Suchen Menü

Re: U3

Gerne! Und falls du keinen erreichst, kannst du auch bei der österreichischen AFS schauen:

https://www.oeafs-stillen.at/stillberaterin-finden/index

Natürlich kannst du auch die deutsche, täglich besetzte Hotline anrufen, allerdings weiß ich nicht, wie da die Telefongebühren vom Ausland aus sind. LaLecheLiga gibt es bei euch sicherlich auch und die IBCLC-Beraterinnen, die allerdings nicht ehrenamtlich arbeiten, aber dafür die umfassendste Ausbildung haben.

Meine Tochter war und ist ein zartes Wesen. Da wir anfangs aber so ziemlich alle Stillprobleme auf einmal hatten, dachten wir lange, dass sie mehr Hunger haben müsste, als sie tatsächlich hatte. Nachdem wir nach fünf Wochen die meisten Probleme überwunden hatten und endlich vollgestillt hatten (vorher ein Kreislauf aus stillen, pumpen, MuMi und Pre zufüttern, alles reinigen und wieder von vorn...), zeigte sich, dass sie nun mal ihre eigene Kurve hat und nicht zu "mästen" war. Das gab auch viele Tränen, weil sie halt gezeigt hat, dass sie eben keinen Hunger (mehr) hatte. Sie wurde auch mit einem Jahr nochmal durchgecheckt, sollen es demnächst auch wieder und mit 8 etwa kommt dann das Handröntgen, um zu schauen, ob sie sehr klein bleiben wird oder ob sie einfach langsamer wächst.

Wenn du dein erstes Kind problemlos vollgestillt hast und du auch schon einen richtigen Milcheinschuss hattest, ist es unwahrscheinlich, dass du auf einmal nicht genug Milch hast. Das sagst du ja auch selbst. Und da die Nachfrage das Angebot regelt, lässt sich die Produktion auch schnell hochfahren, falls es zum jetzigen Moment etwas wenig sein sollte (der Konjunktiv ist beabsichtigt). Biete einfach oft die Brust an - 10-12 mal stillen in 24 Stunden ist anfangs völlig normal. Du kannst es mit dem nächtlichen Wecken mal probieren - du wirst ja merken, ob das Angebot angenommen wird oder ob er zornig wird und einfach lieber schlafen will. Dann würde ich ihn nicht davon abhalten. ;-) Ich denke, du kannst einschätzen, ob dein Kind schwach und apathisch ist und wirklich geweckt und animiert werden sollte oder ob die Nachtruhe beibehalten werden kann. Im Idealfall kannst du ihn im Halbschlaf anlegen, ohne dass er wirklich wach wird. Bei manchen Babys geht das aber erst, wenn sie etwas älter sind.

Wie oft und wie lange stillt ihr denn? Hast du Brustwarzenprobleme? Und was sagen deine Brüste eigentlich zu einer langen Nachtpause? Wie geht es dir und euch zuhause? Bekommst du Unterstützung? Hast du genug Ruhe? Stress kann sich auf das Stillen auswirken und manchmal hilft es ungemein, wenn man es sich gönnen kann, einfach mal das Wochenbett einzuhalten, viel zu kuscheln und alle Erwartungen runterzuschrauben.

Hättest du irgendetwas gemerkt und verändert, wenn nicht die Zahl auf der Waage wäre? Die ja nicht unbedingt viel aussagt, denn wenn man einmal ein sattes Kind wiegt, das noch nicht die Windel gefüllt hat, und eine Woche später ein hungriges, entleertes Kind, dann kann man sich ja denken, wie das ausgeht...

Mit der abgepumpten Milch kannst du überlegen, ob du ihm das tatsächlich per Fläschchen oder mittels einer "stillfreundlicheren" Methode geben willst. Viele Kinder akzeptieren den Wechsel, aber gerade am Anfang oder bei Schwierigkeiten würde ich lieber auf künstliche Sauger verzichten, weil es eine ganz andere Trinktechnik ist und die Milch ganz anders fließt. Becher mit Schnapsglasdurchmesser, Softcup o.ä. wären eine Möglichkeit.

Ach ja, bei meiner zweiten Tochter lief es dann wie im Lehrbuch: keine Stillprobleme und Geburtsgewicht nach drei Tagen wieder erreicht. Allerdings ist sie fast genauso zart und wächst und nimmt ähnlich wie ihre Schwester nur wenig zu. Das hat sich auch nicht geändert, als es dann "endlich mal was Richtiges" zu essen gab (was ja manche empfehlen, die keine Ahnung haben).

Aber lass dich doch spätestens bei der Gyn-Abschlussuntersuchung mal durchchecken, ob du irgendeinen Vitamin-, Eisen- oder Hormonmangel hast - sowas könnte auch einen Einfluss haben. Zunächst würde ich es aber mit viel Ruhe, Kuscheln, Brustanbieten und Geduld versuchen. Dein Arzt sagt, dein Sohn ist gesund, der "Output" ist auch normal, da kann man ruhig noch abwarten, wie das Gewicht bei den nächsten Messungen ausfällt. Bei der WHO kann man sich Gewichtskurven für Stillkinder nach Geschlecht getrennt runterladen. Da kannst du dann sehen, ob er parallel zu den anderen Perzentilkurven seine Kurve findet oder tatsächlich abstürzt.

Ich beende nun aber mal meinen Roman und wünsche euch alles Gute!

Beitrag melden Antworten
Bisherige Antworten
  • 11.05.2020, 13:50 Uhr  |  Antworten: 0
    Obwohl es mich nicht betrifft möcht ich dir für deine ausführlichen und...  Mehr...
  • 12.05.2020, 22:45 Uhr  |  Antworten: 1
    Liebe Bauchzwergalarm, auch von mir nochmals ein großes DANKE für deine...  Mehr...
Meistgelesen auf 9monate.de
  • Sex in der Schwangerschaft

    Die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft wirken sich auch auf den Sex aus. Manche Frauen berichten sogar, in der Schwangerschaft besonders empfänglich für körperliche... Mehr...

  • 28. Schwangerschaftswoche (28. SSW)

    Ihr Körper beginnt sich auf die Geburt vorzubereiten. Sie selbst beschäftigen sich vielleicht schon mit der Erstausstattung und den Vorsorgeterminen, die ab nun und bis zur 36. SSW... Mehr...

  • 21. Schwangerschaftswoche (21. SSW)

    Mittlerweile bewegt sich Ihr Baby so stark, dass auch von außen gefühlt werden kann, wie Ihr Kleines strampelt. Für Ihren Partner beginnt nun ebenfalls eine spannende Zeit. Mehr...

Diskussionsverlauf
Übersicht aller Foren