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Dienstag, 18. Juni 2019
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Meine stille Geburt

Hallo ihr Lieben!

Ich wollte euch auch mal meine Geschichte erzählen.
Ich bin jetzt schon 37 Jahre alt, habe schon 2 kids mein großer ist schon 18 und meine kleine 15.

Vor knapp 4 Jahren, bin ich mit meinem 2 Ehemann zusammen gekommen, vor über 1 Jahr haben wir geheiratet.
Von Anfang an gab es bei uns das Thema babywunsch mein Mann hat keine eigenen Kinder.
Ich war am Anfang sehr skeptisch und dachte, hmm in dem Alter noch mal von vorne anfangen? Aber irgendwann gefiel mir der Gedanke, noch mal Mama zu werden :)

3 Jahre lang haben wir es also versucht, nichts passiert und man ist irgendwann geknickt und fragt sich, liegt es an mir oder doch an meinem Mann!
Letztes Jahr sprachen wir noch mal direkt darüber und sagten, wir geben es jetzt auf, es soll wohl nicht sein!

Dieses Jahr dann die Überraschung, Anfang Februar, sagte ich zu meiner Tochter hmm mir ist so komisch, ich habe das Gefühl schwanger zu sein. Ich musste noch 3 Tage warten, bis meine Tage hätten kommen müssen. Der Tag kam aber meine Periode nicht. 1 Tag später machte ich den Test und siehe da, Positiv. Ich strahlte über beide Ohren und freute mich, es meinen Mann zu sagen und zu schauen wie er reagiert. Er freute sich so sehr und wir waren einfach glücklich. Ein mulmiges Gefühl hatte ich dennoch, denn dazu muss ich noch sagen, ich hatte vor 5 Jahren bereits eine Fehlgeburt, sehr früh in der 4-5 Woche.
Diesmal wollte ich es anders machen, nicht gleich zum Arzt rennen, sondern erst mal abwarten, ich hatte sowieso Ende Februar ein Termin, da hätte ich nach den rechnen wie das Die Ärzte ja machen, ja ca 7-8 Woche sein.

Dann kam der Tag und ich hatte Angst, Angst das er wieder was Negatives sagt. Mein Mann kam extra früher von der Arbeit und wir fuhren hin. Als ich dann endlich dran war und ich alles erzählte sagte er, ob dann schauen wir mal wie viele es werden, er wollte wohl Lustig sein ;)
Dann ging es los und er schaute und schaute, ich wurde noch nervöser als ich dein Blick sah und er einfach nichts sagte. Dann sprach er endlich und das was er sagte, stieß mir Tränen in den Augen. Er meinte von dem US her wäre ich gerade mal in der 5 Woche und er gehe von aus, das diese Schwangerschaft nicht Intakt sei, da war es wieder, das Gefühl das kann doch alles nicht wahr sein, nicht schon wieder.
Ich sollte nächsten Tag und 2 Tage später dann erst mal zum Blut abnehmen kommen um zu wissen wie der HCG Wert aussieht. Ok gemacht getan und wieder mal gewartet.
Als die Tage Rum waren telefonierten wir und mein Wert war eigentlich super, er lag bei 28.000 ich solle in 2 Wochen wieder kommen, um noch mal ein US zu machen.
Die 2 Wochen, waren die Hölle, zwischen Angst und Hoffnung, mein Mann hat immer positiv redet und gedacht, ich hingegen nicht! Ich kannte das ja alles schon von vor 5 Jahren, ich hatte kein gutes Gefühl!

Der Tag kam und die Aussage von ihn war genauso ernüchternd und traurig wie vor 5 Jahren. Keine Intakte Schwangerschaft. Buff, das hat gesessen. Er fing dann an, ich solle mir Gedanken über eine Ausschabung machen. Ich sagte, ich möchte das aber nicht. Wir diskutieren hin und her und er sagte dann, ich solle morgen noch mal kommen, um den Hcg Wert zu bestimmen, sollte er gefallen sein, was er vermutet soll ich mir wirklich Gedanken machen, sollte er gestiegen sein, solle ich in 2 Wochen noch mal kommen.

Als er am nächsten Abend, es war ein Freitag anrief und sagte der Wert sei auf 20.800 gesunken und er würde mir eine Überweisung fertig machen, die ich nächste Woche raus holen sollte zur Ausschabung. Da der Wert zu langsam sinkt in 2 Wochen ist das einfach zu langsam. Ich sagte nur ok ich überlege es mir.

