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Mama turnt mit Kind

Kangatraining: Sport mit Baby

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 23. August 2018

Beim Kangatraining schmelzen die Pfunde nach der Geburt: Fitness ganz ohne Hanteln und Geräte – stattdessen mit Baby im Tragetuch oder einer Trage vor dem Bauch. Elemente aus Aerobic, Muskel- und Tanztraining fließen in das Training mit ein und bringen nicht nur frisch gebackene Mütter ganz schön ins Schwitzen. Dabei ist Kangatraining mehr als Sport mit Baby, denn das Trainieren des Beckenbodens und die weitere Unterstützung der Rückbildung liegen dabei klar im Fokus.

Kangatraining: Sport mit Baby
Beim Kangatraining trainieren Mama und Baby gemeinsam.
© Nicole Pascher

Schneller schmelzende Schwangerschaftspfunde und mehr Muskeln dank natürlichem Zusatzgewicht: Beim Kangatraining können (nicht nur) frisch gebackene Mamas gemeinsam mit ihrem Baby trainieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Fitnesskursen muss hier nämlich kein Babysitter gesucht werden, denn während Mama schwitzt, darf das Baby es sich in der Trage vor ihrem Brustkorb gemütlich machen.

Tipps fürs Workout mit Baby

Kangatraining: Der Name ist Programm

Entwickelt wurde das Kangatraining bereits vor fast zehn Jahren von der Wiener Tänzerin und Fitnesstrainerin Nicole Pascher, die sich nach der Schwangerschaft mit ihrer jüngsten Tochter Pamina auf pre- und postnatales Training spezialisieren wollte. "Als ich selber wieder trainieren wollte, war Pamina gar nicht damit einverstanden, dass sie währenddessen daneben lag und zusah. Sie weinte leider und hörte nur auf, als ich sie zu mir nahm. So entstand die Idee zum Kangatraining." Diese Idee entwickelte Pascher gemeinsam weiter mit ihrem Mann, einem Arzt, weiter. Das Kangatraining ist mittlerweile ein beliebtes Postnataltraining, das Frauen etwa sechs bis zehn Wochen nach der Geburt ihres Kindes (und einer Unbedenklichkeits-Bestätigung des Arztes) absolvieren können.

Und warum heißt es Kanga? Bei "Winnie Puuh" trägt Känguru-Mama Kanga ihr Babysöhnchen Rooh in ihrer Träge herum. In Ostafrika gehört die Kanga, ein traditionelles bunt bedrucktes Stofftuch, außerdem zur Ausstattung jeder Frau dazu. Sie kann als Kleid, Rock, Kopftuch oder eben auch als Babytuch genutzt werden. Davon hat sich Nicole Pascher inspirieren lassen. Schließlich tragen die Mütter ihr Baby beim Training ebenfalls in der Kängurutrage. Während des Trainings kann das Baby in einer speziellen Babytrage, aber auch in einem Tragetuch, vor Brustkorb und Bauch sitzen. Um die optimale Trageart zu finden, arbeiten Kangatrainerinnen auch mit Trageberaterinnen zusammen.

So läuft das Kangatraining ab

Während einer Trainingsstunde werden die Babys überwiegend in der Tragehilfe vor dem Körper getragen, also ganz nah am Körper der Mama. Das Gute an der rhythmischen Bewegung: Die Babys schlafen oft ein, während sich die Mama ordentlich anstrengt. In das Training fließen Elemente aus Aerobic, Muskeltraining sowie Tanztraining ein. Lediglich bei Bodenübungen liegen die Babys neben oder auf der trainierenden Mama.

Für die Mama ist das Kangatraining also perfekt geeignet, um das Herz-Kreislauf-System, Bauch, Rücken und vor allem auch den Beckenboden zu trainieren. Dass man dabei ordentlich ins Schwitzen kommen kann, versteht sich von selbst. Kanga ist also perfekt dafür geeignet, nach der Geburt ein paar extra Schwangerschaftskilos abzubauen.

Kangatraining ist deales Postnatal-Training

Da sich die Kurse konkret an Mütter nicht lange nach der Geburt richten, liegt der Fokus auch auf ihren Bedürfnissen. Der Beckenboden steht dabei klar im Mittelpunkt. "Beim Kangatraining achten wir besonders auf die korrekte Körperhaltung der Teilnehmerinnen, also einen aufrechten Stand und eine leichte Grundspannung in der Rumpfmuskulatur", so Erfinderin Nicole Pascher, "außerdem geben wir wichtige Tipps für den Alltag, wie zum Beispiel, dass man sich beim Wasserlassen Zeit nehmen und nicht schnell durchpressen sollte."

Kangatraining ist aber nicht einfach nur Sport mit Baby, auch über den Aufbau des Beckenbodens und die Funktionen der einzelnen Beckenbodenschichten erfahren die Teilnehmerinnen in jeder Stunde etwas. So können sie auch im Alltag darauf achten, den Beckenboden nicht unnötig zu strapazieren. Ganz unbelastet bleiben soll er dabei aber nicht, auch nicht beim Training: "Der Beckenboden wird beim Kangatraining geschont, wo er geschont werden muss und gleichzeitig trainiert", betont Pascher.

Sich nicht überfordern ist wichtig

Experten empfehlen, vor Beginn jedes Trainings nach der Geburt mit dem Arzt und/oder der Hebamme Rücksprache zu halten und sich "grünes Licht" geben zu lassen. Schließlich ist der Körper längst nicht wieder so belastbar wie vor der Schwangerschaft. Vor allem der Beckenboden braucht einige Monate, um wieder in seine alte Form zu kommen. Rückbildungsgymnastik ist daher unerlässlich, ganz egal, welche Art von Training frisch gebackene Mütter sonst noch absolvieren. Das Kangatraining hat, ähnlich wie Postnatal-Pilates oder -Yoga, den großen Vorteil, dass es genau das berücksichtigt.

Nicole Pascher empfiehlt, mit dem Kangatraining frühestens sechs bis zehn Wochen nach der Geburt und nur mit dem Okay von Hebamme oder Arzt zu beginnen. Auch nach einem Kaiserschnitt muss nicht übermäßig lange gewartet werden, bis man (wieder) mit dem Sport anfängt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Narbe gut und komplikationslos verheilt ist und keine Schmerzen mehr an der Kaiserschnittnarbe auftreten.

Wie lange sie mit Kangatraining trainieren möchte, entscheidet jede Mutter selbst, denn es gibt keine Gewichtsobergrenze für das Baby. Wichtig ist nur, Tragehilfe und -art dem Gewicht und der Größe des Babys anzupassen, um ergonomische Probleme bei der Mutter zu vermeiden. Größere Kinder sollten zum Beispiel auf dem Rücken getragen werden. Langweilig scheint den mittrainierenden kleinen Sportlern dabei zum Glück nicht zu werden, versichert Pascher: "Die ältesten KangaBabys waren zweieinhalb Jahre alt und trainierten dann oft selber mit einer Puppe oder einem Schmusetier mit."

Rückbildung - Tipps für den Alltag

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 23. August 2018
Quellen

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