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Ein Stück Hoffnung

Hallo meine Lieben,

als ich damals in der Situation gesteckt habe, haben mir die Beiträge sehr geholfen mich nicht so alleine zu fühlen und ich habe mir vorgenommen, dass ich – sobald ich eine erfolgreiche Schwangerschaft hätte – meine Geschichte gerne teilen würde. Vielleicht liest sie jemand und fühlt sich dann auch nicht mehr ganz so alleine und hoffnungslos.

Ich wurde am 27.06.2019 mit dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung in der chirurgischen Notaufnahme aufgenommen. Dort wurde entdeckt, dass meine HCG Werte gestiegen waren, also dass eine Schwangerschaft bestand. Bei einem Ultraschall konnte jedoch nichts gesehen werden, es wurde aber eine geplatzte Gelbkörperzyste entdeckt, die als Ursache für das viele Blut in meinem Bauchraum gesehen wurde. Die betroffene Ärztin ging davon aus, dass dies entweder eine Eileiterschwangerschaft war oder eine intakte Schwangerschaft. Ich wurde direkt nachmittags noch notoperiert und die Zyste entfernt. Leider war ich in keiner sehr guten Klinik und musste drei Tage bangen, ob ich noch schwanger war und bekam generell sehr spärliche Auskünfte. Nach drei Tagen am Montag bekam ich am Telefon von einer Krankenschwester zunächst die Aussage, dass mein HCG Wert sehr niedrig sei und es schlecht aussehe. Ein paar Minuten später war die Ärztin dran und gratulierte mir zur Schwangerschaft. Das war schon ein ganz schönes Gefühlsauf und  -ab. Am Dienstag fing mein Unterleib das Ziehen an und am Mittwoch morgen bekam ich Blutungen. Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. In der Klinik wurde ich erst abends aufgenommen. Mit schrecklichen Schmerzen, starken Blutungen und einem immer wieder zusammensackenden Kreislauf saß ich 2,5 Stunden im Krankenhausgang und hatte auf der Krankenhaustoilette einen frühzeitigen Abgang – die Details hierzu würde ich gerne aussparen. In der anschließenden Untersuchung wurde dies nochmal bestätigt. Völlig fertig körperlich und psychisch ging es nach Hause. Ich hatte mich immer auf Kinder gefreut und hätte mir im Leben nicht vorstellen können, dass es so eine Tortur sein könnte. Und auch wenn es ein früher Abgang gewesen war, tat das sehr weh. Zumindest sahen auf dem Ultraschall beide Eileiter gut aus und ich wurde „gesund“ nach Hause entlassen. Eine Woche später war ich beim Frauenarzt zu einer Abschlussuntersuchung, auch hier sah alles normal aus. Ich war erleichtert, dass ich das zumindest alles hinter mir hatte. Bis am nächsten Morgen die Praxis mich aufgeregt wegen der Blutwerte anrief und ich direkt wieder zum Arzt musste. Die beta HCG Werte waren gestiegen und in einem weiteren Ultraschall stellte meine Frauenärztin eine vorangeschrittene Eileiterschwangerschaft fest. Warum das am Tag vorher keiner entdeckt hatte? Oder in der Klinik? Ich weiß es nicht…Ich fuhr direkt ins Krankenhaus – diesmal in eine andere Klinik-  wo ich direkt noch ein zweites Mal notoperiert wurde. Danach war für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich kam mir vor, als wäre ich in einer einzigen Abwärtsspirale gefangen, jede Woche war etwas neues dazu gekommen – erste Notoperation, dann der Abgang, dann eine weitere Notoperation. Hier wurde mir zudem gesagt, dass durch die OP der Eileiter vernarbt sei und ich deshalb ab jetzt ein erhöhtes Risiko für eine weitere Eileiterschwangerschaft hätte. Ich konnte irgendwie nicht ganz begreifen, dass mir das gerade passierte. Obwohl die Ärzte und Krankenschwestern mir gut zuredeten, dass es trotzdem möglich sei normal schwanger zu werden, sah ich nur Schwarz. Schließlich konnte mir keiner versprechen, dass es je klappen würde. Was hilft es da, wenn einer sagt, „es wird schon wieder“. Oder „Beim nächsten Mal klappt es bestimmt“  Eigentlich hilf mir gar nichts – auch mein Freund wollte zwar helfen und kümmerte sich ganz lieb um mich, aber ganz nachvollziehen konnte er es eben nicht. Ab dem Moment wo ich wusste, dass ich schwanger war, wollte ich einfach nur, dass es dem Baby gut ging. Und obwohl es ein früher Abgang war und auch die zweite Schwangerschaft als Eileiterschwangerschaft keine Chance gehabt hätte, tat es so schrecklich weh. Als hätte ich einen Teil von mir verloren. ICH war mir  zudem sicher – mehr als noch so eine Schwangerschaft würde ich nicht mit machen, danach wäre das Thema kinder für mich endgültig durch. Trotzdem war ich plötzlich besessen davon, ein Kind haben zu wollen. Die erste Schwangerschaft war ungeplant passiert und nun wollte ich unbedingt schwanger werden.

Was mir sehr geholfen war, war ein Campervan Trip mit meinem Partner. Wir waren 3 Wochen in Schweden und dort war alles so friedlich und ruhig und durch das einfache Leben im Campervan bin ich wieder zur Ruhe und zu mir gekommen. Nach 4 Monaten hatten wir das ok der Frauenärztin und wir probierten es dann wieder und ich wurde gleich schwanger! Ich konnte mich gar nicht freuen, ich hatte so Angst, dass es wieder eine Eileiterschwangerschaft war. Direkt in der 7.Woche ging es dann zum Frauenarzt und man konnte sehen, dass sich was in der Gebärmutter eingenistet hatte, ich war so erleichtert, aber hatte immer noch Angst. In der neunten Woche sahen wir das erste Mal den Herzschlag, das war ein ganz besonderes Erlebnis.

Meine Schwangerschaft war nicht unbeschwert und entspannt, so wie ich mir das vorgestellt hatte, sondern ich hatte in den ersten drei Monaten permanent Angst, dass etwas passieren könnte. Erst als der Kleine regelmäßig kickte war ich etwas beruhigter. Heute ist mein Kleiner 5 Monate alt und so ein Sonnenschein!

Ich hätte in meinen dunklesten Minuten mir niemals erträumt, dass beim nächsten Mal alles so gut laufen würde, nachdem beim ersten Mal so viel schief lief. Aber mir hat es Hoffnung gemacht, von anderen Menschen in meiner Situation zu lesen, bei denen es danach geklappt hätte. Ich hoffe, dass ich damit jemanden Hoffnung machen kann. Es tut mir sehr leid, dass ihr das auch durch machen müsst. Es ist unbeschreiblich, welchen Verlust man mit sich trägt. Ihr seid nicht alleine, gebt die Hoffnung nicht auf!

Bisherige Antworten

@ Gingerly

Liebe Gingerly,

vielen Dank für Deinen positiven Bericht. Hier im Forum lesen sehr viele Frauen still mit, darum ist es immer wieder schön einen positiven Bericht zu bekommen der Hoffnung macht.

Du hast eine ganz schön schwere Geschichte hinter Dich gebracht und darum freut es mich um so mehr, dass Du nun ein gesundes Baby in Deinen Armen halten darfst.

Ich wünsche Dir alles Gute und noch einmal lieben Dank, dass Du deine Geschichte mit uns geteilt hast.:IN LOVE:

Viele Grüße

Victoria

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