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Re: Brauche mal Hilfe bzw. Input... Thema Demenz

Huhu,

icha kann mich Mamuschel nur anschließen. Bei meinem Opa ist es schon viele Jahre her, dass er dement wurde und meine Eltern wohnten nebenan. So haben wir als ganze Familie damals diese schlimme Zeit hautnah miterlebt. Meine Oma war am Anfang auch noch stundenweise berufstätig, vermutlich auch um mal ein bisschen raus zu kommen. Mein Opa war noch relativ jung als er in der Frührente Alzheimer bekam und das Krankheitsbild dieser frühen Form der Demenz war noch nicht so bekannt wie heute.

Ich glaube es ist wirklich wichtig, dass über den medizinischen Dienst oder eine andere Beratungsstelle eine Beurteilung des Sachverhalts und der Umstände erfolgt. Sie gefährdet sich und womöglich andere bei fortschreitender Demenz und aus der Ferne kann man eben wirklich gar nicht reagieren. Mein Opa hat damals auch durchaus mal vergessen den Herd auszuschalten, den Schlüssel in der WOhnung liegen gelassen und kurz bevor er dann ins Heim kam, hat er auch manchmal einfach die WOhnung verlassen, lief durch die Gegend und wusste nicht mehr wo er war. Ich kann mich an einige Aktionen erinnern, wo meine Oma und meine Mutter in heller Aufregung mit dem Auto unterwegs waren um ihn zu suchen.

Ihr dürft nicht zögern die nötigen Schritte einzuleiten, bevor es zu solchen Aktionen kommt. Ehrlich gesagt denke ich, dass es vielleicht sogar besser wäre, wenn sie nicht direkt bei euch wohnt. Es ist WIRKLICH eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und du hast ja auch schon eine große Familie. Man hat immer ein schlechtes Gewissen, aber letztendlich seid ihr für deine Schwiegermutter fast wie Fremde durch den seltenen Kontakt. Ich erlebe aktuell auch gerade wieder, wie kräftezehrend die Pflege in der Familie ist, wenn man dazu noch andere Aufgaben hat. Meine Oma wird diesen Monat 90 und nach dem Umzug vor ein paar Jahren wohnen meine Eltern mit ihr zusammen im Haus direkt gegenüber von uns. Meine Mutter ist oft nervlich am Ende, da alte Menschen (dement oder nicht) schon recht anstrengend sind und man wie bei kleinen Kindern aufpassen muss, dass sie genug essen und trinken, ihre Medikamente nehmen, nicht den Herd anlassen usw. Dauernd stehen Arztbesuche an, Fahrdienst inklusive, da ältere Menschen oft zu geizig für ein Taxi sind. Angeblich ist der Kühlschrank immer leer oder das Falsche drin, meine Mutter muss gerade jetzt in Zeiten von Corona ständig für sie einkaufen, Rezepte und Medikamente besorge ich schon, damit das nicht zu viel Fahrerei wird. Aber die ganzen Medikamente müssen dann in diese Boxen einsortiert werden, damit die Einnahme zu den richtigen Zeiten gewährleistet ist und das muss dann meine Mutter wieder übernehmen. 

Sucht euch auf jeden Fall eine Beratung durch eine entsprechende Stelle und überlege dir noch mal sehr gründlich, ob ihr das alles auch wirklich in Zukunft leisten könnt. Denn wenn ihr sie jetzt zu euch holt und in 2-3 Jahren womöglich doch ein Umzug ins Heim kommt, wäre das auch nicht gut. Dann lieber nur ein einziger Umzug, denn neu orientieren müsste sich deine Schwiegermutter ohnehin.

Alles Gute und noch ein schönes Osterfest.

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