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Wann auslösen

Guten Morgen Herr Dr. Nawroth, 

gestern war ich zur Kontrolle (8. Zyklustag, 6. Stimulationstag (sechste Spritze erst am Abend nach Termin).

Links waren vier Follikel zu sehen von 10 mm bis 11 mm.

Rechts waren vier Follikel zu sehen. 1x10 mm, 1x11 mm, 1x13 mm und 1x15 mm.

Der Arzt meint, dass Rechts der eine Follikel schon recht groß sei und man erst in weiteren Kontrollen sehen könne wieviele sich von den acht entwickeln. Ist hierzu eine Prognose möglich?

In den letzten zwei Stimulationen war es auch immer so, dass rechts ein Follikel war der besonders groß war. 

Der Arzt meint, dass ich wahrscheinlich noch bis einschließlich Tag 9 stimuliere und an Tag 10 auslöse.

In der 1. IVF habe ich 8 Tage stimuliert mit 6 Follikel, 2 leer und 2 davon befruchtet.

In der 2. IVF habe ich 10 Tage stimuliert (war nur weil es damals nicht ander ging, ansonsten hätte man auch nur 8 Tage stimuliert. Aber es waren dann 6 Follikel und alle befruchtet.)

Wäre es dann nicht jetzt auch sinniger auf eine Stimulation von 10 Tagen zu bestehen, weil die Befruchtungsrate in der 2. IVF nach 10 Tagen doch gut war. Follikel waren auch unterschiedlich groß. (Einziger Unterschied ist jetzt langes Protokoll).

Danke. 

Bisherige Antworten
Experte-Nawroth
Experte-Nawroth | 19.02.2021, 11:16 Uhr
4181 Beiträge seit 03.11.2011

Re: Wann auslösen

Guten Tag,

ich denke schon, dass die anderen Follikel auch eine gute Chance haben, sich weiter zu entwickeln. Man hat es oft, dass einer etwas voreilt. An den vorherigen Protokollen kann man sich eigentlich kaum orientieren. Man entscheidet als Arzt immer nach dem aktuellen Ultraschall für den jeweiligen Zyklus.

Alles Gute!

MfG!

Re: Wann auslösen

Hallo Herr Dr. Nawroth,

ich war heute zur Kontrolle und zu meinem Erschrecken sind die vier Follikel links von vorgestern auf heute kaum gewachsen.

Rechts ist der große inzwischen 24 mm, zwei ca. 15 mm und einer 13 mm.

Der Arzt hat gemeint, dass ich nochmal zwei Tage spritzen soll, aber wenn es so bleibt eine Punktion keinen Sinn macht, da höchstens zwei Follikel brauchbar sind.

Links hatte ich die letzten beiden male auch das Problem, dass die Follikel kleiner waren. Es waren aber sonst ganz viele links wovon dann doch immer zwei bis drei gewachsen sind. Ohne Stimu tut sich links gar nichts. Ich hatte links mal eine größere OP am Eierstock.

Diesmal haben wir das lange Protokoll gewählt. Der Arzt meinte, dass es dadurch nicht schlechter werden kann. Der Arzt heute hat gemeint, dass das Ergebnis jezt vielleicht am langen Protokoll liegen kann und man das Kurze nochmal testen kann.

Wir sind Selbstzahler und es sollte unser letzter Versuch sein. Ich bin jetzt nur am Heulen. Mein Mann möchte nicht nochmal.

In den lezten beiden Versuchen hat man auch nur immer fünf Follikel gezählt und dann war es einer mehr.

Was meine Sie? Wie soll ich am Montag enscheiden, wenn sich nichts mehr tut? Um Sicher zu gehen, dass die zwei Follikel sich befurchten lassen, könnte ich doch auf ICSI gehen? 

Kann das jetzt am langen Protokoll liegen und würde ein neuer Versuch mit dem kurzen Protokoll nochmal Sinn machen? Zwischen der letzten IVF und dieser liegen sieben Monate. Können es die Monate sein?

Meine Sie, dass sich noch etwas an den Follikel tut? 

Experte-Nawroth
Experte-Nawroth | 20.02.2021, 10:26 Uhr
4181 Beiträge seit 03.11.2011

Re: Wann auslösen

Guten Tag,

viele dieser Fragen kann ich nicht beantworten, weil ich Ihre gesamten Befunde und bisherigen Therapien nicht im Detail kenne. Warum abgebrochen wird, kann ich nicht einschätzen. Man würde bei diesem Befund durchaus 3-4 Eizellen erwarten. Ob das in Ihrem Fall den Abbruch rechtfertigt, muss Ihr Arzt beurteilen. Grundsätzlich ist eine solche Konstellation ja nicht ungewöhnlich. Wenn der Befund Ihres Mannes gut ist, gibt es auch keinen Unterschied zwischen IVF und ICSI. Eine geringe Eizellzahl ist kein anerkannter Grund für eine ICSI, weil diese dann nicht zu besseren Ergebnissen als die IVF führt.

MfG!

