aber alles andere als leicht. Johanna Orzessek lässt ihren Sohn Felix auf den Beinen schweben und hebt den Oberkörper. Schweißtreibende zehn Kilo wiegt der kleine Kerl, die Bauchmuskeln brennen. Die 28-Jährige stört das nicht: "Umso schwerer, umso besser", findet sie. Mit ihrer Sport-Begeisterung ist sie nicht allein. Nicht nur Sporty-Moms wie Madonna und Heidi Klum, sondern auch viele ganz normale Mütter wollen nach der Geburt schnell wieder in Form kommen.

Viele Angebote für Fitness mit Baby

An Angeboten mangelt es nicht: Pilates mit Kind, Mami-und-Baby-Yoga, Buggyfit - das Joggen mit dem Kinderwagen. Sogar der Bundesliga-Sportverein Werder Bremen bietet Walking mit Kinderwagen an, bei dem Frauen im Slalom ums Stadion cruisen oder die Parkplatzeinfahrt rauf und runter hechten. "Die Idee 'Fit trotz Baby' ist in den Köpfen angekommen", sagt die Sportpsychologin Marion Sulprizio. Deshalb seien immer mehr werdende Mütter aktiv und blieben es auch nach der Geburt. Nach der Schwangerschaft den Wunsch zu haben, wieder fit zu werden, kann sogar eine gute Chance sein, überhaupt mit Sport zu starten. Viele junge Mütter genießen es nach der Zeit der Schwangerschaft, sich beim Sport auch mal wieder ganz auf sich konzentrieren zu können. Baby statt Hantel

Beckenbodentraining nicht vernachlässigen

Die Expertin von der Deutschen Sporthochschule in Köln warnt aber auch vor falschem Ehrgeiz. "Die jungen Mamas sollte nicht zu früh anfangen." Sonst kann es später Probleme mit der Bauchmuskulatur oder dem Beckenboden geben. Das sieht auch Julia Linge so, die "Fit dank Baby" in einem Bremer Geburtshaus unterrichtet - ähnlich wie Kangatraining, aber mit Gurt statt Trage. "Es ist wichtig, dass man sich bewegt und den Körper wieder spürt."

Doch bloß nicht zu früh beginnen und auf keinen Fall das Falsche oder zu intensiv trainieren. Der Beckenboden ist erst nach sechs bis neun Monaten wieder voll belastbar. Geraten wird zunächst zu Beckenboden schonendem Sport nach der Geburt und einer intensive Rückbildungsgymnastik – am besten bei ausgebildeten Hebammen, Physiotherapeutinnen oder in einem speziellen Trainingsinstitut.

Ihre Schwangerschaftspfunde hat Johanna Orzessek nach sechs Wochen Kanga bereits abgeturnt. Das Training hat nach ihrer Ansicht noch einen Vorteil: "Ich brauche keinen Babysitter." Für Mareike Böhmel ist es trotzdem die letzte Kanga-Stunde. Sie wird im September wieder anfangen zu arbeiten. Aus der "Sporty Mom" wird dann eine "Working Mom". Damit liegt sie ebenfalls voll im Trend.

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Letzte Aktualisierung: 10. August 2018

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