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Erfahrung mit Paartherapie bei einseitigem KIWU?

Hallo liebe Forengemeinde,
ich habe seit Jahren einen ziemlich starken Kinderwunsch. Mit meinem Freund bin ich seit zwei Jahren zusammen und natürlich war das Thema Kinderwunsch schon oft auf der Tagesordnung. Hat unsere Beziehung auch ziemlich belastet.
Jetzt hatten wir überlegt, mal eine Paarberatung aufzusuchen. Aber ich habe die Befürchtung, dass ich in dieser Beratung in gewisser Weise die Verliererin sein werde. Man wird mir da mit Sicherheit auch nur sagen, dass beide Kinder wollen müssen und ich die Meinung meines Partners aktzeptieren muss oder mich trennen soll.
Hat hier schon mal jemand so eine Beratung gemacht und kann mal von seinen Erfahrungen berichten?
Gruß
Bisherige Antworten

Re: Erfahrung mit Paartherapie bei einseitigem KIWU?

Hallo kleinerpinguin! Mein Freund und ich waren in der gleichen Situation (er möchte auf keinen Fall ein Kind, ich dagegen sehr gerne). Da das immer wieder Anlass zu sehr schmerzlichen Streits war und auch die bei uns beiden vorhandene Einsicht, dass keiner den anderen ändern würde können, uns nicht half, suchten wir eine (kirchliche) Beratungsstelle auf. Leider, so muss ich sagen, war die Beratung sehr unangenehm: Ich wurde richtig gehend "ausgequetscht", aus welchen Gründen genau ich denn ein Kind wolle und man sagte mir, ich sei eh schon "zu alt" für ein Kind (ich finde, mit 37 geht das immer noch!). Bei meinem Freund dagegen genügte es, dass er immer wieder sagte, er wolle kein Kind, und es kamen keine Nachfragen. Also, was ich dort erlebt habe, war nur, dass der Therapeut von vorneherein die Einstellung hatte, dass ich mir meinen Kinderwunsch abschminken sollte. Nach meiner Erfahrung hilft eine Paarberatung wirklich nur dort, wo beide Partner sich aufeinander zu bewegen können, wo also die Frage eher lautet, wann ein Kind, bei beiden Partnern ein-wenn auch unterschiedlich starker-Kinderwunsch besteht. Denn sonst sind die Chancen auf eine Einigung sehr gering und die Anstrengungen zu kräftezehrend (man ist zu sehr in der Rolle des Bittstellers, der andere braucht nur abzulehnen). Ich habe mir klar gemacht, dass ich die Meinung des Partners und meine Meinung akzeptiere, gerade indem ich mich trenne. Ich wünsche Dir alles Gute

Re: Erfahrung mit Paartherapie bei einseitigem KIWU?

Hallo Tjorven,
danke für Deinen Bericht. Schade, dass Deine Erfahrungen so schlecht waren. Ich (Alter 27) hoffe, dass ich nie in die Situation komme, mich wegen des Kinderwunsches gegen meinen Partner entscheiden zu müssen. Er(Alter 36) will zumindest auch mal Kinder haben.
Bei unseren Diskusionen, war es jedoch auch schon Thema, dass ich mich halt von ihm trennen müßte, wenn ich den KIWU unbedingt jetzt erfüllt haben will. Das fand ich ziemlich verletzend und ich fühlte mich auch an die Wand gedrückt. Wie soll man auf sowas reagieren?
Ich will ja das Kind schließlich mit ihm und nicht irgendein Kind!
Hoffentlich kann hier auch noch einer was Positives berichten...
Gruß
Pinguin

Re: Teil 1

Hi Pinguin,
im Grunde hast Du Dir Deine Fragen im ersten Posting schon selbst beantwortet und deshalb kann bei einer Paarberatung auch nichts anderes herauskommen: BEIDE müssen das Kind wollen, anders geht es nicht. Und man kann jemanden nicht zu etwas überreden, was er nicht will. Wenn bei Dir der Kiwu so übermächtig ist, daß Du Euch nicht noch etwas Zeit geben möchtest (Du bist ja erst 27, Zeit wäre also nicht das Problem) kann wirklich nur eine Trennung die Lösung sein.
Ich spreche aus eigener Erfahrung, mein Mann möchte schon seit 7, 8 Jahren ein Kind, ich konnte mich sehr lange Zeit nicht dafür entschließen. Er hat immer wieder spaßeshalber Ultimaten aufgestellt nach dem Motto 'noch 2 Jahre gebe ich Dir, aber dann...'. Es war aber immer klar, daß das wirklich nur im Spaß war. Wir haben uns auch nie deshalb zerfleischt in endlosen Diskussionen. Er wußte um meine Gefühle, ich um seine. Und trotzdem hat er mich nie bedrängt oder sogar hintergangen, als ich keine Pille mehr genommen habe, dafür bin ich ihm heute noch dankbar! Diese Zeit die er mir gegeben hat, hat mein Vertrauen zu ihm gestärkt und so ist auch langsam bei mir der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind gewachsen. Aber so etwas geht NICHT von heute auf morgen und schon gar nicht, wenn man dazu gedrängt oder erpreßt wird.
Ein großer SChritt in diese Entscheidung war, daß ich die Pille absetzte (mußte wegen Mastopathien). Zuerst haben wir den ES berechnet und so "verhütet", dann habe ich Persona angewandt.