Re: Wann auslösen

Ein Abbruch soll erfolgen, wenn sich in zwei Tagen nichts tut, da dann nur mit einer Ausbeute von zwei Follikel rechts gerechent wird und das sich evtl. nicht wirklich lohnt. Diese könnten leer sein oder müssen sich ja auch noch befruchten lassen.

Warum würden Sie mit drei bis vier Follikel rechnen? 

Der Befund meines Mannes ist gut. Ich habe aber in Foren schon gelesen, dass wenn sich keine Eizelle hat befruchten lassen eine Not-ICSI gemacht werden kann, welche allerdings gemäß einer Studie keinen Sinn machen würde, da dies nie zu einer Schwangerschaft führt. 

In der ersten IVF haben sich von vier nur zwei befruchten lassen und in der zweiten sechs von sechs. Mein Arzt sagte aber, dass eine Befruchtungsrate von 100% sehr ungewöhnlich ist. Deshalb dachte ich, dass eine ICSI vielleicht sicherer sei bei nur zwei Follikel. Ich muss ja alles selber zahlen und wenn dann wäre ich gerne auf der sicheren Seite. Das war noch so ein Hoffnungsschimmer, aber wenn das keinen Sinn macht. 

 

Experte-Nawroth
Experte-Nawroth | 20.02.2021, 11:03 Uhr
4181 Beiträge seit 03.11.2011

Re: Wann auslösen

Guten Tag,

zu allen diesen Fragen gibt es ausführliche Antworten, aber das kann man nicht alles schreiben. Dazu muss man ausführlich sprechen, was durch dieses Forum nicht ersetzbar ist.

Wenn ich eine Patientin stimuliere, habe ich gewisse Erwartungen aus den Voruntersuchungen an die Reaktion auf die Stimulation. Bei Ihrer Eizellzahl in den Vortherapien entspricht die jetzige Reaktion aus meiner Sicht den Erwartungen. Insofern würde ich abwägen, was besser wird, wenn ich abbreche und alles neu starte. Sie können mal 3, 4, 5 Follikel haben. Das sind normale Schwankungen in den Zyklen, unabhängig von der Stimulation.

Die ICSI erhöht in diesen Fällen nur die Kosten aber nicht den Nutzen. Es gibt ausreichend viele Studien zur Frage "Ist eine ICSI sinnvoll, wenn man wenige Eizellen hat, aber Spermiogramm normal ist?". Die eindeutige Antwort der Studien ist: nein.

Alle anderen Dinge muss man - wie schon gesagt - erklären nd besprechen. Das ist eine Aufgabe Ihres Arztes.

MfG!

Re: Wann auslösen

Vielen Dank. Das hat mich jezt schon etwas aufgebaut. Jetzt warte ich mal ab.

Eine Frage habe ich noch:

Auf der einen Seite heißt es immer, dass ein Transfer einer Blasto bessere Einnistungschancen hat, weil sich ja nicht alle befruchteten Eizellen weiterenwickeln.

Auf der anderen Seite heißt es aber, dass mit einem Transfer am zweiten/dritten Tag auch keine schlechteren Schwangerschaftsraten erzielt werden.

Kann es sein, dass sich befruchtete Eizellen besser entwickeln, wenn diese früher zurückgegben werden?

Ich wude einmal mit Transfer an Tag zwei schwanger, jedoch mit zweimal Blasto nicht.

Eine Freundin von mir wude 4 x von 6 Versuchen mit Transfer an Tag zwei Schwanger. 2 FG. 

Gibt es hierzu eine Studie? 

Experte-Nawroth
Experte-Nawroth | 20.02.2021, 11:40 Uhr
4181 Beiträge seit 03.11.2011

Re: Wann auslösen

Die Antwort darauf ist nicht "ja" der "nein", sondern man müsste auch hier vieles erklären. Das braucht mindestens ein 15 min.-Gespräch. Man muss dann zusätzlich für das jeweilige Paar entscheidet, was für den jeweilige Fall am besten ist.

MfG!

Re: Wann auslösen

Danke. Ich habe das mit der Blasto und Einnisgung mal angesprochen, aber keine wirkliche Antwort erhalten. Man geht davon aus, dass eine Blasto bessere Chancen hat. Ich finde es dann nur immer wunderlich, wenn es von vielen befruchteten Eizellen ca. 1/3 zur Blasto schaffen, aber bei einem Transfer an Tag zwei sich dann von zwei befruchteten Eizellen eine einnistet und die Schwangerschaftsrate nicht viel schlechter ist. 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochende. 

Experte-Nawroth
Experte-Nawroth | 20.02.2021, 17:06 Uhr
4181 Beiträge seit 03.11.2011

Re: Wann auslösen

Die Blastozystenkultur macht im Einzelfall Sinn, wenn man eine gewisse Mindestzahl befruchteter Zellen länger beobachtet. Ja nach Patientin sind das meist 4-5 Zellen (manchmal auch 3).

Ihnen auch ein schönes Wochenende!

MfG!

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