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Montag, 11. Dezember 2017
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Geburtsbericht Lotta Hannah (Achtung sehr lang!)

Heute komme ich endlich dazu, meinen Geburtsbericht fertig zu schreiben. Ich habe ihn für mich als Erinnerung sehr ausführlich aufgeschrieben, defshalb bitte nicht über die Länge wundern...

Unsere kleine Maus hat sich mit dem 1.8. den angeblich heißesten Tag des Jahres für ihre Geburt ausgesucht. Entsprechend voll war es bei dem gewittrigen Wetter dann auch im Kreißsaal, aber dazu später.

Ich hatte um 11:45 noch einen Termin zur CTG-Kontrolle bei der Vertretung meines Frauenarztes. Auf dem Weg zum Arzt spürte ich, dass sich etwas verändert, ganz leichte Wehen setzten ein, die eindeutig anders waren als die Senkwehen der letzten Tage. Auf dem CTG waren dann auch zwei Wehen in 20 min. zu sehen. Der FA meinte auf meine Frage, ob absehbar sei, dass sich da bald etwas tut nur, er habe in seinem Leben schon so viel versprochen und wolle dazu lieber nichts sagen. Eigentlich hätte ich mir die Frage sparen können, ich hatte zumindest unterbewusst schon im Gefühl, mein Kind an diesem Tag zu bekommen. Auf dem Heimweg haben wir noch Verschiedenes erledigt, die Wehen blieben zwar, waren aber kaum unangenehm. Den Nachmittag verbrachten wir mit den Zwillingen im Garten und es war irgendwie ein komisches Gefühl, da ich die ganze Zeit auf ein Zeichen wartete, das mir deutlich macht, wann ungefähr wir losfahren sollten. Bei der Geburt der Zwillinge war der Ablauf ganz anders, da gingen die Wehen los von 0 auf 100 und es war klar, dass es jetzt „ernst“ wird. Die Wehen spürte ich zu diesem Zeitpunkt in unterschiedlicher Intensität, mal eine halbe Stunde lang alle zehn Minuten, dann wieder eine halbe Stunde lang nichts. Dazu kam noch, dass der 1.8. auch unser standesamtlicher Hochzeitstag war und wir eigentlich abends noch schön essen gehen wollten. Wir rechneten uns mehr Chancen dazu aus, als am kirchlichen Hochzeitstag zwei Tage später ;-) Wir hatten noch keinen Tisch reserviert, was mein Mann dann die ganze Zeit noch tun wollte, nach dem Motto „absagen kann man immer noch“. Mir wurde immer klarer, dass das nichts mehr wird und schließlich einigten wir uns darauf, gegebenenfalls abends kurzfristig noch etwas zu reservieren. Gegen 17:30 wurden die Wehen regelmäßig und kamen alle 8-10 Minuten, immer noch wenig schmerzhaft. Ich packte in Ruhe meine restlichen Sachen in die Kliniktasche, mein Mann meinte noch eine Garderobe für die Kids montieren zu müssen ;-) Gegen 18:30 hatten wir dann alles so weit, dass wir losfahren konnten. Die Zwillinge hatten wir zu meinen Eltern gebracht, die praktischerweise mit uns in einem Haus wohnen. Ich hatte kurz Zweifel, ob wir zu früh dran waren, im Auto kamen die Wehen dann aber alle 4-5 Minuten und waren nun auch schmerzhaft, sodass ich sie schon veratmen musste. Ob sie tatsächlich plötzlich stärker wurden oder ob ich nun einfach den Kopf eher frei hatte, um sie wahrzunehmen, weiß ich nicht. Ich war auf jeden Fall froh, nun unterwegs zu sein, da sowohl Frauenarzt als auch Hebamme bei mir als Drittgebärender mit einer recht schnellen ersten Geburt von einer schnellen weiteren Geburt ausgingen. Um 19:00 waren wir im Kreißsaal, wo mich zwei Hebammenschülerinnen in Empfang nahmen. Die erfahrenere der beiden betreute mich von da an die ganze Zeit. Zunächst sollte ich Urin abgeben und musste dann erst einmal auf einen Raum fürs CTG warten, da alle Räume belegt waren. Scheinbar lag es am Wetter, dass so viel los war. Der erste Teil des CTGs ging ganz gut, wohl auch, da die Hebammenschülerin noch ihren Fragebogen mit mir durchging. Der zweite Teil mit Wehen ca. alle 3 Minuten war im Liegen schon unangenehm und ich war froh, als das CTG abgenommen wurde. Die Hebammenschülerin untersuchte mich im Beisein ihrer Ausbilderin. Der Muttermund war nun um ca. 19:45 bei 3-4 cm. Da ich erst Freitag zur Untersuchen da war, sollte kein Arzt mehr Ultraschall machen. Ich wurde gefragt, was ich nun gerne machen würde. Ich bestand zunächst auf einem Einlauf (fand die Hebammenschülerin glaub nicht so gut, war mir aber egal) und da zum Glück