Re: Teil 2

Und mit dem neuen Gefühl für meinen Körper und dem Wissen um die eigene Fruchtbarkeit, wurde ich von Zyklus zu Zyklus ein bißchen "risikofreudiger". Es ist dann nicht mehr so eine riesengroße Entscheidung (Pille absetzen ja oder nein etc., etc.) sondern ein ganz spontaner Entschluß, getragen vom Augenblick, ob man etwas "riskiert" oder nicht. Wir (ich) habe die Verhütung im Laufe der Zeit immer lockerer gesehen, die Phasen ohne Kondom immer mehr ausgedehnt und siehe da, plötzlich war ich ss. Hatte es natürlich gewußt, schließlich war der letzte ungeschützte GV einen Tag vor ES und es hat auch sofort eingeschlagen. Leider hatte ich dann in der 6. SSW eine FG, aber spätestens da war mir klar, daß wir ein Kind zusammen haben werden.
Ich weiß nicht ob Du momentan mit Pille oder Spirale verhütest, aber wäre das evtl. eine Möglichkeit für Euch? Sozusagen die "sanfte" Tour, anstelle alles auf's Spiel zu setzen?
Ich wünsche Dir viel Glück und - auch wenn's schwer fällt - noch ein wenig Geduld! LG Nic :))

Es könnte doch aber auch...

Hallo Nic,
danke für dein Antwort.
Vielleicht mal kurz, was ich von einer Therapie erhoffe.
Da die Fronten sehr verhärtet sind, dachte ich eigentlich, dass die Therapie helfen kann, wieder offener für die Einstellung des anderen zu werden. Außerdem kann es doch sein, dass z.Bsp. mein starker Kiwu eine ganz andere Ursache hat als wirklich ein Kind zu wollen. Oder mein Partner hat ein Problem, weswegen er zur Zeit kein Kind will, bzw. er sehr idealistische Vorstellungen davon hat, was gegeben sein muß um ein Kind in die Welt zu setzen.
Dann könnte man diese Punkte angehen und eventuell doch eine andere Einigung finden.
Aber wenn in solchen Gesprächen nur auf den Kiwu der Frau eingegangen wird und nicht mal im Ansatz versucht das Problem vielleicht auch bei dem Mann zu suchen, dann ist es vergeudete Zeit und bringt keinem was.
Deshalb hätte ich gerne mal Erfahrungen gehört.
Gruß
Pinguin

Re: Erfahrung mit Paartherapie bei einseitigem KIWU?

Liebe kleinerpinguin,
dein Beitrag ist schon aelter, aber vielleicht kuckst du doch noch mal rein und liest meinen Rat an dich. Also: meine Meinung, aus eigener schmerzlicher Erfahrung ist, dass man beim Thema Kinderwunsch auf Granit beisst. Das ist etwas so Grundsaetzliches, das wirklich nur mit den Partnern selbst und gar nicht unbedingt mit der Beziehung zu tun haben muss. Bei mir war es so, dass ich 11 (!!!) Jahre mit einem Mann zusammen war, der keine Kinder wollte, jetzt nicht, in Zukunft nicht, ueberhaupt nicht. Und das, obwohl er Kinder eigentlich sehr gerne mochte und es zwischen uns schon auch wirklich die grosse Liebe war. Er wollte die Verantwortung nicht uebernehmen und will es bis heute nicht, auch nicht mit seiner neuen Freundin. Irgendwann habe ich es (mit 28) endlich kapiert und die Beziehung ist zerbrochen. Es hat sehr lange gedauert, bis ich diesen Verlust ueberwunden hatte. Aber jetzt (mit 36!) habe ich mich endlich wieder auf neue Partnerschaft eingelassen, mit einem Mann, der Kinder liebt und sich Kinder von Herzen wuenscht. Und siehe da: ich bin schwanger (8. Woche)und endlich auf dem richtigen Weg fuer mich, mein Leben, meine und unsere Zukunft. Mein Rat an dich, liebe kleine pinguin: Es gibt Maenner, die liebt man, aber die sind eben nicht die Richtigen, um eine Familie zu gruenden. Die muss man irgendwann gehen lassen, wenn man merkt, die wollen nicht so wie man selbst. Das ist hart, aber that's life nun mal. Mach dir das klar und verschwende keine Zeit und Kraft, wenn du einen starken KiWu hast und dein Partner eben nicht. Die Menschen aendern sich nicht und du wirst seinen Wunsch nicht erzwingen koennen und erst recht nicht auf deinen verzichten. Das solltest du auch nie tun. Aber du findest ganz bestimmt einen lieben Mann, der in dieser Hinsicht besser zu dir passt (muss ja laengst nicht so lange dauern, wie bei mir)! Ich weiss, das sind sehr deutliche Worte, aber es nutzt ja leider nix, wenn ich dir hier zu einer Therapie rate, die an den grundsaetzlichen Ueberzeugungen nix aendern wird. Sag dir lieber, dass das Leben noch so viel fuer dich bereit haelt. Vertrau darauf, dass alles gut wird, wenn du weisst, was du willst und dir selbst und deinen Wuenschen, Zielen und Traeumen immer treu bleibst. Ich hab's gemacht, es war's wert und ganz bestimmt die richtige Entscheidung. Ganz liebe Gruesse und viel Mut! Michelangela.
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