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Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Hallo,

Im Februar 2020 musste ich mein kleines Mädchen in der 20+0 SSW Tod gebären. Sie war leider krank (auf die Diagnose möchte ich nicht genauer eingehen) und ich hab mich schweren Herzens gegen sie entschieden. Die Geburt war das schlimmste was ich je durchmachen musste. Danach ist ein Loch in meinem Herzen geblieben und ich wollte unbedingt so schnell wie möglich schwanger werden. Ich denke, dass ich einfach dieses "Loch" wieder füllen wollte.

Nach ca 10 Monaten, endlich der positive Test. Ich hatte meinen ersten Kontrolltermin in der 6+6 SSW, doch die Ärztin meinte beim Termin, dass ich lt Ultraschall erst 6+0 wäre. Das kam mir schon komisch vor. Hatte dann eine Woche später wieder Termin. Doch leider hat sich an der Größe nichts verändert und man konnte keinen Herzschlag sehn. Habe dann 2x Cytotec erhalten (nach dem 1. Kontrolltermin, noch zu viel Reste daher erneut Cytotec) 

Jetzt frag ich mich natürlich was ich falsch mache? Mein erstes Mädchen war krank, das 2. Baby hat es nicht geschafft. Die Ärztin meint, dass es keinen Grund hat, das es eine Laune der Natur ist. Aber ich kann mit dieser Antwort nicht umgehen. Ich kann das so nicht akzeptieren. Mein Mann und ich haben unsere Chromosomen testen lassen - ganz normal. Seit meiner 1. Schwangerschaft verzichten mein Mann und ich komplett auf Alkohol. Haben mit dem Rauchen aufgehört. Ich trinke nichts mit Koffein und nehme auch seitdem Elevit (Folsäure hab ich natürlich auch schon vor der 1. Schwangerschaft genommen) 

Was noch dazu kommt, das Alle rundherum schwanger werden ohne es zu wollen (mangel an richtiger Verhütung) Das ist doch nicht fair? Was soll das? Teils kann ich mit dem gut umgehen. Teils bin ich aber so wütend und eifersüchtig auf sie. Warum erwarten sie ein gesundes Kind, dass sie nicht wirklich wollten und sich so schlecht verhalten ("das bisschen Weichkäse wird schon nicht schlimm sein" "bisschen vom Wein probieren, das schadet ja nicht" usw) 

Hin und wieder denke ich, dass die Fehlgeburt, die Rache dafür ist, weil ich mich gegen mein 1. Baby entschieden habe. Ich weiß, dass sie nicht gesund war und ich denke noch heute, dass ihr Leben (falls sie es überhaupt überlebt hätte) kein schönes Leben gewesen wäre.

Ich weiß gar nicht genau was ich an antworten erwarte. Ich hoffe, dass mich irgendjemand versteht.

Bisherige Antworten

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Hey du..

Du machst nichts falsch. Gar nichts. 

Fehlgeburten kommen sooooo häufig vor - allein all die Frauen, die hier davon schreiben, die in anderen Foren schreiben, die in gar keine Foren schreiben oder es gar nicht wissen. 

Wir haben nur die Wahl, wie wir damit umgehen. Traurig sein, ja. Natürlich. Auch gehört es dazu, Mal wütend zu sein.. was soll ich sagen, meine Schwester hat zwei Kinder - nicht geplant. Mein Bruder hat ein Kind - ungeplant. Drei Freundinnen ebenfalls.. und wir, die brav Folsäure schlucken, haben Fehlgeburten? Das fühlt sich so unfair an, aber wie gesagt: Fehlgeburten kommen vor, warum auch immer.

Ob es nun an einem falschen Nahrungsmittel zur falschen Zeit liegt, zu viel Stress, Fehler bei der Zellteilung, falsche innere Einstellung... ob es Gott ist, Zufall, Schicksal.. Ich habe aufgegeben, nach einem Grund zu suchen, denn das tut mir nicht gut und macht mich bitter. Das habe ich schon bei anderen Schicksalsschlägen erlebt. Ich denke, es hat einen Grund gehabt. Aber wir Menschen können einfach noch nicht alles beantworten, manche Dinge bleiben unbeantwortet. 

Ich weiß, dass meine Gedanken für dich vielleicht nicht die richtigen/nicht tröstlich sind. Ich wünsche dir, dass die Zeit die Wunden etwas heilt. Fühl dich gedrückt!