mittlerweile auch das Bad frei war, wollte ich dann auch noch in die Wanne. Bis ich da drin war, hatten wir ca. 20:30 und ich hatte nun wirklich starke Wehen mit kaum Pausen dazwischen. Der Schleimpropf war mittlerweile auch abgegangen. Die Hebammenschülerin sicherte uns einen Kreißsaal und irgendwann wollte ich dann wieder aus der Wanne, weil ich den Eindruck hatte, es kann draußen nicht schmerzhafter sein als im Wasser. Hab mich dann noch kurz abgeduscht und war noch einmal auf Toilette. Vermutlich hatte ich in der Wanne auch einen Blasensprung, das war im Nachhinein nicht so richtig nachvollziehbar. Als die Hebammenschülerin wieder kam und fragte, ob ich nun in den Kreißsaal wolle, meinte ich nur: „Ja, bitte schnell.“ Dort angekommen, ca. 21:20 wollte sie erst ein CTG machen, ich bestand darauf, dass sie  mich noch einmal untersucht, weil ich mir sicher war, dass wir schon weit waren. Muttermund war dann wohl bei 7-8 cm, ich hatte darauf gehofft, dass er schon ganz offen ist und war etwas entmutigt, sie meinte aber: „Ach, das geht schnell, das drückt das Köpfchen vollends weg.“ Während sie mich untersuchte kam wieder eine heftige Wehe und ich musste dann kurz mal auf dem Bett vor ihr wegspringen, weil ich es nicht aushalten konnte, dass sie mich weiter untersuchen wollte. Als dann glücklich das CTG angeschlossen war, wollte die Hebammenschülerin nochmal zurückgehen und meine Unterlagen holen, danach wollte sie dann die ganze Zeit bei mir bleiben. Wäre sie mal lieber gleich geblieben… Nach der nächsten Wehe sagte ich zu meinem Mann, dass ich das Gefühl habe, es nicht mehr zu schaffen (diesen Moment habe ich wohl bei jeder Geburt einmal, kurz bevor dann alles rum ist). Er sprach mir Mut zu, die nächste Wehe kam und ich spürte eine heftige Presswehe. Und wir alleine im Kreißsaal... Ich rief nur: „Geh sofort jemand holen, ich muss pressen!“ Mein Mann fand keine Klingel, rannte raus, dann kam die Hebammenschülerin und hinterher mein Mann mit ihrer Ausbilderin. Die Hebammenschülerin war sofort bei mir, mit der nächsten Presswehe kam der Kopf und mit der danach das ganze Kind. In dieser Phase war die Ausbilderin meiner Hebammenschülerin übrigens die ganze Zeit damit beschäftigt, die Oberärztin zu rufen, welche es natürlich nicht mehr rechtzeitig schaffte. Da lobt man es sich dann doch, privat versichert zu sein… Mein Mann und ich waren einfach nur überglücklich und erleichtert, dass unsere kleine Maus plötzlich so schnell bei uns war. Das erste Mal kuscheln dürfen war wunderschön und ich realisierte in dem Moment, wieviel Glück ich mit meiner Geburt hatte. Wir nutzten ein paar Minuten alleine, um uns über den Namen ganz klar zu werden. Wir hatten uns mit dem Geschlecht ja überraschen lassen und waren auch bei der Namenssuche noch nicht ganz festgelegt gewesen. Grotesk wurde es dann noch einmal, als es um die Frage ging, wie meine „Geburtsverletzung“ versorgt werden sollte, nähen oder nicht. Schließlich wurde mein Mann gefragt, was ihm lieber sei, da das für ihn ja auch wichtig wäre… Irgendwie entschied man sich dann für nähen, die Oberärztin kam (nun durfte sie doch noch aktiv werden) und fragte erstmal, was genau sie da nähen solle. Naja, es war eine minimale Dammschürfung, ein Stich wurde dann trotzdem gemacht, gespürt habe ich nichts. Hinterher mussten wir dann recht schnell aus dem Kreißsaal, Kommentar: „Sie haben zwar alle überholt, aber langsam ziehen die anderen nach.“ Von ihrer Ausbilderin habe ich am Ende noch erfahren, dass die Hebammenschülerin am nächsten Tag ihre Examensgeburt haben sollte und nun nach meiner Geburt total euphorisch war und sich so eine Geburt auch für ihre Prüfung wünschte. Schön, dass ich helfen konnte ;-)

Einziger kleiner Haken an dieser Traumgeburt war, dass unsere kleine Maus warum auch immer grünes Fruchtwasser hatte und mir die Kinderärzte deshalb davon abrieten, am nächsten Tag schon nachhause zu gehen. Wir blieben dann bis Freitag, sodass Blutuntersuchung und U2 noch im Krankenhaus gemacht werden konnten. Seit einer guten Woche sind wir nun zuhause und genießen das Familienleben zu fünft. Bisher läuft alles wunderbar J

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