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Freitag, 16. November 2018
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Re: Wisst ihr, was ich schade finde?

Liebe Angel,
ich kann mir vorstellen, daß Dir das so vorkommt.
Und daß es für uns so schwer ist, sich in die Lage von
ehemals adoptierten, jetzt Erwachsenen zu versetzen,
versuchst Du ja zu ändern.
Ich habe gestern von der Jugendamts-Sachbearbeiterin
gelernt, daß sie es völlig normal findet, daß wir
(egoistisch) sagen: "Wir möchten unbedingt Eltern sein, und
wissen wie das ist." und daß "einem armen Kind etwas Gutes
tun" die völlig falsche (weil heuchlerisch altruistische)
Einstellung ist und wen überhaupt erst an zweiter Stelle
kommt.
Vielleicht fällt es Dir leichter, uns zu verstehen, wenn
Du Dir klar machst - wir können diesen (finanziell auch,
aber vor allem) emotional unglaublich beschwerlichen Weg
nur gehen, weil wir uns GRUNDSÄTZLICH für ein Kind/Kinder
entschieden haben. Und da gibt es nicht erste, zweite,
dritte Wahl - nur EINE möglichst feste Entscheidung.
Und der Wunsch nach einem eigenen Kind (klar, ein paar
wenige gibt es immer, die auf KEINEN Fall eine Geburt
erleben wollen, aber alle anderen sehnen sich doch auch
nach dieser Erfahrung! - es geht ja nicht ums 'Haben'
sondern auch ums 'Bekommen') ist nun mal ein
'naturbedingtes' Grundbedürfnis (oder eher: Trieb). Wohl
dem, der ein oder zwei leibliche Kinder bekommt und dann
anschließend oder zwischendurch noch 1 oder 2 adoptiert.
Das ist das Ideal. Aber wir können das leider nicht!
Daß das Leben für adoptierte Kinder nicht einfach ist, wenn
sie erwachsen werden, ist mir klar und glaub mir: niemand
macht sich (heutzutage) mehr Gedanken darüber, als
angehende Ado-Eltern (insb. bei Auslandsadoption). Wir sind
sogar selbst sehr kritisch und wissen, daß es bei anderen
Menschen 'postkolonial-selbstherrlich' erscheinen mag, wenn
unser Kind aus der sog. 3. Welt kommt. Wir möchten einfach
nur eine Familie sein. Und das kommt so dermaßen von
Herzen, das mußt Du einfach glauben.
Und ich bleibe da auch ganz egoistisch. Selbst wenn meine
Ado-Kinder später sagen: Du bist aber nicht meine Mutter -
kann ich wenigstens sagen: Ihr wart aber auf jeden Fall
meine Kinder. Mehr konnte ich nicht für sie und für mich
(!) tun.
LG. Arte
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