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Sonntag, 23. September 2018
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Reisebericht Äthiopien

Am 12. Juni bekamen wir DEN Anruf von unserer Betreuerin, dass wir Eltern sind. Unser Sohn sei 4 Monate alt und heißt Mamush. Bis zu unserem Abflug dauerte es allerdings noch 3 lange Wochen, die gefüllt waren von Vorbereitungen, Erledigungen, Besuchen, letzten Tagen in der Arbeit etc.
Am 5. Juli 2006 sind wir nach Addis Abeba geflogen.
In Addis angekommen mussten wir unser Visum vorweisen und nach einigen genauen Blicken des Beamten durften wir endgültig einreisen. Bis unser Gepäck kam, verging wieder eine ganze Weile. Aber Schlussendlich hatten wir alles und wir wurden ganz herzlich von der Anwältin des Vereins, Frau Mantegbosh empfangen. Mit dem Taxi fuhren wir zum Kinderheim, leider war es schon finster und wir konnten nicht viel sehen. Die Fahrt war relativ kurz. Im Heim angekommen zeigte uns Frau Mangtebosh noch alles.
Im Gebäude befinden sich 5 Zimmer mit Doppelbetten und meist sind in den Zimmern eine Dusche und ein WC. (Bei uns war es über den Gang, aber trotzdem für uns alleine). Dann gibt es eine Küche und ein großes geräumiges Wohn- Esszimmer, mit Kühlschrank, in dem sich Getränke für die Bewohner befinden. Es gibt für alle immer Wasser in Flaschen. Zur Verrechnung schreibt man einfach auf, was man nimmt. Alle Angestellten dort sind ausgesprochen freundlich und sehr bemüht
In einem Nebengebäude sind die Kinderzimmer, in denen die Kinder schlafen und gepflegt werden. Wir waren unserem Kind so nah wie nie zuvor und trotzdem konnten wir es noch nicht sehen.
Am selben Abend erfuhren wir noch, dass wir unsere Kinder erst am nächsten Nachmittag bekommen und dass wir am Vormittag noch auf die Österreichische Botschaft müssen.
Am 6. Juli fuhren wir (inzwischen 4 Paare) auf die Botschaft um das Visum für unsere Kinder zu beantragen. Im Heim bekamen wir ein wunderbares Mittagessen und danach begann das Warten. Einige Frauen begannen im Garten alles für die Kaffeezeremonie vorzubereiten, zu der wir nach der Übergabe eingeladen waren. Endlich, kurz vor 3 Uhr kam Frau Mantegbosh und führte uns ins Kinderzimmer. Zuerst bekamen 2 andere Familien ihre Kinder und dann wurden auch wir zu unserem Samuel Mamush geführt. Er lag schlafend im Gitterbett und es war unvorstellbar, dass das jetzt unser Sohn ist. Ich streichelte ihn vorsichtig über die Wange und er wachte auf. Eine Schwester nahm ihn aus seinem Bett und gab ihn mir in die Arme. Mein Mann und ich konnten unser Glück gar nicht begreifen. Die gesamte Situation der Übergabe hatte etwas sehr feierliches an sich und lief sehr ruhig ab.
Es war so schön ihn endlich spüren, sehen, riechen zu können.
Anschließend saßen wir alle im Garten und bekamen Kaffee und eine Torte. Nun begann die Zeit des kennenlernens. Kurz darauf wickelten wir unseren Sohn zum ersten Mal und er bekam sein erstes Flascherl von uns.
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Es gab keine Behördenwege mehr zu erledigen. An einem Tag fuhren alle Familien mit ihren Kindern auf den Entoto ? den ?Hausberg? von Addis Abeba. An einem anderen Tag fuhren wir einkaufen.
Am 11. Juli 2006 kamen wir in Wien an. Wir freuen uns schon jetzt darauf in ein paar Jahren unserem Sohn sein Herkunftsland zu zeigen und dabei das Land besser kennen zu lernen.
Liebe Grüße, Eli
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