Das We war schwer ich habe viel geweint und viel mit meinem Mann geredet, was soll ich tun? Ich wollte auf keinen Fall eine Ausschabung anders Rum sagte der Arzt es könne Wochen dauern bis es allein abgeht.
Mein Mann sagte immer höre auf dein Gefühl was es dir sagt, wir schaffen beides zusammen.

Ich entschied mich erstmal noch eine Woche zu warten und dann zu entscheiden.

Letzte Woche Donnerstag merkte ich immer wieder mal son komischen Schmerz im Unterleib. Am Freitag bekam ich dann ganz leichte schmierblutung. Ich sagte zu meinem Mann, es wird bald los gehen. Meine Gefühle spielten verrückt, auf der einen Seite freute ich mich, das es von allein los geht und ich bzw wir danach versuchen können damit abschließen und auf der anderen Seite war ich unendlich traurig, ich verliere wieder ein Baby, unser Baby :(

Ich konnte mich soweit darauf einstellen was passieren würde, kannte es ja schon, leider..
Samstag morgen um 5 Uhr wachte ich auf mit Schmerzen, wehen artig aber noch auszuhalten. Ich ging auf Toilette und ich blutete schon richtig, fast wie bei den Tagen. Mein Mann wurde wach und ich sagte ok, es geht bald los aber er solle noch etwas schlafen, war ja noch sehr früh. Wenn was ist wecke ich dich.
Die Stunden vergingen und die Schmerzen nahmen zu. Ich lief viel Rum damit es schneller geht, ich nahm Schmerz Tabletten die am Anfang noch etwas hielfen.
Meine Kinder und mein Mann kümmerten sich liebevoll um mich und trösteten mich oft.

Am Abend war ich langsam verzweifelt, warum passiert da nichts weiter, früher ging das so schnell und nun sitz ich den ganzen Tag schon mit Schmerzen aber aufgeben und ins Kh fahren kam für mich nicht in Frage.

Später am Abend ging es dann langsam los einige Gewebe Stücke gehen ab, da wusste ich es kann nicht mehr lange dauern.
Die Schmerzen waren echt heftig und so stark das ich sofort an den Geburten meiner Kinder denken musste.
Es war bereits 0.45 also schon Sonntag, als unser Krümelchen den Weg allein gefunden hat. Ich wollte es mir eigentlich nicht ansehen aber leider nicht zu vermeiden, weil es ja beim abwischen zu sehen ist. Ich dachte meine Welt bricht zusammen, noch mal!
Mein Arzt sagte mir doch immer wieder weiter wie 5 woche sei ich nie gewesen aber verdammt nochmal, wieso habe ich dann ein kleines Embryo im Tuch gehabt?!

Was stimmte da nicht? Ich hatte 2 Stunden vorher sowas wie eine kleine Fruchthülle im Tuch, da ging ich von aus, das es unser Krümelchen war, verdammt was war das dann 2 Stunden später? Wie kann das sein das mein Arzt das nie gesehen hat? Von meinem rechnen her wäre ich ja 3 Monat gewesen. Ich war verwirrt und völlig fertig.

Ich kam aus dem Bad voller Tränen und Verzweiflung mein Mann war da der größte halt. Nun musste ich warum es diesmal so lange dauerte und soo schmerzhaft war.
Weil da ein kleines Embryo war....

Heute ist Dienstag und heute Abend habe ich Termin beim Arzt um zu schauen ob soweit alles raus ist, was ich natürlich sehr hoffe. Ich bin natürlich auch gespannt was er dazu sagt, wenn ich ihn das sage.

3 Tage ist es nun her von den Schmerzen her alles zu ertragen und auch nicht mehr doll. Die Blutung ist auch ok, es ist nicht sehr viel.

Auch wenn es alles sehr hart war die Zeit, würde ich den weg immer wieder gehen, Zuhause wo die Familie ist und man sich geborgen fühlt. Wäre was passiert oder ich gar nicht mehr klar gekommen wäre mit den Schmerzen, wäre ich natürlich ins Kh gegangen.

Ich weiß nicht wie lange ich jetzt daran zu knabbern habe oder wie lange es braucht das ich es einigermaßen verarbeitet habe aber ob ich nochmal schwanger werden will weis ich nicht. Die Angst wäre ja wieder viel zu groß und wer weiß ob ich überhaupt so schnell wieder schwanger werden würde. Und jünger werde ich ja auch nicht. Aber jetzt geben wir uns erstmal die Zeit zum trauern und verarbeiten. Mein Mann, sagte wenn du es nicht mehr willst ist es völlig ok.

Sorry für den langen Text und schön das es solche Foren gibt, nicht jeder versteht einen..

Lg Mel
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