Ganz liebe Grüße

Kassy

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Danke für die Antwort. Durch das Forum und durch die anderen Schicksalsschläge fühl ich mich irgendwie verstanden. Fühl mit den anderen mit, kann sie verstehen. Oft sind deren Gedanken gleich od ähnlich wie meine. Hab das Gefühl, dass es gar keinen Sinn macht, mit wem darüber zu reden, der so etwas noch nicht erlebt hat. 

Danke auf alle Fälle und liebe Grüße. 

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Hallo liebe PM:) Es tut mir sehr leid was du schon erleben musstest, das ist wirklich schrecklich und geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei! Ich finde das was MissKassy da schreibt zu 100% auf den Punkt gebracht. Natürlich hat jeder seine eigene Art mit schlimmen Situationen umzugehen, das ist Charaktersache. Ob man dran "zerbricht", verbittert wird oder es schafft iwann wieder zufrieden zu sein, liegt an einem selbst. Natürlich kann man sich über das Glück anderer ärgern, aber es hilft nichts. Es wird immer Leute geben die ohne Anstrengung und oft auch trotz ungünstigen Verhalten gesunde Kinder zur Welt bringen. Die Frage ist ob du dich davon runterziehen lässt oder nicht. Ich weiß das klingt hart aber so sehe ich das. Neid, Frust und Wut sind auf Dauer keine guten Begleiter. Ich drücke dir ganz fest die Daumen,dass alles gut wird für dich, du bald wieder nach vorne schauen kannst und glücklich wirst!:)

GLG Katharina

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Hallo Katharina,

Danke für deine Nachricht. Ich gib dir mit allem Recht und ich bin dabei das alles zu verarbeiten. Ich hab Tage da geht's mir gut und ich kann mich für die Schwangeren auch mit freuen. Aber an manchen Tagen gelingts mir halt nicht so gut. Aber da bin ich auch der Meinung, das es auch schlechte Tage geben darf, egal wie lang das Erlebte passiert ist. Ich versuch mich auch nicht selbst runter zuziehen. Ich arbeite halt auf dem Wochenbett, bin also immer von Neugeborenen umgeben, da is der Wunsch auch schnell ein gesundes Baby zu bekommen halt sehr groß. 

 

Lg

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Na klar, schlechte Tage gehören auch dazu, das ist doch völlig normal und auch absolut ok.

Oh.. das ist natürlich wirklich krass mit deinem Arbeitsplatz, da siehst du ja auch viel "Ungerechtigkeit".:( Ich weiß noch das ich Mal im Krankenhaus war weil ich Beschwerden hatte in der Schwangerschaft und da musste ich warten und hab mich raus in die Sonne gesetzt.. jedenfalls hatte ich Angst um mein Baby und da kommt ne ebenfalls Schwangere raus und steckt sich bei Zigarette an. Oha da bin ich völlig explodiert und hab ihr ne Ansage gemacht. Ich kann dich wirklich sehr gut verstehen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles erdenklich Gute!:) GLG

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Die Geschichte mit der rauchenden Schwangeren ist schrecklich. Ich reagier auch seit meinen Verlusten sehr sensibel über Unverantwortlichkeit von Schwangeren od grad gewordenen Müttern. Da ich in dem Bereich arbeite, muss ich halt schon oft meine Meinung zurück halten. 

Danke für deine Nachricht 

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Hallo!

Es ist wirklich unfair.. die einen verhüten einmal nicht und werden schwanger, die anderen schlucken ewig Folsäure, machen alles und werden nicht schwanger oder haben Fehlgeburten.

Ich glaub das wichtigste für die Zukunft für dich ist: du wirst (scheinbar auch schnell) schwanger! Ich denke, darauf kannst du dich freuen.

Der Gedanke das eben nicht alle Kinder mit uns leben aber trotzdem eine Zeit lang - und sei es ein paar Tage nach der Einnistung - bei uns waren und deshalb einen Platz in unserer Geschichte haben finde ich irgendwie tröstend. 

Deine zweite Fehlgeburt hatte irgendeinen Grund, dein Körper hat dies selbst erkannt und dich nicht noch mal durch diese Entscheidung gehen lassen...

Re: Med. Abbruch und Fehlgeburt was mach ich falsch?

Ja du hast recht. Ich kann schwanger werden. Das schätz ich natürlich. Aber ja erfolgreich schwanger sein und ein gesundes Baby bekommen spielt seit meinem 1. Verlust so eine große Rolle in meinem Leben. Ablenken und an was andres denken fällt manchmal schon schwer, obwohl ich weiß, das Stress in der Situation sicher nicht am Besten ist. 

Danke für deine lieben Worte. 

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