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Re: Piep

Hallo,

jetzt schaffe ich es auch mal dir in Ruhe zu antworten.

Mir ging es bei meinem Großen ähnlich wie dir jetzt. Ich war gestresst, verzweifelt und ängstlich. Mich haben schlimme Gedanken und Sorgen geplagt.

"Kann ich meinem Kind als Mutter gerecht werden?", "Ist mein Kind glücklich, besonders, wenn es so viel weint?", "Was ist, wenn ich etwas mache oder versäume und ihm dadurch etwas passiert?", "Wer bin ich jetzt?", "Was passiert mit der Beziehung zu meinem (damals noch) Freund?"

Ich hatte Sorge meinem Sohn könnte durch mein Versagen etwas passieren und ich wäre schuld. Ich hatte ja nun die volle Verantwortung für dieses unglaublich hilflose und süße Wesen. Ich hatte Angst, ich könnte etwas übersehen. Krankheit, Schmerzen, o.ä. und dass er dadruch leiden würde. Ängste wie plötzlicher Kindstod oder dass er weinen würde und dabei erstickt (er hat manchmal dabei die Luft angehalten, wenn er arg in Rasche war)

Du siehst, ich war von Angst, Vorwürfen und Sorgen geplagt. Denn ab diesem Zeitpunkt war mir erst der Begriff "Sorge" wirklich ein Begriff. Ich habe noch nie jemanden so sehr geliebt wie meinen Sohn ab dem Zeitpunkt der Geburt und damit aber leider auch die Sorge und Angst um ihn erfahren müssen. Mit der ich erst einmal umgehen lernen musste.

Dann ist man ab diesem Zeitpunkt auch völlig raus aus seinem bisherigen Leben. Der Rhythmus des bisherigen Lebens ist wie weggeblasen. Denn da ist jetzt jemand der deine volle Aufmerksamkeit braucht. Alles dreht sich um das kleine Wesen in deinem Arm und du musst dich völlig vergessen und zurücknehmen. Das ist hart, weil man dieses Gefühl bisher nicht so kannte. Es ist eine enorme Umstellung in Allem. Dein Leben, Hormone, Tagesablauf, Gefühle, Körper, Rückbildung. Alles spielt verrückt und muss sich einpendeln. Und da soll man nicht ein wenig in ein Gefühlschaos stürzen?

Ich kann dir aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass es beim ersten Kind einfach verwirrender und erschreckender ist. Beim zweiten Kind wird auch alles durcheinander geworfen. Besonders weil man dann noch ein älteres Kind hat, dass deine Aufmerksamkeit will und du plagst dich viellleicht mit Vorwürfen, weil du beiden nicht gerecht wirst. Aber insgesamt kannst du es leichter nehmen, weil man nicht mehr so geschockt ist von dem, was da auf einen zukommt.

Ich habe damals daraus gelernt, es nicht "persönlich" zu nehmen, wenn mein Baby weint und sich nicht beruhigen lässt. Dass er auch einmal Dampf ablassen muss und dass das gut so ist. Ich werde meine Kinder nicht vor jedem Leid, Weinen und Schmerz bewahren können und das ist auch wichtig. Ich habe gelernt, dass ich keine perfekte Mutter bin und dass auch das gut so ist, denn ich bin trotz allem einfach nur ein Mensch. Ich mache Fehler und auch das ist gut so. Ich will nur das Beste für meine Kinder, auch wenn ich dabei tausende Fehler machen werde. Ich liebe sie über alles und darf auch mal wütend, traurig und schwach sein dabei.

Ich denke, auch du wirst gestärkt aus dieser SItuation gehen und ganz tolle und wertvolle Erfahrungen mitnehmen. Und wenn du Rat und Hilfe brauchst, dann Frage und Schreibe oder rede mit jemandem darüber. Denn wir Mütter müssen uns gegenseitig helfen.

Und wegen der Milch kann ich euch allen nur sagen, bei mir war es so dass diese Milchpumpen nicht "funktioniert" haben. Ich konnte kaum Milch abpumpen. Erst haben mich die Hebammen im KH verrückt gemacht, weil sie sagten, das Kind wird nicht satt und wollten zufüttern. Sie meinten, dass er deshalb so viel schreit. ABER ich habe nicht zugefüttert, weil ich nicht daran glauben wollte dazu jetzt auch nicht fähig zu sein (ich hatte ja einen ungeplanten Kaiserschnitt und habe mich deswegen schon als Frau unfähig gefühlt zu gebären). Ich wusste ehrlich gesagt nie, ob sein Schreien und vieles Weinen nicht doch daran liegt. Aber das wollte ich nicht glauben. Die Natur hat es doch so eingerichtet, dass wir unsere Kinder ernähren können. Und entgegen der Meinungen der Krankenschwestern im KH ist mein Sohn anscheinend doch immer satt gewesen und ich hatte sicher genug Milch, weil er groß und gesund geworden ist und bei jeder U- Untersuchung genügend Gewicht hatte. Sogar immer am oberen Rand mit Gewicht und Entwicklung war. Und das war mir Beweis genug, dass ich genügend Milch hatte und er satt wurde und das Schreien und Weinen an was anderem lag. Ist aber bei jedem anders und ich will nur meine Geschichte erzählen, um andere zu stärken.

Ich meine damit: Gebt nicht auf und hört auf euer Bauchgefühl! Ihr seid tolle Mamas und wollt das Beste für eure Babys und Kinder. Und manchmal wissen wir eben einfach nicht, warum unsere Babys/Kinder unzufrieden/unglücklich sind und das wird auch in Zukunft noch so sein :GIRL 039:

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Bisherige Antworten
  • 15.09.2019, 10:38 Uhr  |  Antworten: 0
    Das hast du echt toll geschrieben!  Mehr...
  • 21.09.2019, 12:26 Uhr  |  Antworten: 0
    Hallo , das hast du toll geschrieben, und so passend. Bei uns ist es...  Mehr...
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