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Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Missed Abortion ohne Ausschabung

Hallo zusammen!

Ich möchte mit euch heute meine Erfahrungen mit der sog. kleinen Geburt teilen...
Wir waren überglücklich, als sich im August rausgestellt hat, dass wir unser Wunschkind erwarten. Wir sind beide schon 37 und waren umso glücklicher, dass es bereits beim ersten Versuch geklappt hat!
In der 8. Woche folgte dann der erste Besuch bei meiner FÄ und es sah alles prima aus- Herzschlag kräftig und zeitgemäß entwickelt. Nach der Untersuchung teilten wir es unseren Familien und 5 engen Freundin mit- alle freuten sich tierisch mit uns!
Bei 11+0 sollte der nächste FA- Termin sein... bis dahin war ich überglücklich und ziemlich schwanger mit allen Schikanen! Am 13. Sept. stellte sich beim Kontrolltermin heraus: kein Herzschlag mehr! Diese Diagnose zog mir den Boden unter den Füßen weg... es war doch bisher alles prima und ich habe absolut nichts gemerkt! Unser Sternchen hatte wohl bereits in der 10. Woche beschlossen, zu den Sternen zurück zu kehren... Meine FÄ war sehr behutsam und verständnisvoll... es folgte Blutabnahme und ein weiterer Termin am nächsten Tag... Wir gingen am Freitag mit wenig Hoffnung in die Praxis und unsere schlimmste Befürchtung bestätigte sich- wir hatten unser Baby verloren! Trauer, Wut, Unverständnis übermannten mich völlig... warum wir, warum jetzt und v.a. warum??? Für mich stand sofort fest: Keine Ausschabung, kein Krankenhaus!!! Mein Sternchen war auf natürlichem Wege gekommen und sollte uns auch auf diesem Weg verlassen! Sehr dankbar war ich meiner FÄ, die mich sehr einfühlsam und verständnisvoll dazu ermutigte, zu warten und es zu versuchen- nicht selbstverständlich! Nun begann die Zeit des Wartens und der Trauer! Unsere Familien und Freunde haben uns in der Zeit sehr geholfen und uns die Möglichkeit der Trauer gegeben. Ich habe mich bis nach den Allerheiligenferien krankschreiben lassen, um Zeit für mich und uns zu haben- an meine Arbeit mit Kindern war sowieso nicht zu denken! Ich konzentrierte mich in der Zeit sehr auf mich, ging viel im Wald spazieren, um wieder zu mir selber zu finden- Blutungen ließen allerdings auf sich warten... bei einem erneuten Kontrolltermin bekam ich nochmals eine Schonfrist bis 12. Oktober, sollte sich bis dahin nichts tun, würde es heißen KH und Ausschabung- Horrorvorstellung! Am Donnerstag, 4. Oktober, setzten abends, nach einem längeren Spaziergang, leichte Schmierblutungen ein, welche sich bis zum Dienstag, 9. Oktober, hinziehen sollten... an diesem Tag kamen abends stärkere Bauchschmerzen hinzu und ich wusste, mein Baby würde den natürlichen Weg doch noch wählen... gegen 6.15 Uhr am nächsten Tag wachte ich mit starken Bauchkrämpfen auf und wusste, es war so weit... die Krämpfe kamen in immer kürzeren Abständen, waren aber auszuhalten, ich hatte also Wehen... um halb neun, mein Mann hatte sich freigenommen, setzten dann starke Blutungen ein, richtige Sturzblutungen, die in kurzen Abständen kamen, begleitet von Krämpfen... Ich habe 2 Std. lang sehr viel Blut verloren... kurzzeitig kam sogar die Überlegung auf, den Krankenwagen zu rufen, aber mir ging es soweit gut und mit der Zeit merkte ich, es wurde leichter und ich würde es schaffen... der Kreislauf hatte ein einziges Mal versagt, ich bekam leichtes Ohrenpfeifen und starken Schwindel... mein Mann blieb ganz ruhig und versorgte mich mit Brühe und Calcium, Magnesium, Vitamin C, sodass auch dieser Moment erträglich war... um 11 Uhr ließen die Blutungen nach, ich bekam aber nochmal starke Krämpfe und in Folge verlor ich noch einmal viel Blut und Gewebe... ich wusste, ich hatte es geschafft, mein Körper hat mich nicht im Stich gelassen, ich war stolz auf mich und erleichtert! Plötzlich war auch dieses Engegefühl, das ich wochenlang gespürt hatte weg und ich wusste, jetzt war alles gut! Heute (nächster Tag) habe ich nur noch leichte Blutungen und es geht mir gut- physisch wie psychisch! Morgen folgt nun der nächste Termin bei meiner FÄ und ich hoffe sooo sehr, dass sich alles gelöst hat und nichts mehr zurückgeblieben ist!

Warum ich diesen Bericht so ausführlich schreibe?
Er soll anderen Frauen Mut machen, in unserer schnelllebigen und leistungsorientieren Gesellschaft, nicht einfach zu funktionieren, sondern sich die Zeit zu nehmen, der Natur ihren Lauf zu lassen und sich eine Auszeit zu gönnen, um eine Fehlgeburt zu verarbeiten! Sicher ist jede Frau anders, aber für mich war dies der richtige Weg! Lasst euch nicht von den Ärzten, in einem Moment, in dem ihr nicht klar denken könnt, zu einer schnellen Ausschabung drängen, sondern nehmt euch Zeit und entscheidet für euch selbst! Eine kleine Geburt ist nicht einfach, nicht jede kommt mit dem Gedanken klar, ihr totes Baby in sich zu tragen... jede Frau sollte aber für sich selber entscheiden dürfen, welcher der für sie richtige Weg ist!

In der Hoffnung, bald wieder einen positiven Test in Händen zu halten!

Sternchen Sept. 18 ❤
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