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Re: Schwanger mit ü 40

liebes Gummibärchen, sei gedrückt :-*  

Ich war selbst in genau der gleichen Situation, allerdings war ich zu dem Zeitpunkt 30 Jahre alt, hatte 2 Kinder, eins davon Autist und wir hatten gerade ein Haus gebaut .

Ich war ungeplant das zweite Mal schwanger, die erste ungeplante SS hatte ich mit 16 Jahren. Damals musste ich gegen meinen Willen in der 13.SSW das Kind gebären, meine Eltern haben mich persönlich in der Klinik abgegeben. Beratung davor oder Hilfe gab es nicht, es war im Februar 1991 in den neuen Bundesländern. Ich weiß heute, dass dieses Erlebnis mich tief traumatisiert hat. Ich war Jahre später in einer Klinik für Psychiatrie. Meine Eltern wissen dies bis heute nicht und sind diesbezgl. auch nicht zu einem Gespräch bereit. :,( Im weiteren Verlauf unserer Beziehung bekam ich dann 2 Kinder mit meinem Mann, von dem auch das Baby mit 16 Jahren gewesen wäre.

Als mein Mann dann von der SS kurz nach dem Hausbau erfuhr, sagte er sofort, dass er absolut kein Kind mehr wolle und mich verlässt, wenn ich es austrage. Dann solle ich zusehen, ob ich mit 3 Kindern klar käme. Er fühle sich jetzt schon mit 2 Kindern in seiner Freiheit zu sehr eingeschränkt und hätte sich sein Leben so nicht vorgestellt. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Er stellte die gesamte Beziehung in Frage. Warum hat er mit mir überhaupt ein Haus gebaut, fragte ich mich. Warum ist er denn überhaupt noch da ? Meine Welt brach komplett zusammen. Ich weinte viel, konnte ihn nicht verstehen. Ich fühlte mich noch nie so hilflos und leer wie damals. Ich kann Deine Gefühle so gut nachvollziehen. Ich wusste nicht wohin mit mir, schlief nicht mehr, konnte nichts mehr essen.....ich fing an, eine Art Tagebuch zu führen, um meine Gedanken niederschreiben zu können und mich erstmal gefühlsmäßig zu sortieren. Ich sah plötzlich jede Nacht mein totes Baby von damals. Ich war völlig fertig.

Ich suchte erneut das Gespräch mit meinem Mann, in einer ruhigen Atmosphäre, wir besprachen vorab, dass wir ruhig bleiben und ich bat ihn, mich nicht anzuschreien in seiner Verzweiflung, denn auch ich bin verzweifelt. Er liess sich darauf ein. Es war ein sehr langes Gespräch und vor allem ein ruhiges. Er erklärte mir seine Ängste und ich ihm meine. Nach tagelangen Überlegungen schlossen wir einen Kompromiss, auch wenn es für mich nicht wirklich einer war. Ich liess das Baby abtreiben, aber dann ziemlich schnell, innerhalb einer Woche. Meine Bedingung war, dass ich 1. von ihm begleitet werde und nicht wieder alleine gelassen, 2. ich dies nur mittels Tabletten mache, eine Ausschabung oder anderen Abbruch kann ich n icht mehr überstehen 3. alles vor der 8. Woche passieren muss und 4. ich kein Bild auf dem Ultraschall sehen möchte. Außerdem habe ich gesagt, dass ich hinterher ganz viel Hilfe und Unterstützung brauche, weil ich das jetzt mache, um unsere Familie und Ehe nicht in den Abgrund zu stürzen.

So war es dann. Schnell, mit Tabletten, erst Beratung, gleich 3 Tage später "Eingriff" in einem sehr frühen Stadium, mein Mann war immer an meiner Seite. Ich bin nach Einnahme der Tabletten im Wartezimmer ohnmächtig zusammengebrochen..........es war schwer für mich......die Tage danach hat mein Mann echt alles gemacht und auch noch Jahre später Gespräche mit mir geführt, wenn ich weinte. 

Vielleicht ist es für Euch hilfreich, wenn ihr mal ganz in Ruhe redet. Ein Blatt Papier nehmt und alle Pro und Contra aufschreibt. Oder aber Du dann wenigstens mal mehr von ihm hörst, als nur : Kind will ich nicht. Und danach entscheidest du dich, ganz frei, nur du.

 

 

 

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